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Schleichwege durchs Wohngebiet
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Verkehr im Hohentor bleibt problematisch

Karin Mörtel 03.02.2019 3 Kommentare

Direkt neben der Grundschule Oderstraße (links im Bild) hat sich über die Elbstraße ein neuer Schleichweg durchs Quartier etabliert. Die Schulleitung ist deswegen besorgt.
Direkt neben der Grundschule Oderstraße (links im Bild) hat sich über die Elbstraße ein neuer Schleichweg durchs Quartier etabliert. Die Schulleitung ist deswegen besorgt. (Walter Gerbracht)

Seit ein paar Monaten können Autofahrer wie berichtet nicht mehr von der Neuenlander Straße in die Hohentors­heerstraße einfahren. Ziel des Neustädter ­Beirates ist es gewesen, durch die Änderung den Durchgangsverkehr in der Wohnstraße zu reduzieren. Das hat zwar laut Polizei geklappt, im Gegenzug beklagen jedoch nun Anwohner der parallel verlaufenden Elbstraße eine drastische Zunahme des Schleichverkehrs.

Insbesondere auch die Schulleiterin der Grundschule Oderstraße kritisierte während der jüngsten Verkehrsausschusssitzung des Neustädter Beirates, dass wesentlich mehr Fahrzeuge als vor der veränderten Verkehrsführung an der Schule vorbeifahren würden, berichtet die Neustädter Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon. Das mache den Schulweg für die Kinder gefährlicher. Es sind laut Polizei besonders die Ortskundigen, die diese Alternative zu der jüngst gesperrten Route nehmen: um von der Neuenlander Straße aus über die Elbstraße ins Quartier zu gelangen – oder es bis zur Hochstraße der Bundesstraße 6 zu durchqueren.

Fachleute haben Probleme vorhergesehen

Hintergrund der Änderung ist eine Forderung der „Verkehrsinitiative Hohentor“ gewesen, die neben weiteren Verkehrsproblemen auch die übermäßige Belastung auf der Hohentorsheerstraße bemängelte. Das Amt für Straßen und Verkehr (ASV), das den Beiratsbeschluss umgesetzt hatte, verweist darauf, dass Fachleute des Hauses „zuvor auf die zu erwartenden Auswirkungen hingewiesen“ hätten, so Sprecher Martin Stellmann.

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Die Erfahrung zeige, dass in „solch engmaschigen Revieren kleine Änderungen der Verkehrsführungen nicht selten unangenehme Auswirkungen in der näheren Umgebung haben“, erklärt Stellmann. Ähnliches ist von der Polizei zu hören: „Das ist für uns im Vorfeld ganz klar und offensichtlich gewesen, dass die Änderung genau die Probleme erzeugen wird, die jetzt zutage getreten sind, daher haben wir die neue Verkehrsführung aus fachlicher Sicht auch nicht unterstützt“, sagt der Neustädter Revierleiter Volkmar Sattler.

Warnschilder als erste Notmaßnahme

Quasi als Notmaßnahme plant das ASV nun, zunächst mit Warnschildern darauf aufmerksam zu machen, dass an der neuen, unerwünschten Durchfahrtsroute viele Kinder unterwegs sind. „Wir werden ergänzend dazu präventiv unser Großbanner mit der Aufschrift „Runter vom Gas!“ an der Schule anbringen in der Hoffnung, dass Autofahrer Rücksicht nehmen“, sagt Sattler.

Insgesamt gebe es nur noch vereinzelt Autofahrende, die illegal von der Neuenlander Straße in die Hohentorsheerstraße abbiegen würden. Wer von der Polizei bei der Fahrt über die neue Sperrfläche erwischt wird, muss 30 Euro bezahlen. Der Revierleiter weist jedoch darauf hin, dass besonders die Ortsunkundigen nun wieder „in großer Anzahl“ illegal von der Neuenlander Straße auf die Oldenburger Straße (B6) abbiegen würden. Allein 27 Fahrzeugführer hätten deshalb während einer Verkehrskontrolle in der vergangenen Woche eine schriftliche Verwarnung erhalten und müssten deshalb nun zehn Euro bezahlen.

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Genau dieses Abbiegeverbot ist es, was den Durchgangsverkehr zuvor durch die Hohentorsheerstraße geleitet hat, bemängeln Beirat und Verkehrsinitiative Hohentor gleichermaßen. „Wir müssen aus diesem und anderen Gründen das Thema Hohentor bald etwas großräumiger in den Blick nehmen“, meint Czichon zu der aktuellen Situation.