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20 Jahre Stadtbibliothek West
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Ein ständiger Wandel im Medienangebot

Anne Gerling 17.03.2019 0 Kommentare

Das ovale Gebäude an der Ecke Lindenhofstraße/Ortstraße war seinerzeit der erste Bibliotheks-Neubau in Bremen seit 30 Jahren.
Das ovale Gebäude an der Ecke Lindenhofstraße/Ortstraße war seinerzeit der erste Bibliotheks-Neubau in Bremen seit 30 Jahren. (Scheitz)

Das ovale Gebäude, das am 7. März 1999 – knapp elf Monate nach der Grundsteinlegung – mitten im Herzen des damaligen Sanierungsgebietes Gröpelingen an der Lindenhofstraße/Ecke Ortstraße eröffnet wurde, war etwas ganz Besonderes: Es war der erste Bibliotheks-Neubau in Bremen seit 30 Jahren.

Die Gröpelinger hatten sich einen Ersatz für die Bibliothek gewünscht, die bis dahin in der Gesamtschule West (GSW) untergebracht war. Solch ein Gebäude gehöre unbedingt ins Zentrum von Gröpelingen, hatten dazu die Beiratsmitglieder einstimmig beschlossen. Allerdings ließ sich der Bau nicht wie erhofft über das Urban-Städtebauförderprogramm realisieren. Dass das neue Bibliotheksgebäude dennoch kam, hat unter anderem mit Georg Geils-Lindemann zu tun. Er ist ein Nachfahre der Familie Mattfeld, deren 1750 erbautes Bauernhaus ursprünglich auf dem heutigen Bibliotheksgrundstück stand. 1994 war das historische Gebäude abgebrannt und Geils-Lindemann hatte 1999 an seiner Stelle den Bibliotheks-Neubau finanziert – im Gegenzug mietete die Stadtgemeinde den Bau für 25 Jahre.

Bremens einst reiche Bibliothekslandschaft hatte sich in den Jahren zuvor stark gewandelt. Neun Zweigstellen von der Kohlhökerstraße bis Utbremen waren Anfang der 1990er Jahre dem Sparzwang zum Opfer gefallen. Im Jahr 1994 gab es schließlich die Idee, aus den verbliebenen 31 Filialen fünf zu machen: eine Zentrale und vier Bezirksbibliotheken. Für Gröpelingen war dabei zwischenzeitlich der Bibliotheksbus als einzige Anlaufstelle angedacht.

Parallel dazu machte deutete sich im Hinblick auf Bibliotheken ein gesellschaftlicher Wandel an. So brachte die damalige grüne Kultursenatorin Helga Trüpel die Idee ins Spiel, die Büchereien wie in Skandinavien über das bloße Medien-Angebot hinaus zu kulturellen Treffpunkten auszubauen.

Die Bibliothek als Anlaufstelle für die Bürger: wie so etwas aussehen kann, das lässt sich am Beispiel Gröpelingen gut erklären. Dort geht es nämlich längst nicht mehr ausschließlich um die Ausleihe von Büchern und Filmen, sondern immer mehr um das soziale Miteinander: Es gibt Konzerte und Lesungen auf dem „Grünen Sofa“ und beim großen internationalen Erzählfestival „Feuerspuren“ haben pro Set bis zu 200 Gäste Platz. Seit Mitte vorigen Jahres ist regelmäßig die Verbraucherberatung vor Ort und vor eineinhalb Jahren ist auf Initiative von Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) der Bürgerinformationsservice als Schnittstelle zwischen Bürgern und Behörde in der Bibliothek gestartet. Seit mehr als zwei Jahren lädt außerdem der Malteser Hilfsdienst immer montagnachmittags Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in „Das Café“ im Foyer der Bibliothek ein und ab April hilft die Stelle „Ankommen im Quartier“ beim Ausfüllen von Anträgen.

Natürlich spielen Bücher noch immer eine wichtige Rolle, etwa bei der Leseförderung. Ein Großteil der 32 000 Medien im Haus sind Printmedien. Doch das Medienverhalten verändert sich und so müssen immer wieder neue und andere Medien angeschafft werden. Bibliotheksleiter Andreas Gebauer zufolge haben dabei schon zwei bis drei Generationswechsel stattgefunden: „Als wir 1999 anfingen, hatten wir noch Videokassetten und Kinderhörspiel-Kassetten. Das wurde ungefähr fünf Jahre später abgelöst durch die CD, DVD und Blue-Ray-Disk. Jetzt sind wir kurz davor, dass auch diese Epoche abgeschlossen ist und wir eigentlich überwiegend über Streaming-Dienste die Menschen bedienen können, was Filme oder Musik angeht.“ Für Andreas Gebauer und sein Team bedeutet dies: „Wir müssen uns ständig weiterbilden.“


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Leserkommentare
IhrenNamen am 23.10.2019 20:54
Wie viel Papier man wohl sparen würde wenn man den Papieratlas einfach weglassen würde.
Hobbylandwirt am 23.10.2019 20:43
Peteris: "Und beschleunigen damit den von Menschen gemachten Klimawandel!"

Sie haben hoffentlich ein Elektroauto und keinen ...
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