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Passanten machen Nutzungsvorschläge / Auch „Speakers’ Corner“ und Aussichtsturm werden genannt
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Bürgerpark soll ruhig und friedlich bleiben

Christian Hasemann 21.07.2013 0 Kommentare

Ein echter Hingucker – die Plakate der Aktion
Ein echter Hingucker – die Plakate der Aktion "Bau dir deinen Park".

Bürgerpark. Einen Versammlungsplatz "Speakers‘ Corner" (übersetzt: Ecke der Redner) wie im Londoner Hyde Park oder Aussichtstürme über den Wipfeln der Bäume: So weit wird es im Bürgerpark vermutlich nicht kommen. Das waren nur zwei von etlichen – vielleicht nicht ganz ernst gemeinten – Vorschlägen, die im Bürgerpark gesammelt wurden. Das "Brennerei next generation lab" der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) hatte in Zusammenarbeit mit dem Bürgerparkverein sein Büro an die Melchersbrücke verlegt. Unter dem Motto "Bau dir deinen Park" wurden dort Nutzer der größten Bremer Parkanlage nach ihren Ideen und Wünschen befragt.

In der Londoner "Speakers’ Corner" werden in einer Ecke des Hyde Parks teilweise wirre Reden geschwungen. An einem Rednermangel dürfte es in Bremen nicht scheitern, aber viele Besucher des Parks würden wohl ein Veto gegen solch eine Möglichkeit einlegen. Denn auch dies ist festzustellen: Viele der befragten Menschen wollen am liebsten, dass der Park so ruhig und friedlich bleibt, wie er ist.

Mit Schreibmaschinen konnten auch Werner Lankenau und Dagmar Larisch aus der Bahnhofsvorstadt ihre Ideen zu Papier bringen und anschließend an eine Stellwand anheften. Die beiden waren mit Nordic-Walking-Stöcken unterwegs. "Wir nutzen den Park vor allem für den Sport", so Werner Lankenau, "eigentlich gibt es hier genug." Aber etwas ist ihnen aufgefallen: "Es sind zwar genug Spielplätze hier, aber trotzdem sind recht wenige Kinder im Park." Ansonsten würden sie besonders das Konzert am Holler-See genießen. "Shakespeare im Park finden wir auch ganz toll, nur würden wir uns da mehr Sitzmöglichkeiten wünschen." Sehr gut finden sie, dass sie überhaupt als Nutzer des Parks nach ihrer Meinung gefragt wurden.

Eine Oase mitten in der Stadt

Gertrud Schumpp aus dem Gete-Viertel möchte am liebsten, dass alles bleibt, wie es ist. "Ich bin jeden Tag im Bürgerpark unterwegs. Er ist unheimlich schön, das beste Stück an Bremen, eine Oase in der Stadt." Nur wenige Städte könnten die Kombination aus Park, Stadtwald und Uni-See bieten, glaubt sie. "Was ich hier nicht will, ist Bespaßung. Der Park hat Natur ohne Ende." Den Vorschlag nach mehr Freilaufflächen für Hunde lehnt sie ab. "Es gibt einen großen Hundeparcours im Stadtwald, da müssen hier nicht auch noch Hunde frei herumlaufen", meint Gertrud Schumpp.

Extra in den Bürgerpark sind Jens Groth aus Horn und Benjamin Buck aus dem Steintor gekommen. Sie hatten in der Zeitung von der Aktion "Bau dir deinen Park" gelesen. "Ich finde den Park unheimlich schön, aber ich glaube, dass ich noch etwas brauche, um häufiger herzukommen", erklärte Benjamin Buck. Und so malten und schrieben sie einige Vorschläge an die Stellwände.

"Mir fehlen zum Beispiel mehr Möglichkeiten, mit meinem Hund ohne Leine spazierengehen zu können", sagte Benjamin Buck. Auch mehr Plätze für Ballspiele würde er begrüßen. Jens Groth: "Mehr Spielmöglichkeiten, wo man zum Beispiel die Sportart Lacrosse ausprobieren kann, oder eine Speakers’ Corner und Grillplätze kann ich mir vorstellen."

Auch einen Verleih für Modellboote, wie es im Central Park möglich sei, halte er für wünschenswert. "Das hätte etwas Weltstädtisches." Eine konsumorientierte Bespaßung soll es dann aber doch nicht sein. "Es muss schon ein gesunder Mix sein", schränkt Jens Groth ein. "Betriebsamkeit könnte neben anderen Aktivitäten laufen." Auch Benjamin Buck meint: "Manche wollen natürlich keine Veränderungen, aber ich denke, der Park könnte mehr genutzt werden." Weitere Vorschläge, die entlang des offenen Büros mit seinen auffälligen orangefarbenen Ideensprechblasen auf der Wiese gemacht wurden, lauteten: "Ein Shuttle-Service für Touristen von der Innenstadt in den Bürgerpark", "Spielplätze für Erwachsene", "Ein Aussichtsturm", aber auch "Ich bin gegen jedes Entertainment" und "So wie es ist, soll es bleiben!" war zu lesen.

Ein Interessenausgleich wird demnach schwer. Aber die Stipendiaten des "Brennerei next generation lab" der Wirtschaftsförderung Bremen haben noch etwas Zeit, die Ideen zu sammeln und weiterzuentwickeln. Im September werden die Ergebnisse der Ideenwerkstatt in einer Ausstellung vorgestellt.

Die "Brennerei next generation lab" startet die nächste Aktion im Bürgerpark zum Thema "Natur" am Freitag, 26. Juli, von 15 bis 20.30 Uhr an der Melchersbrücke. Weitere Informationen im Internet unter www.brennerei-lab.de.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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