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Planungskonferenz zur Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs im Quartier / Bürger sollen mitreden
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Mit Option auf Straßenbahnanschluss

Anke Velten 21.05.2012 0 Kommentare

Heute verbinden Linienbusse Findorff mit der Innenstadt, zum Beispiel hier die Bewohner der Eickedorfer Straße. Noch bis
Heute verbinden Linienbusse Findorff mit der Innenstadt, zum Beispiel hier die Bewohner der Eickedorfer Straße. Noch bis Ende der 1960er-Jahre fuhren Straßenbahnen (historisches Bild) durch die Eickedorfer-, Hemm- und Admiralstraße zum Hauptbahnhof und ins Zentrum. Wie der Öffentliche Personennahverkehr verbessert werden kann, ist Thema einer Planungskonferenz. (Ave· Scheitz·bsag/freunde Der Bremer Strassenbahn)

Findorff. Wer in der Nähe der Hemmstraßenkreuzung wohnt, hat es als Fahrgast ziemlich bequem: Von diesem Knotenpunkt lässt es sich komfortabel in diverse Richtungen pendeln. Wer vom Bereich der Nürnberger Straße aus an den Hauptbahnhof möchte, ist mitunter zu Fuß schneller dort als mit dem Bus. Und wer abends oder am Wochenende vom Weidedamm III in Stadtrichtung startet, bekommt gar keine direkte Verbindung.

Konkrete Kritik und Verbesserungswünsche wie diese sind immer wieder Themen, die dem Findorffer Beirat vorgetragen werden. Nun soll in der öffentlichen Beiratssitzung am 31. Mai mit Vertretern der BSAG, der Verkehrsbehörde und verschiedener Fahrgastverbände diskutiert werden, wie nach Ansicht der Verantwortlichen im Stadtteil die ÖPNV-Angebote möglichst schnell verbessert werden können. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Was wünschen sich die Findorffer überhaupt selbst?

Pläne schon in der Schublade

In dieser Aussprache könnte es um wirklich weitreichende Planungen gehen. Das offenbarte BSAG-Linienplaner Martin Nussbaum kürzlich dem Findorffer Ausschuss "Bau, Umwelt und Verkehr": Die BSAG habe Pläne für eine Straßenbahn in Findorff schon "in der Schublade".

Und dass die BSAG am Donnerstag ihren Vorstandssprecher Wilfried Eisenberg nach Findorff schicken wird, sehen die Beiratspolitiker als besonderes Signal: "Wir freuen uns natürlich, dass die BSAG die Veranstaltung quasi zur Chefsache gemacht hat", sagt Bauausschuss-Mitglied Ulf Jacob. Ein Indiz möglicherweise auch dafür, dass die BSAG eine Straßenbahn in Findorff ernsthaft auf dem Plan haben könnte. Denn als technischer Vorstand hat sich Eisenberg dem "Großprojekt des Straßenbahnnetz-Ausbaus" verschrieben.

"Umweltfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit sprechen für Straßenbahnen", erklärt Stefan Bendrien, Grünen-Beiratsmitglied. Wo sich die BSAG eine Straßenbahn in Findorff vorstellen könnte und ob sich die Findorffer überhaupt wieder eine Straßenbahn wünschen, das seien noch "große Unbekannte", so Bendrien. "Auch im Beirat ist die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen." Wie konkret die BSAG-Planungen auch sein mögen, es handele sich um langfristige Pläne, glaubt Bendrien, "eine Frage von Jahren, wenn nicht Jahrzehnten." Zumal es eine Reihe von aktuellen Problemfeldern gibt. Dazu gehören nach der Agenda des Beirats die Unterversorgung im Ortsteil Münchener Straße oder im Bereich der Leipziger Straße. "Besonders für viele ältere Leute ist der Fußweg zur nächsten Haltestelle zu weit", weiß Bendrien. Der Beirat wolle daher die Verantwortlichen auch zu Chancen befragen, Quartiersbusse einzusetzen. "In Gröpelingen ist das ein sehr erfolgreiches Modell geworden", sagt der Beiratspolitiker.

"Höchste Priorität" habe auch die schlechte Erschließung des Weidedamm III: "Die Busverbindung ist auf einem Stand geblieben, als das Gebiet noch kaum besiedelt war", kritisiert Bendrien. Eine grundsätzlich direkte Anbindung an den Hauptbahnhof anstelle des Pendelbusses war eine der Voraussetzungen, unter denen der Beirat der Änderung der Buslinie 26 zugestimmt hatte. Sie bedient seit März die Haltestelle Utbremer Ring nicht mehr und wird ab Oktober nicht mehr bis in die Überseestadt fahren. Ein "Opfer" zugunsten einer neuen Buslinie vom Bahnhof in die Überseestadt, erläutert Ulf Jacob. Und das werde nicht durch den Vorschlag der BSAG kompensiert, eine direkte Verbindung an den Hauptbahnhof im Halbstunden-Takt einzurichten.

Das Besondere der Beiratssitzung ist ihre Ausweisung als "Planungskonferenz": Dieses Instrument soll dazu dienen, die Stadtteile frühzeitig in die Planungen der verschiedenen Ressorts einzuweihen und ihnen so die Möglichkeit zu einer frühzeitigen Beteiligung geben. Stefan Bendrien ist überzeugt, dass das Thema "sehr viele Menschen etwas angeht". Mit rund 25000 Einwohnern sei Findorff vergleichbar mit Städten wie Syke oder Verden. "Wir müssen auch ein zukünftiges Wohngebiet im Gestra-Quartier mitdenken", sagt der Verkehrsexperte. Als Standortfaktor sei die ÖPNV-Anbindung auch von wirtschaftlicher Relevanz. Bendrien hofft daher, dass auch die Findorffer Geschäftsleute ihre Sichtweisen vortragen. Nicht zu vergessen die wachsende Bedeutung des ÖPNV durch den demografischen Wandel und die Notwendigkeit zu umweltfreundlicherer Mobilität.

Die öffentliche Planungskonferenz zu "ÖPNV in Findorff" ist am Donnerstag, 31. Mai, 19 Uhr im Gemeindesaal der Martin-Luther-Gemeinde, Neukirchstraße 86. Infos zum Thema und historische Fotos der Findorffer Straßenbahnen sollen demnächst auf den Internet-Seiten der Initiative "Leben in Findorff" stehen : www.lebeninfindorff.de.


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...
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