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Probleme mit Verkehrsführung
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Umleitung in der Neustadt endet vor der nächsten Baustelle

Karin Mörtel 26.06.2019 3 Kommentare

Kein Weiterkommen in der Lahnstraße – und in der Isarstraße auch nicht.
Kein Weiterkommen in der Lahnstraße – und in der Isarstraße auch nicht. (Roland Scheitz)

Dass Straßen im Zuge des neuen Fahrradmodellquartiers gesperrt und umgestaltet werden, sind Autofahrer in der Neustadt bereits gewohnt. Doch dass die Umleitung um die aktuellen Baustellen in der Lahnstraße nun im Flüsseviertel direkt an einer weiteren Straßensperrung endet, ist ebenso neu wie kurios. Das hat in den zurückliegenden Tagen zahlreiche Menschen verärgert, die vertrauensvoll der Beschilderung gefolgt und in der Isarstraße vor den rot-weißen Barken nicht weitergekommen sind.

Was ist passiert? Offenbar kollidieren inmitten des Einbahnstraßensystems zwei Baumaßnahmen: Die eine für das Fahrradmodellquartier im südlichen Bereich der Lahnstraße, die das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) geplant hat. Der Abschnitt von der Friedrich-Ebert-Straße bis über den Kreuzungsbereich Delmestraße hinaus ist seit Montag nur noch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar.

Sich überlappende Umleitungsregeln

Am Dienstag hat dann die Wesernetz zusätzlich auch noch die Isarstraße zwischen Pappel- und Lahnstraße gesperrt, weil sie dort neue Kabel für schnelleres Internet verlegen will und nun im Vorfeld Leerrohre unter die Straße verlegt. Dumm nur, dass ausgerechnet die Isarstraße die Straße ist, über die der Verkehr an der ASV-Baustelle vorbeigeleitet werden sollte.

„Wir haben das ganz normal bereits letztes Jahr bei der Polizei angemeldet, und die hat die Baumaßnahme genehmigt sowie die Verkehrsführung angeordnet“, ist von ASV-Sprecher Martin Stellmann zu hören. Auch die Sperrung der Isarstraße sei ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt worden, die damit verbundenen verkehrsrechtlichen Anordnungen stelle das örtliche Polizeirevier aus, ist auch die Auskunft von Wesernetz-Sprecher Christoph Brinkmann. Von ihren wechselseitigen Bauplänen im Flüsseviertel gewusst haben weder das ASV noch die Wesernetz.

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Wer den Überblick über alle geplanten Sperrungen haben müsste, ist also die Polizei. Und dort wird üblicherweise für die kleineren Straßen auch der Plan entwickelt, wie der Verkehr trotz der diversen Behinderungen noch fließen kann. Das hat diesmal wohl nicht geklappt, bestätigt Polizeisprecher Nils Matthiesen: „Es sind derzeit zu viele Baustellen und Anordnungen gleichzeitig in einem sehr kleinen Bereich“, erklärt er die verfahrene ­Situation. Tatsächlich gibt es im näheren Umfeld noch eine weitere Vollsperrung in der Mainstraße wegen des laufenden Bunkerabrisses.

Die Verkehrssachbearbeiter des Neustädter Reviers würden nun vor Ort „auf Hochtouren daran arbeiten, die Verkehrsführung wieder gerade zu ziehen und die Irrfahrten zu beenden“, versichert Matthiesen. Spätestens an diesem Donnerstag solle eine Lösung gefunden sein.

Unterdessen haben viele Autofahrer die Verkehrsregeln missachtet, um wieder aus der unerwarteten Sackgasse herauszukommen. Wendemanöver und Fahrten gegen Einbahnstraßen sind regelmäßig zu beobachten gewesen, berichten Anwohner. Mit Bestrafung muss aber deswegen keiner rechnen, beruhigt Polizist Matthiesen. „Kein Polizist wird dafür einem Autofahrer eine Strafe aufbrummen, wenn dieser keinen anderen Ausweg hatte.“

Elf Maßnahmen für das Fahrradmodellquartier in der Alten Neustadt seien bereits abgeschlossen, ist aus dem ASV zu erfahren. Nun folgen die beiden Knotenpunkte der Lahnstraße zur Bach- und Delmestraße.

Arbeiten für Fahrradmodellquartier

Bis in den August hinein werden diese Kreuzungsbereiche wohl noch gesperrt sein. Dort werden Straßen sowie Rad- und Gehwege überarbeitet, um es Radfahrern leichter zu machen und Gefahrenpunkte zu entschärfen. Letzteres wird über sogenannte „Gehwegnasen“ und Fahrradständer versucht, die das Parken im Kreuzungsbereich erschweren.

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Von der Friedrich-Ebert-Straße ausgehend in Richtung Langemarckstraße wird nach dem Umbau die Lahnstraße auf der rechten Seite komplett für Radfahrer reserviert sein, die dort in beiden Richtungen fahren dürfen. Die linke Straßenseite bleibt den Autofahrern, die die Straße auch weiterhin nur als Einbahnstraße nutzen können.

Auch an den Straßenrändern tut sich was: Ein Fahrradstreifen auf der Seite zur Neustadtscontrescarpe hin wird entfernt und neuer Platz für parkende Autos geschaffen. Am gegenüberliegenden Seitenstreifen werden Rad- und Fußweg überarbeitet sowie der Parkraum neu sortiert.

In der weiteren Zukunft wird auch noch die Wegeführung im Übergang von der Langemarckstraße in die Lahnstraße überarbeitet sowie die Markierung für Radfahrer am Zugang zur Friedrich-Ebert-Sraße verändert. Wann genau damit begonnen wird, ist aber noch unklar.