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Findorff: Bündnis will gegen kostenloses Parken vorgehen

Anke Velten 09.05.2019 16 Kommentare

Anwohner ärgern sich über Autos, die auf den Bürgersteigen geparkt werden (hier in der Brandtstraße). Ein neues Findorffer Bündnis fordert Konsequenzen.
Anwohner ärgern sich über Autos, die auf den Bürgersteigen geparkt werden (hier in der Brandtstraße). Ein neues Findorffer Bündnis fordert Konsequenzen. (Roland Scheitz)

Ein neues Bündnis, das sich jetzt dem Findorffer Beirat vorstellte, will mit dem kostenlosen Parken im Ortsteil Bürgerweide aufräumen. Nach Ansicht der Bündnispartner könnten das Bewohnerparken sowie eine konsequent kontrollierte Parkraumbewirtschaftung die zentralen Bausteine sein, um den Druck aus den Wohnstraßen zu nehmen. Doch im Stadtteilparlament mochte man sich den Forderungen nicht spontan anschließen. Zurzeit ist ein ressort- und stadtteilübergreifender Arbeitskreis auf der Suche nach Lösungen.

Die Problematik in den Wohnstraßen, die an die Bürgerweide angrenzen, wurde schon häufig geschildert: Nicht nur zu Freimarkt- und Osterwiesenzeiten, sondern auch bei vielen anderen Veranstaltungen auf der Bürgerweide ziehen Autokarawanen auf der Suche nach kostenlosen Parkplätzen durch die engen Wohnstraßen. Ohnehin schon schmale Gehwege werden rücksichtslos zugeparkt. Fußgänger können sich mitunter nur mit Mühe ihren Weg bahnen und Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen überhaupt nicht. Sie müssen oft auf die Fahrbahn ausweichen.

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Sicherheitsrisiko im Notfall

In den Straßen, die häufig bis über den letzten zulässigen legalen Winkel hinaus zugestellt werden, könnte es sich als massives Sicherheitsrisiko herausstellen, wenn im Notfall Rettungsfahrzeuge notgedrungen zum Stehen kommen. Die Verkehrssituation im Umfeld der Bürgerweide beschäftigt die Findorffer Stadtteilpolitik seit Jahren – und die Nachbarschaft sowieso.

Gegründet wurde das „Mobilitätswendebündnis Findorff“ von Vertretern der Initiative „Leben in Findorff“ sowie der „Bürgerinitiative Bürgerweide“, die sich vor Monaten aus einem Kreis von Anwohnern bildete. Unterstützt werden die Findorffer von gleichgesinnten Partnern, namentlich den Bremer Regionalverbänden des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), dem Verein Fuß e. V. sowie dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Als „Bremer Bündnis für die Verkehrswende“ betrachten sie die Parkraumbewirtschaftung als „Schlüssel zur lebenswerten Stadt“ und setzen sich für flächendeckendes Bewohnerparken ein. In dem Papier, mit dem das Viererbündnis Anfang des vergangenen Jahres an die Öffentlichkeit ging, heißt es, dass der Parkflut nur begegnet werden könne, wenn Parken im öffentlichen Raum grundsätzlich kostenpflichtig würde.

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Maßnahmenkatalog soll geprüft werden

Das „Mobilitätswendebündnis Findorff“ würde mit der Einführung kostenpflichtigen Bewohnerparkens im gesamten Ortsteil Findorff-Bürgerweide am liebsten schon zum 1. Januar 2020 beginnen, erklärte Sprecher Sven Punke. Dieses Quartier eigne sich besonders gut, weil problemlos auf der Bürgerweide und in der Messe-Hochgarage geparkt werden könne, heißt es in dem Maßnahmenkatalog, der dem Beirat zum Beschluss vorgelegt wurde. Außerdem setzt sich das Bündnis für „hundertprozentiges Parkraummanagement“ ein. Damit das Wohngebiet nicht mehr von auswärtigen Fahrzeugen zugestellt wird, sollen die legalen Parkplätze deutlich markiert und Parkverstöße konsequent geahndet werden. Dabei wünschten sich die Anwohner eine Gleichbehandlung der Straßenabschnitte, betonte Bettina Rabe, eine der Initiatorinnen der „Bürgerinitiative Bürgerweide“.

Die Bewohner der Straßen, in denen es durch beidseitiges Parken besonders eng ist, fühlten sich benachteiligt gegenüber denjenigen Straßen, in denen nur auf einer Seite geparkt werden darf. Dies führe zu Unstimmigkeiten – zuweilen sogar zum Nachbarschaftskrieg, so die Findorfferin. Bei einer allgemeinen Einführung einseitigen Parkens könnten die freigesetzten Straßenabschnitte für alternative Mobilitätsangebote wie Fahrradständer, Car-Sharing-Stationen und den Verleih von Lasten- und Elektrorädern genutzt werden.

Im Beirat wurden die Vorschläge mit unterschiedlicher Begeisterung angenommen. Grünen-Mitglied Ulf Jacob, gleichzeitig Gründer der Initiative „Leben in Findorff”, schlug vor, den Maßnahmenkatalog ernsthaft zu prüfen. Er lobte: „Ein Modell, das zu Findorff passt.” Auch seine Fraktionskollegin Anja Wohlers hält das Konzept für einen „sehr guten Vorschlag“ und sieht darin einen Arbeitsauftrag für den Beirat der nächsten Legislaturperiode. Kritisiert wurde seitens der anderen Fraktionen, dass das „von oben“ angeordnete Bewohnerparken dem Bremer Prinzip der Bürgerbeteiligung widerspreche. August Kötter (CDU) erinnerte daran, dass vor mehr als 20 Jahren eine Einführung von der Nachbarschaft mehrheitlich abgelehnt worden war.

Ortsamtsleiterin Ulrike Pala wies darauf hin, dass sich derzeit ein Arbeitskreis mit einem Verkehrskonzept für die Bürgerweide beschäftige. Beteiligt sind unter anderem ­Vertreter aus mehreren Senatsressorts, von Bremer Straßenbahn AG, Bürgerpark und aus dem Stadtteil. Auch Beiratssprecherin Gönül Bredehorst bittet um Geduld: „Der Beirat möchte zunächst ein unabhängiges Verkehrsgutachten abwarten. Erste Ergebnisse werden im Rahmen der nächsten Bauausschusssitzung am 15. Mai erwartet.“


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
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