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Beiratswahl 2019
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Hemelingen vor der Wahl

Christian Hasemann 01.05.2019 0 Kommentare

Auf dem großen Dreieck zwischen den beiden Bahnstrecken und der Hemelinger Bahnhofsstraße dominiert mit Coca-Cola – erkennbar an den roten Getränkekisten – und den Gebäuden von Könecke (rechts davon) auf diesem Luftbild noch die gewerbliche Nutzung.
Auf dem großen Dreieck zwischen den beiden Bahnstrecken und der Hemelinger Bahnhofsstraße dominiert mit Coca-Cola – erkennbar an den roten Getränkekisten – und den Gebäuden von Könecke (rechts davon) auf diesem Luftbild noch die gewerbliche Nutzung. Was aus den beiden ehemaligen Firmenarealen wird, dürfte den Beirat weiterhin beschäftigen. (Studio B)

In Hemelingen stehen in den kommenden Jahren wichtige Entscheidungen an. Wie stellen sich die Lokalpolitiker die Zukunft des Stadtteils vor? Der STADTTEIL-KURIER hat sich bei den Spitzenkandidaten für die Beiratswahl umgehört.

Wie sollen in Ihren Augen 2030 das Könecke/Cola-Gelände und das Hafengebiet aussehen? Was muss der künftige Beirat in die Wege leiten, damit es dazu kommt?

Christa Komar (Grüne): Bis 2030 soll das Könecke/Coca-Cola-Gelände ein lebendiges und ein gut durchmischtes Wohnquartier sein, in dem Menschen aus allen sozialen Bereichen zusammenleben. Es sollen Wohnungen geschaffen werden, die für Menschen mit wenig Einkommen bezahlbar sind, ebenso sollen innovative Wohnformen mit einfließen, wie zum Beispiel generationsübergreifendes Wohnen. Das Hafengebiet in Hemelingen möchten wir verändert sehen, von einem reinen Industriegebiet zu einem Mischgebiet, das auch Wohnen zulässt. Hierzu müssen die Bebauungspläne geändert werden.

Joachim Torka (Freie Wähler): Sofern die Gutachten es hergeben, steht einer Bebauung mit sozialen Mieten, im Mix mit Kleingewerbe, Handwerk und Handel, nichts entgegen. Hier ist darauf zu achten, dass möglicherweise die Parkplätze in Sammeltiefgaragen angelegt werden, beziehungsweise das Gelände als autoarm oder autofrei für Fußgänger, Radfahrer und E-Mobilität konzipiert wird. Ich werde mich für mehr Erholung, Sport, Freizeit im Hafen für die Bevölkerung einsetzen.

Alfred Kothe (CDU): Der Beirat muss sicherstellen, dass er vom Bauressort umfassend beteiligt wird. Nur so können unsere Vorstellungen in die bevorstehende Planung mit einfließen. Wir fordern für das ehemalige Könecke/ Coca-Cola-Gelände eine schnelle Beplanung. Wir wollen, dass das Gelände ein urbanes Gebiet mit ausreichend Grünflächen wird und Wohnen und Arbeiten stärker verbunden werden. Wir wollen das Hafengebiet stärker nutzen und darauf hinwirken, dass der Bebauungsplan dahingehend geändert wird, damit Wohnen und Freizeitaktivitäten ermöglicht werden.

Tobias Link (AfD): Nach dem Abriss der verschiedenen Gebäudeteile stellen wir uns eine weiträumige Bebauung vor, einerseits im Bereich der ambulanten, wohnortnahen Altentagespflege, Studentenwohnungen sowie ein merkantiles Zentrum für Ausgründungen von Uni und Hochschule mit angegliederten Wohn- und Konferenzmöglichkeiten für Jungunternehmer und Wohnbebauung im ruhigeren Randbereich. Das Ganze mit einem Grünzug durchmischt, der sich Richtung Allerhafen zieht. Dort Freizeit und Kultur sowie Standorte für schwimmende Häuser, Verlagerung der Kiesanlandestelle in einen der anderen Oberweserhäfen. Das Kohlekraftwerk soll erhalten bleiben.

Uwe Jahn (SPD): Für das Könecke/Coca-Cola-Areal muss der Beirat weiter Druck ausüben, damit die schon länger vorliegenden Ergebnisse der städtebaulichen Studie und der Beschluss der Bürgerschaft, entsprechendes Baurecht zu schaffen, umgesetzt werden. Sonst drohen rein wirtschaftliche Interessen einzelner Eigentümer das ganze Projekt auf lange Zeit zu verzögern und das gegen die erklärten Ziele des Beirates und der Bürger Hemelingens. Verbunden damit ist die Anbindung an das Hafenrevier, wo Teile anderen Zwecken zugeführt werden sollen. Dennoch wird ein großer Teil des Hafens weiterhin für die industrielle Nutzung benötigt.

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Bis 2030 wird der Stadtteil altern. Wie wollen Sie im Beirat diese Entwicklung begleiten?

Uwe Jahn (SPD): Besonders in den neuen Quartieren ist darauf zu achten, dass die Menschen allen Alters hindernisfrei in ihren Bereichen Leben können. Der Beirat fordert barrierefreies Leben bereits und die SPD wird dies fortsetzen. Immer mehr wird sich die Idee des Zusammenlebens der Generationen durchsetzen und von daher können und sollen überall Mehrgenerationenmodelle entwickelt werden. In einigen Ortsteilen gibt es gute Angebote für ältere Menschen, aber in anderen fehlen diese Begegnungsstätten. Da ist Nachholbedarf. Und da die Menschen nicht nur älter, sondern sehr viel älter werden, werden wir als SPD darauf drängen, die aufsuchende und abholende Arbeit für ältere und alte Menschen erheblich auszuweiten.

Alfred Kothe (CDU): Viele Fuß- und Radwege und Haltestellen sind noch nicht barrierefrei. Hier müssen wir mehr Druck machen, damit sich dieser Zustand schnellstmöglich ändert. Wir brauchen mehr Sitzgelegenheiten im Stadtteil und fordern im zukünftigen Park der Diedrich-Wilkens-Straße eine Ecke mit Fitnessgeräten, wie es sie auch andernorts gibt. Für ältere Menschen sind Kontaktpolizisten wichtig, deshalb muss die Zahl aufgestockt werden. Wir wollen das Projekt „Mobil im Alter“ unterstützen.

Robert Hempel (Linke): In allen neu zu errichtenden Wohngebieten muss von vornherein ein altersgerechtes Wohnen mitgedacht werden; dazu gehört selbstverständlich eine deutliche Verbesserung der Barrierefreiheit im Stadtteil.

Christa Komar (Grüne): Wir sehen es als Aufgabe, unter anderem die Infrastruktur altersgerecht anzupassen. Dazu gehört die Barrierefreiheit, bessere Bus- und Straßenbahnverbindungen in Hemelingen, mehr Abhol- oder Bringdienste, mehr Sitzmöglichkeiten im Stadtteil, kostengünstige Wohnungen. Die Angebote bezüglich der Vereinsamung für ältere Menschen müssen ausgebaut werden.

Tobias Link (AFD): Wir wollen prüfen, ob es genug altengerechte Wohnungen gibt und ob vielleicht alte Menschen aus zu großen sie in der Pflege überfordernden Immobilien lieber in kleinere Wohnungen umziehen möchten. Die kommunale Altenversorgung im ambulanten Tagesbereich soll gestärkt werden, um die Menschen möglichst lange selbstständig zu halten. Altenheime sollen nur letztes Mittel sein. Der Beirat kann regelmäßig mit Wohnungsunternehmen solche Transformationsprozesse moderieren.

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Wie sieht die Mobilität der Zukunft in Hemelingen aus? Wofür wollen Sie sich einsetzen?

Robert Hempel (Linke): Generell setzen wir uns für eine schrittweise Einführung eines kostenlosen Personennahverkehrs in Bremen ein; daneben muss die Infrastruktur auch in unserem Beiratsgebiet deutlich verbessert werden. Die Verlängerung der Linie 3 über die Malerstraße und die Fortführung der Linien 2 und 10 nach Osterholz sind dringend notwendig. Die entstehenden Neubaugebiete sowie die bisherigen Wohnquartiere sollen zu autoarmen Gebieten entwickelt werden. Dazu brauchen wir den Ausbau und eine Verbesserung der Radwege sowie einen Ausbau von Car-Sharing, Leihfahrrädern und auch Lastenrädern.

Joachim Torka (Freie Wähler): Ich bin dafür, die bestehenden Anschlüsse der BSAG und der Deutschen Bahn auszubauen. Die Menschen müssen nach Arbeitsende von der Arbeitsstelle nach Hause kommen, und zwar mit öffentlichen Verkehrsmitteln, damit die Auto-Nutzung verringert wird. Ich bin für mehr E-Mobilität, mehr Car-Sharing sowie Leih- und Lastenfahrräder, welche geliehen oder kostenlos genutzt werden können.

Christa Komar (Grüne): Grüne Verkehrspolitik in Hemelingen steht für die Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie des Nahverkehrs, mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm, für umweltfreundliche Mobilität, für den Ausbau von Barrierefreiheit. Daher wollen wir Ampelschaltung und Querungshilfen verbessern, Rad- und Fußwege von parkenden Fahrzeugen freihalten, Radwege ausbauen, eine zusätzliche Brücke über die Weser schaffen, garantierte Anschlüsse für Straßenbahnen und Busse und die Verlängerung der Straßenbahnlinien, ebenso Tempo 30 vor allen Kitas und Schulen.

Uwe Jahn (SPD): Ganz oben auf der Liste stehen die Verlängerungen der Linien 3 und 10 über das Weserwehr hinaus nach Sebaldsbrück und Osterholz. Dazu kommt unsere Forderung, den Busverkehr zwischen Hastedt und Mahndorf durch Hemelingen und Arbergen deutlich zu verbessern. Und nach wie vor suchen wir eine Lösung, um die Eisenbahnersiedlung in Sebaldsbrück an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Besonders in den neuen Quartieren, aber auch im gesamten Stadtteil müssen Angebote ausgebaut werden, die den Autoverkehr entlasten. Dazu zählen Car-Sharing und dann natürlich bessere Radwege, gute Fußwegeverbindungen und der Bau der Radpremiumroute durch unseren Stadtteil.

Alfred Kothe (CDU): Wir setzen uns für ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ein. Das geht nur, wenn endlich wieder in Infrastrukturprojekte investiert wird. Zu oft beklagen sich Menschen über marode Fahrrad- oder Fußwege und Straßen. Wir diskutieren schon viel zu lange über eine ­Straßenbahnverlängerung bis zum Weserpark. Auch der Ausbau von Car-Sharing Plätzen sowie einer E-Ladeinfrastruktur sind im Stadtteil zu kurz gekommen. Damit alle Menschen schnell von A nach B kommen, muss endlich mit dem Bau des barrierefreien Bahnhofs in der Föhrenstraße begonnen werden. Abgelegene Straßenzüge sollten durch sogenannte On-Demand-Busse angebunden werden.

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holger_sell am 23.10.2019 14:58
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