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Wohnen in Nachbarschaften
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Im Westen bleibt der Bedarf hoch

Anne Gerling 19.09.2019 0 Kommentare

Rita Sänze, die sich seit 2005 als Quartiersmanagerin in Gröpelingen um das Städteförderprogramm „Wohnen in Nachbarschaften“ (Win) kümmert, kann sich noch gut an die Übersichtskarte zu den 14 Fördergebieten in Bremen erinnern, die kürzlich bei einem Treffen präsentiert wurde. Gröpelingen sei darin als ein dicker roter Punkt deutlich zu sehen gewesen, erzählt sie: „Zum Win-Gebiet Gröpelingen gehören drei Ortsteile mit mehr als 28 200 Einwohnern, nämlich Ohlenhof, Lindenhof und Gröpelingen. So ein flächendeckendes Gebiet, das ist schon eine Besonderheit. Woanders hat man zum Beispiel ein einzelnes Wohngebiet oder eine Straße.“

Wo die Probleme in Gröpelingen besonders groß sind, zeigt der nun veröffentlichte Win-Evaluationsbericht: Der Anteil von Vorschulkindern mit Sprachförderbedarf ist mit 66,8 Prozent bremenweit am höchsten, und auch die Dichte von Sozialwohnungen (42 je 1000 Einwohner) sticht hervor. Den Gutachtern zufolge zeigen sich in Gröpelingen nach wie vor die höchsten sozialen Belastungen, der gesellschaftliche Zusammenhalt ist eher im unteren Mittelfeld angesiedelt. Am nötigsten brauche es eine soziale Infrastruktur sowie Unterstützung in den Bereichen Bildung und Integration, sagt Sänze: „Und den Bereich Umweltbildung finde ich auch wichtig.“

Die aktuelle Förderperiode läuft zum Jahresende aus. Dass nun empfohlen wird, das Programm fortzuführen und konzeptionell weiterzuentwickeln, freut Rita Sänze sehr. Zumal der Betrag für Gröpelingen, das bislang die Basisförderung in Höhe von 100 Prozent – also 150 000 Euro pro Jahr – erhalten hat, zukünftig noch höher ausfallen soll: Als einziger Stadtteil in Bremen werde Gröpelingen 150 Prozent bekommen, erzählt Sänze: „Das Gebiet ist einfach so auffällig, dass das Budget um die Hälfte aufgestockt wird.“

Geld bewusst einsetzen

Das zusätzliche Geld soll sehr bewusst eingesetzt werden, unterstreicht Sänze: „Was damit passiert, will ich nicht festlegen – und auch nicht warten, welche Anträge kommen. Es wird dazu so etwas wie eine Strategie-Tagung geben, wo auch der Beirat und das Ortsamt einbezogen werden.“ Sie wünsche sich ausdrücklich eine breite öffentliche Diskussion, so Sänze: „Da soll es darum gehen, wo wir mit dem Programm hin wollen. Ein Schwerpunkt kann zum Beispiel Bildung sein oder das Thema Nachbarschaften – schließlich gibt es im Stadtteil auch großen Zuzug.“

Die höchsten Win-Zuschüsse haben im Fördergebiet Gröpelingen von 2010 bis 2018 fünf Träger – die Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (WaBeQ), Kultur vor Ort, der Verein Nachbarschaftshaus Bremen, die Comeback GmbH und der Turn- und Rasensportverein (Tura) – erhalten.

Die größten Summen flossen dabei im Jahr 2018 in soziale Infrastruktur wie den Bewohnertreff Rostocker Straße (29 854 Euro), der als offenes Haus den Bewohnern der benachbarten Wohnanlage offensteht, sowie in den Kunstkiosk von Kultur vor Ort an der Bromberger Straße (16 240 Euro), den Quartierstreff Mosaik am Liegnitzplatz (11 410 Euro) und den Frauentreff Stuhmer Straße (10 363 Euro). Diese Projekte seien besonders wichtig, unterstreicht Sänze, denn „dort kommt man an die Leute ran. Ich kann das als Quartiersmanagerin bei drei Ortsteilen nicht allein machen. Das geht nur, wenn man mitten drin ist.“ Auch bei Veranstaltungen wie dem für Sonntag in der Rostocker Straße geplanten Herbstfest komme man gut miteinander ins Gespräch.

In Oslebshausen koordiniert seit fünf Jahren Quartiersmanagerin Renate Dwerlkotte die Win-Maßnahmen und Projekte. „Wir haben uns für dieses Jahr entschieden, mit dem Schwerpunkt Gesundheit, Bewegung, Ernährung was zu machen. Grundschulen, Freizis, Schulen, Kitas – alle sind in diesem Beritt unterwegs und da sehen wir auch für das nächste Jahr großen Bedarf“, erzählt sie. Was sie an dem nun veröffentlichten Evaluationsbericht positiv überrascht hat: „Die Mietsteigerung in Wohlers Eichen beträgt 4,9 Prozent. Das ist überhaupt kein Vergleich zu Gesamt-Bremen, wo es mehr als 30 Prozent sind. So gesehen, steht Wohlers Eichen gut da.“

Große Veränderungen hat es in Oslebshausen in der Trägerstruktur gegeben: Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA), der von 2010 bis 2018 die höchsten Zuschüsse aus dem Win-Programm erhalten hatte, unterhält aktuell kein Angebot mehr im Gebiet. Martin Rohde, der vor etwa 13 Jahren beim TOA mit Unterstützung der Gagfah als aufsuchender Konfliktberater in Wohlers Eichen angefangen hatte, ist mittlerweile in offiziellem Auftrag der Vonovia und mit veränderter Funktion in der Wohnanlage unterwegs.

Die TOA-Schlichtungsstelle in Wohlers Eichen ist seit vorigem Herbst geschlossen. Dwerlkotte will aber zukünftige TOA-Aktivitäten im Gebiet nicht ausschließen:
„Die Win-Mittel sind jetzt noch einmal unterfüttert worden und es wird einen Topf geben, in den unsere ‚Dauerbrenner‘-Angebote
rein genommen und verstetigt werden
können.“


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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