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Waschräume aus den 70ern sind jetzt Geschichte

Margot Müller 24.10.2018 0 Kommentare

Leiterin Andrea Zado, das Kita-Team sowie Kinder und Eltern haben den Baustellen-Alltag  gemeistert und freuen sich auf die Räume.
Leiterin Andrea Zado, das Kita-Team sowie Kinder und Eltern haben den Baustellen-Alltag  gemeistert und freuen sich auf die Räume. (Gerbracht)

Das große Gemeindehaus der evangelischen Thomas-Gemeinde an der Soester Straße und der Kindergarten wurden umgebaut und komplett modernisiert. Bauzaun und Schotterstraße sind verschwunden, im Außenbereich sind kleine Bäume neu gepflanzt, alles ist jetzt fertig. Nach einer Bauzeit von mehr als einem Jahr ist eine ganz neue Innengestaltung entstanden und das Ergebnis kann sich sehenlassen. Am Sonntag wird offiziell Einweihung gefeiert. Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) hat hier umfangreich in Baumaßnahmen investiert. Der gesamte Eingangsbereich ist modern und geräumig geworden, im großen Gemeindesaal stehen komfortable Tische und Stühle für Gruppentreffen bereit. Und die Sanitäranlagen wurden endlich zeitgemäß erneuert, bisher ein lange geduldeter Problembereich, denn die Waschräume stammten noch aus den 1970er-Jahren.

Beim Umbau der Räumlichkeiten hat die Kirchengemeinde einen Saal abgegeben, um mehr Platz für den benachbarten Kindergarten zu schaffen. „Damit hat sich jetzt alles zum Besseren entwickelt“, betont Wilhelm Kattelmann, der im Kirchenvorstand für die Baupflege zuständig ist. Insbesondere für die Kita war eine Renovierung dringend geboten, denn die Einrichtung entsprach schon längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Nun sind die modernisierten Räume mit neuen Fenstern, geeigneten Bodenbelägen und großzügigen Treppenübergängen entsprechend angepasst. Alle haustechnischen Installationen, die Sanitäreinrichtungen und die große professionelle Küche erfüllen nun mit Brandschutz und Wärmedämmung die aktuellen Vorschriften.

Spannend und eine Herausforderung

„So haben wir monatelang den Kindergartenalltag auf einer Baustelle erlebt. Lärm, Stolpersteine, Bagger, Bohrer und beengte Räume waren in dieser Zeit normal“, berichtet Andrea Zado, Leiterin der Kindertagesstätte und seit 1976 dabei. Für die drei Gruppen mit insgesamt 60 Kindern gab es wohl viele spannende Momente, aber für die Erwachsenen seien es doch häufig besondere Herausforderungen gewesen. Kurz vor den Sommerferien fand dann für alle endlich der große Umzug in den tollen neuen Kindergarten statt.

Während der Umbauphase musste der Kita-Betrieb gut organisiert werden. Da der neue Gemeindesaal neben der Kirche zuerst fertig war und durch Mobilwände teilbar ist, wurden die Kita-Gruppen dort vorübergehend einquartiert. Das war kein Problem für die Gemeindemitglieder, sondern der Übergang wurde unkompliziert bewältigt.

Mit gemeinsamer Anstrengung und hochmotiviert haben die Beteiligten alles gegeben. „Die Kinder meisterten hier alle Veränderungen problemlos, die Eltern hatten viel Verständnis und wir freuten uns sehr auf alles Neue“, schwärmen Andrea Zado und das Betreuungsteam übereinstimmend. Sie sind stolz darauf, dass sie bei der Bauplanung und Möbeleinrichtung mitwirken konnten.

„Wir wollten keine klassisch kunterbunte Kita-Gestaltung, sondern es sollte hell und freundlich werden und vor allem praktisch ausgestattet sein“, sagt Andrea Zado. Und das ist gelungen. Zum Beispiel mit den neuen leichten Kinderstühlen, die ganz einfach zu stapeln sind. Und in der kleinen „Turnhalle“ im Spitzboden unter dem Dach sind jetzt schlichte Schranktüren vorhanden, um dahinter die Sportutensilien zu verstauen. Es gibt jetzt einen kleinen separaten Leseraum mit Bibliothek sowie eine gemütliche Sitzecke, falls sich mal jemand zurückziehen möchte.

Küche als neues Herzstück

„Wir haben insgesamt darauf geachtet, dass die beauftragten Architekten und ausführenden Handwerker verantwortungsvoll mit den Baumaßnahmen umgehen“, berichtet der Baupfleger Wilhelm Kattelmann. So sind natürliche und umweltfreundliche Materialien und Bauteile zur Anwendung gekommen, die spürbare Energieeinsparung bringen. Für die abgehängte Decke des Gemeindesaales sowie über der Holzdecke in der Kirche ist eine spezielle Wärmedämmung angebracht, alle Fenster sind aus nachwachsendem Baustoff, und zwar aus heimischem Holz, angefertigt und mit einer Isolierverglasung versehen. Die Gasheizungsanlage erhielt einen Brennwertkesse mit hohem Wirkungsgrad und niedrigem Verbrauch. Sämtliche Beleuchtungskörper sind zudem mit stromsparenden LED-Leuchten ausgestattet worden. Alle diese Maßnahmen kommen letztendlich der Gemeinde zugute, denn man erwartet zukünftig weniger Betriebskosten durch deutlich geringeren Gas- und Stromverbrauch.

Zu einem besonderen Herzstück für die Thomas-Gemeinde kann sich die zweckmäßig ausgestattete neue Profiküche noch weiter entwickeln. Denn die Raumgröße ist mit rund 18 Quadratmeter doppelt so groß wie bei der alten Küche. Hier werden von der Köchin alle Mahlzeiten für die Kita zubereitet, immer aus frischen Zutaten gekocht. Über einen Fahrstuhl sind die Essenstransporte jetzt barrierefrei und schnell auf alle Etagen möglich. Und durch eine Außentür gibt es eine neue Verbindung zum ehemaligen Küstergarten, wodurch sich künftig gute Möglichkeiten für ein Gartencafé ergeben.

Die neuen Räume der Thomas-Gemeinde, Soester Straße 42B, werden am Sonntag, 28. Oktober, offiziell und feierlich eingeweiht. Um 10 Uhr findet in der Kirche der Gottesdienst statt, anschließend gibt es einen Sektempfang und kleinen Imbiss. Alle Gäste können die neu gestalteten Räume besichtigen, für die Kinder gibt es Spielangebote.