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Orientalische Klänge im Wohnzimmer

Matthias Holthaus 05.07.2019 1 Kommentar

Die Gruppe Shazadie zeigte orientalischen Bauchtanz.
Die Gruppe Shazadie zeigte orientalischen Bauchtanz. (PETRA STUBBE)

„Meine Idee ist, dass sich die Frauen austauschen und das zeigen, was sie einstudiert haben“, sagt Susanne Kahle, Kassenprüferin des Nachbarschaftstreffs „Bispi“ in der Gartenstadt Vahr. Daneben organisiert sie aber auch das Orientcafé, das zwei- bis drei Mal im Jahr veranstaltet wird. Verschiedene Tanzgruppen aus Bremen und umzu führen dort ihr Können vor. „Fast professionelle Tänzerinnen proben im Bispi, aber auch Gruppen mit Anfängern, das ist unterschiedlich", sagt Kahle.

An diesem Tag wird jedoch nicht geprobt, denn mittlerweile ist das achte orientalische Sommerfest im Bispi im Gange. Persische Tänze, Zigneuertänze und auch die Bauchtanzart „American Tribal Style Belly Dance“ sind vertreten, ebenso eine Choreographie in Anlehnung an klassische Bollywoodfilme. „Gerade bei Bollywood ist der Bewegungsablauf ganz breit gefächert“, sagt Heike Wohlers aus dem Fesenfeld, die unter dem Künstlernamen „Hira“ auftritt. „Und gleich tanze ich ein Stück, wo eine Frau das Leben und die Liebe feiert.“ Für ihre Choreographien schaut sie sich die verschiedenen Tänze aus Bollywoodfilmen an und daraus setzt sie ihre Darbietungen zusammen. „Seit elf Jahren mache ich das“, erzählt sie, „da kann ich den Alltagsstress abschalten.“ Jeden Mittwoch trainiert sie außerdem mit der orientalischen Tanzgruppe „El-Sharq“ im Bispi. „Dort sind aber keine Anfänger und eher mittleres Alter vertreten. Ich bin da mit meinen 52 Jahren die Jüngste.“

Kreatives im Nachbarschaftshaus

Auch im Bispi selbst dominiert die mittlere bis ältere Klientel: „Wir haben 45 bis 50 Mitglieder, doch es gibt wenig jüngere Menschen, die bei uns aktiv etwas gestalten wollen“, bedauert Susanne Kahle. Das Spielt auf die Zusammensetzung des Trägervereins des Nachbarschaftshauses an. der seit 2008 besteht. „Wer Ideen hat, kann immergerne vorbeikommen, wir haben offene Ohren“, wirbt Kahle. So gebe es nun beispielsweise Wing Chun, eine Form der Selbstverteidigung, aber auch Gymnastikkurse und Spielenachmittage stehen auf dem Programm des Bispi.

Und auch fest gesetzt im Nachbarschaftstreff: Der Handarbeitskreis. Der wird organisiert von Anke Marahrens aus Hemelingen, die ihren Stand für den orientalischen Basar auf der Terrasse des Bispi aufgebaut hat. „Ich bin da, wenn mal Fragen sind, darüber hinaus ist es ein schöner Austausch“, erklärt sie ihre Motivation. Alle 14 Tage treffen sie sich, um zu stricken oder zu häkeln: „Manche machen Socken, manche machen Topflappen.“ Diese sind an diesem Tag nicht in ihrem Repertoire, dafür aber Untersetzer, die sich bei Bedarf in einen Wespenschutz verwandeln können. Beruflich genäht habe sie auch mal, erzählt sie, bei Betten Gebers im Steintor: „Das war eine schöne Zeit, doch nun nähe ich die Sachen übers Jahr zu Hause.“

Viel zu Hause arbeitet auch Marianne Evers aus Vegesack: „Susanne Kahle meinte, dass Bauchtanz und Schmuck doch zusammenpassen würden und dass ich doch mal mit einem Stand beim orientalischen Café stehen sollte“, erinnert sie sich. „Und da haben alle gefragt, ob ich das Schmuckherstellen nicht mal zeigen könnte.“ Mit Ausnahme der Ferien bietet sie ihren Kurs jeden Monat an. Und das seit mittlerweile sechs Jahren, doch noch immer besteht Nachfrage. „Ich habe das zwar nicht gelernt, aber mal in einem Bastelgeschäft gearbeitet. Da habe ich mit einfachen Ringen angefangen und bin jetzt bei Ketten, die sind aufwendiger.“ Dafür werden eine Menge kleiner Perlen zunächst aufgefädelt und dann verhäkelt. „Das ist dann beinahe meditativ und ich mache dazu dann auch mal meditative Musik an.“

Auch mal woanders auftreten

Ob die Trommelgruppe „Hesperos“ bei ihrer Tätigkeit ebenfalls in meditative Zustände versinkt, kann nur vermutet werden, doch bereits ihr Opener „Schnee in Kairo“ gerät zu einer eindrucksvollen Präsentation ihres Könnens. „Ich spiele eine Darabuka, die auch im afrikanisch-türkischen und serbisch-kroatischen Raum gespielt wird“, erzählt Klaus Kahle, eine Hälfte der Hesperos. Die andere Hälfte nennt sich „Fury Fingers“ und spielt eine Doumbek, eine Bechertrommel, die von Griechenland bis Persien genutzt wird.

Seit ungefähr vier Jahren spielen die beiden zusammen: „Doch wir spielen nicht unbedingt orientalisch-authentische Musik, bei uns ist die Interpretation mit Rhythmen eine andere“, erklärt Klaus Kahle. Und Fury Fingers ergänzt: „Wir sind mit Rockmusik aufgewachsen, das spielt damit rein.“ Zum Üben treffen sie sich wöchentlich, wobei es bis zu anderthalb Jahren dauern könne, bis sie ein Stück so spielen können, wie sie es sich vorstellen. „Als Duo treten wir nur im Bispi auf, doch wir überlegen, auch mal woanders aufzutreten“, sagt Klaus Kahle. „Dadurch, dass wir hier aufspielen und alle herkommen, ist das eigentlich wie ein Auftritt im eigenen Wohnzimmer.“

Das „Wohnzimmer“ feiert übrigens demnächst einen runden Geburtstag, sagt Susanne Kahle: „Nächstes Jahr gibt es das Orientcafé zehn Jahre, das werden wir größer feiern.“


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
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