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Jugendförderung
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Skatepark ist wieder der große Verlierer

Anne Gerling 09.04.2018 0 Kommentare

WES Überseestadt Am Winterhafen Sportgarten Container Sportgeräte
Nur stundenweise im Skatepark: Betreuer Arne Kattert vom Sportgarten. (Roland Scheitz)

Walle. Die Bewilligungsbescheide sind raus und die Mittel im Bereich Jugendförderung somit vergeben: Das hat Anja Blumenberg, Referatsleiterin des Fachdienstes Junge Menschen in Walle beim Amt für Soziale Dienste, nun im Fachausschuss „Soziales, Kinder, Jugend, Senioren, Zweiter Arbeitsmarkt und Migration“ des Waller Beirats mitgeteilt. Die gute Nachricht dabei: Das Budget ist gewachsen; in diesem Jahr stehen somit 421 000 Euro für Einrichtungen und Projekte im Bereich Jugendarbeit zur Verfügung. Voriges Jahr waren es 404 000 Euro und im Jahr 2016 betrug das Budget 368 000 Euro. „Wir haben also durchaus einen Zuwachs.“ Dieser hätte eigentlich sogar noch höher ausfallen müssen, wie Brigitte Grziwa-Pohlmann (SPD) anmerkt – 2016 nämlich hatte Bremen beschlossen, die Budgets für die Offene Kinder- und Jugendarbeit schrittweise zu erhöhen.

Erhöhung geringer als erwartet

WES Überseestadt Am Winterhafen Sportgarten Container Sportgeräte
WES Überseestadt Am Winterhafen Sportgarten Container Sportgeräte (Roland Scheitz)

Tatsächlich könnten die einzelnen Stadtteile erst dann mehr bekommen, wenn der Gesamtetat erhöht worden ist, sagt dazu Anja Blumenberg. Ganz besonders trifft dies den neuen Skatepark, denn der größte Teil der Fördergelder wird wieder für drei Einrichtungen benötigt, die traditionell mit Mitteln aus der Jugendförderung aufrechterhalten werden: Gut 208 000 Euro bekommt das Freizi Walle, ins Freizi Haferkamp fließen 72 000 Euro und das Spielhaus Ratzeburger Straße erhält 88 000 Euro. Dabei fließen diese Summen nicht ausschließlich ins pädagogische Programm, wie Blumenberg bedauert: „Auch Heizkosten, Geld für Telefonanlagen und Baumschnitt zahlt die Jugendförderung.“

Auf bessere „pädagogische Beine“ soll dabei der vom Spielhaus Ratzeburger Straße betreute Container auf dem Quartiersplatz bei der Schule am Pulverberg gestellt werden. „Dieses Angebot wird sehr gut frequentiert. Denn hier sind die Jugendlichen draußen und können dort vorbeigehen, es ist aber etwas unverbindlicher“, sagt Blumenberg. Bislang sind 10 000 beziehungsweise 12 000 Euro jährlich in dieses Projekt geflossen; für 2018 soll es nun fast 28 000 Euro geben, um dort auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung pädagogisch geschulte Kräfte auch am Wochenende einsetzen zu können.

WES Überseestadt Am Winterhafen Sportgarten Container Sportgeräte
WES Überseestadt Am Winterhafen Sportgarten Container Sportgeräte (Roland Scheitz)

Rund 20 000 Euro teilen sich das von Jugendlichen für Jugendliche an sechs Tagen pro Woche geöffnete Netcafé der Wilhadi-Gemeinde, die Initiative „Ran an die Zukunft“ (Raz), die offene Hausaufgabenhilfe der Immanuel-Gemeinde, das vom Schulverein Waller Ring initiierte Aggressions-Interventions-Training für Achtklässler und die Kindergruppe Wildniszwerge beim Waller Umweltpädagogik Projekt (WUPP). Mit rund 2000 Euro werden außerdem Ferienprogramm-Angebote verschiedener Träger unterstützt.

Großer Verlierer der diesjährigen Mittelvergabe ist – wieder einmal – die Skateanlage in der Überseestadt: Rund 60 000 Euro hat der Verein Sportgarten beantragt, um dort regelmäßig Pädagogen einsetzen zu können. „Die Verabredung ist, dass wir den Bedarf anerkennen, aber die Summe von 20 000 Euro bei der Vergabe nicht überschreiten“, so Blumenberg. Die Restsumme müsse vielmehr zentral eingefordert werden. Auch der Waller Beirat bemüht sich bekanntlich seit Längerem darum, für den Skatepark in der Überseestadt über eine stadtzentrale Förderung zusätzliche Mittel zu bekommen. Schließlich soll die Anlage, auf der es inzwischen auch Flächen für Ballsportarten und Parkour gibt, ein „Schlüsselprojekt“ für die Entwicklung des Bremer Westens sein und ist tatsächlich bei vielen jungen Bremern beliebt. Da mit der Anlage 2014 ein ganz neues Angebot zu den vorhandenen Angeboten dazugekommen sei, dürften dafür auch nicht anderswo Mittel abgezwackt werden, unterstreichen die Waller Ortspolitiker dazu.

Bislang allerdings waren sämtliche Bemühungen in Richtung „Zentralbonus für gesamtstädtische sportbezogene Angebote“ vergebens. Und auch im Doppelhaushalt 2018/19 ist kein Posten für die Förderung von bestimmten Angeboten vorgesehen, die von Jugendlichen aus der ganzen Stadt genutzt werden.

Die Folgen sind dramatisch. „Wir wollten, dass ganzjährig jemand da ist, der zum Beispiel Kontakt zu den Schulen, Jugendeinrichtungen, Übergangswohnheimen, Jugendbeirat und anderen Einrichtungen hält. Es ist wichtig, dass regelmäßig jemand da ist, Jugendliche brauchen verlässliche Ansprechpartner. Einrichtungen dieser Art sind personell besetzt und auch für die Eltern ist es ganz wichtig, dass dort jemand vor Ort ist“, sagt Ulli Barde vom Sportgarten. Mit festem Personal wäre es unter anderem möglich, Veranstaltungen wie Fußballturniere, Basketballworkshops oder auch Parkour-Training anbieten zu können. Daraus werde nun allerdings vorerst nichts. Das sei frustrierend, nachdem es großen Spaß gemacht habe, die Anlage gemeinsam mit den Jugendlichen zu planen und zu entwickeln, sagt Ulli Barde: „Der Schwung geht verloren. Was wir jetzt haben, ist ein Notprogramm und nicht aktive Jugendarbeit.“ So könnten zwar ab und zu noch kleinere Highlights wie zum Beispiel mit dem Sportfest „Überseespiele“ gesetzt werden – für mehr reiche es aber nicht. Auch beim diesjährigen Stadtteilfest werde der Sportgarten nicht dabei sein: „Wir schaffen es nicht.“

Von April bis Oktober ist dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags zwischen 15 und 19 Uhr eine pädagogische Fachkraft auf der Anlage, eine Betreuung sonntagsvormittags ist angedacht.


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Leserkommentare
alterwaller am 18.10.2019 20:26
Eine "ich-bin-dagegen-Initiative" nach der anderen. Bremen ist zwar meine Heimatstadt aber inzwischen bin ich froh mich vor ca. 6 Jahren vom Acker ...
Posaune am 18.10.2019 20:16
Aus Luftschlössern werden keine Lustschlösser entstehen weil sich Luft und Lust nicht sonderlich verstehen ;-).

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