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Horner Bad
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Bagger statt Schwimmspaß

Martin Ulrich 28.11.2018 0 Kommentare

Jochen Ralle, Uwe Siefke, Martina Baden, Jan Fries und Udo Janßen sahen sich auf der Baustelle Horner Bad um.
Jochen Ralle, Uwe Siefke, Martina Baden, Jan Fries und Udo Janßen sahen sich auf der Baustelle Horner Bad um. (Petra Stubbe)

Wo sich im Sommer noch Schwimmerinnen und Schwimmer tummelten, ist jetzt nur noch Ödnis. Bagger stanzen die Abdrücke ihrer Ketten in den Boden. Berge von Schutt liegen trist im grauen Novemberlicht. Große Baggerschaufeln greifen nach den verbleibenden Wänden der schon teilabgerissenen Gebäude. Mauern fallen krachend zu Boden.

Eine kleine Schar Menschen beobachtet das brutale Treiben des Abbruchs: Journalisten von Presse und Fernsehen, die Leitung der Bremer Bäder, ein Vertreter des Ortsamtes und der für die Generalplanung zuständige Architekt Udo Janßen. Er erklärt, was bisher geschah und wie es weitergehen soll. Die Bremer Bäder hatten zu einer Baustellenbegehung eingeladen. Es war kalt und windig. Die wenigsten waren mit baustellengerechten Schuhen dabei.

Verwendbares entfernt

Zunächst hatten die Bremer Bäder die Teile der technischen Einrichtungen ausgebaut, die man noch weiter verwenden kann. Der Baugrund wurde sodann mit Metalldetektoren abgesucht. Es zeigten sich verdächtige Echos. Also wurde eine Bodenschicht abgetragen, und der Kampfmittelräumdienst mit der Sondierung des Bodens beauftragt.

Nun waren Fernwärmeleitungen umzulegen. Dann begannen Abriss und Sortierung des Schutts. Dabei ging es darum, Schadstoffe zu identifizieren und gegebenenfalls auszusondern. Bis Weihnachten soll der Abriss erledigt und die Baustelle von Schutt befreit sein. Im Frühjahr 2019 sollen dann die Erdarbeiten folgen und danach geht es an den Rohbau. Zwischen Herbst und Winter 2020 soll die neue Schwimmhalle dann eröffnet werden und im Frühjahr 2021 ist auch das Freibad wieder betriebsbereit. So der Plan.

Seit mehr als 80 Jahren strömen die Bremer ins Horner Bad. In dieser Zeit wurde das Freibad permanent umgebaut und erweitert. Damals wucherte noch Schilf am matschigen Ufer und die Badegäste stiegen mit braunen Rändern um die Lippen aus dem dunklen Moorwa
Das renovierte Horner Bad wurde am 2. Juli 1933 mit einer 100m langen Bahn eröffnet und blieb zunächst in privater Hand. Das Wasser war moorig und die Ufer mit dichtem Schilf bewachsen. Trotzdem wurde es von den Hornern häufig benutzt. Von den Schwimmern
Die Entstehung des Horner Bades ist dem Gastwirt Wilhelm Hägermann zu verdanken und geht auf das Jahr 1930 zurück. Nachdem die unbefestigten Ränder des ersten Bades nach und nach verschilften, wurde das Naturbad 1933 renoviert. Trotz tatkräftiger Unterstü
Das renovierte Horner Bad wurde am 2. Juli 1933 mit einer 100m langen Bahn eröffnet und blieb zunächst in privater Hand. Das Wasser war moorig und die Ufer mit dichtem Schilf bewachsen. Trotzdem wurde es von den Hornern häufig benutzt. Von den Schwimmern
Fotostrecke: Historische Fotos: Das Horner Bad im Wandel der Zeit

Die Planung des Neubaus ist komplex, erklärt Generalplaner Udo Janßen, Architekt und geschäftsführender Gesellschafter des Büros Janßen Bär Partnerschaft. „Wir sind seit den 1960er-Jahren Spezialisten für Bäder und haben mehr als 100 unterschiedliche Architekturprojekte im Sport-, Freizeit-, Gesundheits- und Wellness-Bereich realisiert.“ Janßen Bär sind Generalplaner für das Projekt.

„Alle anderen Planer sind dann Subunternehmer von uns. Wir haben im Team einen Statiker aus Bremen, das Büro S3, wir haben das Büro Wolff und Partner für die Haustechnik, das Büro Heise plant die Elektrotechnik, die Sonderfachleute für Brandschutz sind direkt bei den Bremer Bädern angesiedelt“, fährt Janßen fort. „Dann haben wir noch den Garten- und Landschaftsarchitekten, das Büro Horeis und Blatt, sodass wir auch mit den Fachplanern sehr stark bremenlastig sind. Das ist gut, wegen der kurzen Abstimmungswege.“

Noch keine Kostensteigerungen zu erkennen

Draußen vor dem Baustellenzaun friert Eberhard Dengler von der Bürgerinitiative zur Rettung des Unibades Pro Unibad. Er hatte im WESER-KURIER gelesen, die Pressekonferenz sei öffentlich. Deshalb sei er gekommen, aber nicht auf das Baugelände gelassen worden. Das habe ihn frustriert. Deshalb wartete er draußen vor dem Bauzaun auf Pressevertreter, um ihnen seine Position erläutern zu können. Er beklagte außerdem, dass man ihm die Einsicht in Planungsunterlagen verweigert habe. „Das Sportamt verweigert die Einsicht in das bautechnische Gutachten beziehungsweise die bautechnische Zuweisung des Finanzamtes“, sagt Dengler.

Das sei zumindest merkwürdig, sagt Dengler. Denn letztendlich sei der Neubau des Hornes Bades ein öffentliches Bauvorhaben. „Da hat ein Bürger doch wohl das Recht, nachzulesen, welche Entscheidungskriterien dieser Maßnahme zugrunde liegen.“ Der Mann hat seinen Kampf gegen dieses seiner Meinung nach unvernünftige Projekt noch nicht aufgegeben.

Nach Auskunft der Planer liegt das Projekt derzeit im Plan, vorausgesetzt, der Winter wird nicht zu hart und es gibt keine unvorhergesehenen Ereignisse, die zu Verzögerungen führen. Auch finanziell sei man noch im Plan. Kostensteigerungen wie man sie von ähnlichen Projekten während der Bauphase kennt, sind noch nicht zu erkennen.

Weitere Informationen

Wer sich über den Baufortschritt und die Situation auf der Baustelle genauer informieren möchte, findet auf der Bau-Website der Bremer Bäder, http://bb-bauen.de/horner-bad

, unter anderem ein Bautagebuch.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.
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