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WK-Bikes
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WK-Bikes werden mit Fotovoltaik ausgestattet

Matthias Holthaus 28.07.2019 0 Kommentare

Zweiradmechanikermeister Oliver Steffens (rechts) und der Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG, David Koopmann, erklären der Bundestagsabgeordneten Sarah Ryglewski (SPD) alles rund um das Leihfahrrad WK-Bike.
Zweiradmechanikermeister Oliver Steffens (rechts) und der Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG, David Koopmann, erklären der Bundestagsabgeordneten Sarah Ryglewski (SPD) alles rund um das Leihfahrrad WK-Bike. (Scheitz)

Woltmershausen. Dass die Verbindung zwischen alternativen Stromquellen und umweltfreundlichem Fortbewegen funktioniert, davon hat sich die Bremer Bundestagsabgeordnete Sarah Ryglewski (SPD) auf ihrer Sommertour im Druckhaus des WESER-KURIER überzeugt. Dort auf dem Gelände werden die WK-Bikes gewartet, die in der ganzen Stadt unkompliziert genutzt werden können.

„Derzeit werden alle 450 WK-Bikes mit ­Solarpanels versorgt“, erklärt David Koopmann, Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG. Die Solarpanels sind kratzfest beschichtet und vorne im integrierten Fahrradkorb befestigt. Bisher müssten die Räder nach zwei Wochen zum Standort an der Woltmershauser Straße gebracht werden, um die intelligenten Schlösser wieder aufzuladen, erklärt er. „Wir hoffen nun, dass wir die Räder nur noch alle sechs Monate reinholen müssen.“

Das seit einem Jahr bestehende Leihfahrradangebot der WESER-KURIER-Mediengruppe hat sich bereits jetzt zu einem Erfolgsmodell entwickelt: 100 000 Ausleihen insgesamt und bis zu 800 Ausleihen pro Tag konnten verzeichnet werden, darüber hinaus bestehen Kooperationen mit der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), aber auch mit der Wohnungsgesellschaft Gewoba, Kaefer-Isoliertechnik oder Mondelez. Und das Ziel, etwas zum Klimaschutz beizutragen, zeigt sich auch in der Wahl des Standortes der Fahrradwerkstatt: „Wo jetzt die Fahrradwerkstatt ist, war vorher die Autowerkstatt. Die Fahrräder werden in leeren Garagen untergebracht“, so David Koopmann.

„Wir versuchen, die Innenstadt komplett autofrei zu bedienen“, sagt Oliver Steffens, Zweiradmechanikermeister und Leiter der Werkstatt. „Mit Lastenfahrrädern und speziell angefertigten Anhängern werden die Räder reingeholt.“ Über die WK-Bike-Service-App könne dabei nicht nur jedes Fahrrad gefunden werden, sie verrate auch den Ladestand des Akkus, den aktuellen Zustand des Rades und dessen eventuelle Reparaturbedürf­tigkeit.

Sarah Ryglewski ist berufsbedingt häufig in Berlin: „Dort klappt das überhaupt nicht, die Räder stehen da wie Kraut und Rüben herum – ganz im Gegensatz zu hier.“ Dafür sorgt das elektronische Schloss, das in jedes Fahrrad integriert ist. „Die Räder sind permanent mit den Servern in Kontakt“, erklärt Oliver Steffens. „Start- und Endpunkt der Fahrt werden gesichert und das Rad kann dann zielgerichtet abgeholt werden.“

Durch den Service- und Systempartner Nextbike ist es möglich, über die WK-Bike-App Fahrräder in 60 Städten auszuleihen. Im Bremer Umland stehen WK-Bikes zum Beispiel in Weyhe; die Städte Delmenhorst, Oldenburg und Bremerhaven seien im Gespräch, sagt David Koopmann. „Große Ausleihzahlen gibt es übrigens in der Zeit von null bis fünf Uhr“, erklärt er. „WK-Bikes sind ein großer Ersatz für den Nachtbus, und die Leute sagen, sie hätten dann ein größeres Sicherheits­gefühl.“

Und alle Abonnenten des WESER-KURIER, Kunden der Gewoba sowie Abonnenten des Mia-Tickets der BSAG können WK-Bikes die jeweils ersten 30 Minuten kostenlos nutzen. Die Verbindung mit der BSAG sei für die „letzte Meile“, also die Fahrt von der Haltestelle nach Hause, ein großer Mehrwert, sagt Oliver Steffens: „Die BSAG ist glücklich mit uns.“ Einen großen Mehrwert sehe auch die Gewoba, ergänzt David Koopmann, „auch andere Wohnungsbaugesellschaften haben Interesse angemeldet.“

Zum WK-Bike-Angebot gehören auch zwei Lastenräder, die ebenfalls in Kooperation mit der Gewoba betrieben werden. „Das ist ein erheblicher Mehrwert, um damit das Auto aus dem Quartier zu bekommen“, betont Oliver Steffens. „Solch ein Lastenrad kann den Alltag deutlich erleichtern“, meint auch Sarah Ryglewski.

Zwei Auszubildende werden Oliver Steffens die Arbeit ab 1. August erleichtern. Zusammen mit einem Festangestellten, einer studentischen Aushilfskraft sowie einem Geflüchteten in einer Qualifizierung sind damit sechs Personen für das WK-Bike-Angebot tätig, hinzu kommen noch die Servicemitarbeiter am Telefon. „Und wir haben auch mehrere Mitarbeiter, die geringfügig beschäftigt sind. Wir hoffen aber, dass sie später da bleiben“, sagt Oliver Steffens. Arbeitsplätze zu schaffen und auszubilden, sei ihm wichtig, „und auch, Geflüchteten eine Sicherheit zu geben“.

Abschließend dreht Sarah Ryglewski noch eine Runde mit einem WK-Bike. Ihr Fazit: „Ich hätte gedacht, es fährt sich schwergängiger. Das Fahrgefühl ist gut, es ist für alle Bedürfnisse ausgerichtet.“ Weitere Informationen unter www.wk-bike.de.