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Sportamt sucht Ideen für Flächen

Christian Hasemann 22.02.2019 0 Kommentare

Erinnert an den Bolzplatz auf dem Dorfacker: der (ehemalige) Sportplatz an der Ellernstraße.
Erinnert an den Bolzplatz auf dem Dorfacker: der (ehemalige) Sportplatz an der Ellernstraße. (PETRA STUBBE)

Das Tor auf dem Bolzplatz in der Ellernstraße hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt. Das Netz hängt zerschlissen herab, Moos wächst an den Pfosten. Hier kicken nur noch die Kinder aus der Nachbarschaft, reguläre Wettkämpfe auf dem holprigen Rasen – oder besser: Acker – und auf der überwachsenen Tartanbahn sind nicht mehr denkbar. Auf der Sitzung des Ausschusses für Sport und Inneres des Beirats Hemelingen wurden erste Ideen zur weiteren Nutzung entwickelt. Im Gespräch ist unter anderem der Bau einer Kita auf dem Gelände.

Einst hatte der Hemelinger SV den Platz genutzt, dieser nutzt aber seit einiger Zeit den Kunstrasenplatz auf der Bezirkssportanlage Hemelingen. „Seitdem ist an der Ellernstraße eine Wiese entstanden“, erklärte Jochen Brünjes vom Sportamt. Ohnehin sei der Platz für reguläre Fußball nicht zu nutzen: Er ist zu schmal. Fazit: „Er ist kein Schmuckstück mehr und deswegen überlegen wir, ob wir den Platz aufgeben sollten und für den Erlös auf der Bezirkssportanlage etwas verbessern.“ Derzeit übernehme der Umweltbetrieb Bremen (UBB) die Pflege des Platzes.

Ausschuss favorisiert Kita

Für eine andere Nutzung müsste allerdings erst einmal der Bebauungsplan geändert werden. Im Ausschuss stellte sich außerdem die Frage, wie intensiv der Platz von Kindern aus der Nachbarschaft noch genutzt wird. Es kristallisierte sich außerdem heraus, dass die Ausschussmitglieder einem Kita-Neubau einer Wohnbebauung vorziehen würde. „Wir haben jahrelang nach Flächen gesucht für eine Kita und der Bedarf ist immer noch da“, sagte Ralf Bohr (Grüne). Hans-Peter Hölscher (SPD) ergänzte: „Eine Kita ist eine gute Idee, aber dann mit einem großen Außengelände, das am Nachmittag für alle offen stehen sollte.“

Allerdings: Beim Bau einer Kita der stadteigenen Kita-Bremen würde es zu keinem Verkaufserlös kommen, stellte Jochen Brünjes klar. Ansonsten gilt: „Wenn Sportflächen verkauft werden, ist der Erlös immer bei Sport geblieben.“ Das Sportfördergesetz bedeute nicht, dass ein Eins-zu-eins-Ersatz geschaffen werden müsse, sondern „dass wir an anderen Stellen Optimierungen vornehmen.“ Ob Wohnungsbau, Bolzplatz oder Kita – die Entscheidung liegt nun erst mal beim Beirat. „Wir werden keine Entscheidung gegen den Beirat treffen“, so Jochen Brünjes.

Eine große Lösung schwebt dem Sportamt für den ATSV Sebaldsbrück und anderen Vereinen im Bremer Osten vor. „Der Hintergrund ist, dass der ATSV immer wieder vorstellig wurde, weil die Größe seiner Anlagen nicht ausreichend ist und keine Erweiterungsflächen vorhanden sind.“ Der Sportverein nutzt den Sportplatz an der Parsevalstraße und die Halle am Sattelhof.

Zum anderen gebe es Anwohner, die sich immer wieder über den Lärm der Sportler auf dem Sportplatz an der Parsevalstraße beschwerten. „Das Ganze hat zu der Idee geführt, warum man nicht eine Sportfläche auf der Rennbahn schafft und dort eine Bezirkssportanlage mit Plätzen und einer Halle baut. Das würde einige Probleme mit einem Schlag erschlagen.“ Auf der Rennbahn hätte man außerdem die Möglichkeit zum Bau einer größeren Halle. „Das könnte für den Stadtteil ein großer Gewinn sein“, meinte Jochen Brünjes.

Neue Bezirkssportanlage im Blick

Seitens des ATSV Sebaldsbrück kam zu diesem Vorschlag kein Widerspruch – im Gegenteil. „Wir haben schon lange Zeit das Ziel, unsere Standorte zusammenzulegen“, sagte Rainer Gerber vom Vorstand. Die Trennung von Sportstätte und Vereinsheim habe zuletzt dazu geführt, dass die Pächterin ihren Vertrag gekündigt habe. „Wir sind offen für Entwicklungen“, so Rainer Gerbach. Ihm zur Seite sprang Uwe Jacobs, Vorstand beim TUS Vahr. „In der Vahr haben wir nur die Möglichkeit, in Schulsporthallen zu trainieren.“ Es gebe keine Flächen in der Vahr, die für eine Bezirkssportanlage geeignet seien. „Wenn die Entwicklung in die Richtung einer großen Halle oder sogar einer Wettkampfhalle ginge, dann wäre das sehr gut, wenn diese auch von den Vahrern genutzt werden könnte.“

Grundsätzlich werden Bezirkssportanlagen in Bremen von mehreren Vereinen genutzt. Der Flächenbedarf wäre allerdings groß: etwa fünf bis zehn Hektar. Am vergangenen Donnerstag hatten sich die SPD und Grünen in der Bürgerschaft darauf geeinigt im Falle einer Bebauung, die Hälfte der Rennbahn unbebaut zu lassen.

Heinz Hoffhenke (CDU) warnte davor, schon vor dem Volksentscheid zur Galopprennbahn am 26. Mai Pläne zu schmieden. „Es gibt noch zu viele Fragezeichen!“ Hans-Peter Hölscher dagegen sah keinen Grund, der dagegen spricht, Ideen zu entwickeln: „Ganz egal, wie der Entscheid ausgeht, es stehen Flächen zur Verfügung und da muss man mal alle Möglichkeiten durchdenken“, forderte er.

Gabriele Bredow, für die SPD als sachkundige Bürgerin im Ausschuss, sprach sich für diese große Lösung aus. „Da kommt für Sebaldsbrück eine Gesamtlösung in Frage.“ Sie könne sich vorstellen, dass die freien Flächen an der Parsevalstraße auf großes Interesse der Schulen und der Kita Zeppelinstraße stoßen würden. Ein Umzug des Sportvereins würde gleichzeitig neue Möglichkeiten für eine Erweiterung der Grundschule und Kita bedeuten.

Ganz generell prangert der CDU-Ortsverband den Zustand auf Hemelingens Sportstätten an. Die Beiratsfraktion, die auf der Ausschusssitzung von Marco Lübke, sportpolitischer Sprecher der CDU in der Bürgerschaft. unterstützt wurde, brachte einen Beschlussentwurf in die Sitzung ein, der die zuständigen Ressorts auffordert, ein Kataster aller Sportstätten Hemelingens zu erstellen. „ich denk, der Beirat sollte erst mal eine Übersicht haben, in welchem Zustand die Hallen sind, um dann entscheiden zu können, in welcher Reihenfolge die Hallen angegangen werden müssten“, fasst Marco Lübke die Motivation des Ortsverbandes zu dem Entwurf zusammen. Eine Forderung, der sich weite Teile des Ausschusses anschließen konnten. Ralf Bohr hingegen erinnerte: „Auch wenn wir eine Auflistung bekommen, regnet noch kein Geld vom Himmel.“ Beiratssprecher Uwe Jahn wies auf die hohe Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt des Sports hin. „Wenn wir etwas haben, was die Leute von der Straße holt, dann ist es der Sport.“


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Leserkommentare
peteris am 23.10.2019 11:44
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suziwolf am 23.10.2019 11:40
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