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Hubtor in Lemwerder schließt nicht richtig
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Erste Sturmflut der Saison ist überstanden

Barbara Wenke 22.10.2014 0 Kommentare

Hochwasser in Bremen-Nord
Bei der ersten Sturmflut in diesem Herbst ist das Wasser in der Weser rund zweieinhalb Meter höher aufgelaufen als das mittlere Hochwasser. Ein nach Angaben von Cord Hartjen ungewöhnlich hoher Wasserstand für Ende Oktober. (Christian Kosak)

Gegen Mittag zeigte sich das Wetter in der Wesermarsch und Bremen-Nord am Mittwoch ungemütlich. Mit dem Regen einher ging eine Sturmflut, die das Wasser in der Weser rund zweieinhalb Meter höher auflaufen ließ als das mittlere Hochwasser. Für Pendler hatte die Sturmflut zur Folge, dass sie entweder eine Zeit lang in Stedingen oder Bremen-Nord verweilen oder einen Umweg durch den Wesertunnel beziehungsweise über die Weserbrücken in Bremen nehmen mussten.

Um Punkt zwölf Uhr stellten die Fähren Bremen-Stedingen ihren Betrieb zwischen den Anlegestellen in Lemwerder und Vegesack ein. Rund 40 Minuten später hieß es auch an den beiden weiter nördlich gelegenen Fährstellen: Nichts geht mehr. Die letzten Fahrzeuge hatten schon steil nach oben auf die Schiffe hinauffahren müssen. Als sich der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der I. Oldenburgische Deichband entschieden, ihre Deichscharte zu schließen, mussten auch die Fähren ihren Betrieb einstellen.

Hochwasser in Bremen-Nord
Letzte Fahrt: Kurz danach stellen die Fähren ihren Betrieb wegen des Hochwassers ein. (Christian Kosak)

Hubtor bereitet Probleme

In Lemwerder bereitete das Hubtor dem NLWKN einige Probleme. Seine Dichtungen hielten nicht so dicht wie sie sollten und ließen Weserwasser durchsickern. Gemeinsam mit den Pumpen der umgehend zu Hilfe gerufenen Ortsfeuerwehr Lemwerder und der benachbarten Werft Abeking & Rasmussen war die Situation aber bereits nach fünf Minuten wieder bereinigt, sagte Betriebshofleiter Sven Niehus.

Die vom Betriebshof zusätzlich getroffenen Vorsichtsmaßnahmen mussten nicht mehr greifen. Drei Mitarbeiter hatten bereits eine Hälfte des Deichscharts an der Flughafenstraße errichtet. Die Straßenmeisterei baute zudem das Ständerwerk im Schart des Hauptdeiches auf. „Den letzten Schritt zu einer Vollsperrung mussten wir aber nicht mehr machen“, zog Niehus Bilanz. Der Betriebshofleiter sah den ersten Sturmfluteinsatz der Saison als gute Vorbereitung für die kommenden Einsätze an.

Der Vorsteher des I. Oldenburgischen Deichbands konnte die Sturmflut gestern relativ entspannt verfolgen. „Die vorausgesagte Höhe von zwei bis zweieinhalb Meter über dem mittleren Hochwasser stellt kein Risiko dar“, zeigte sich Cord Hartjen überzeugt. „Auch nicht für die Deichbaustellen.“ Dennoch weiß Hartjen, dass der Deich in Lemwerder zwischen Außendeichsiedlung und Schart noch nicht so weit gediehen ist, wie er zu diesem Zeitpunkt eigentlich sein sollte. So wird die in Höhe des Lürssen-Parkplatzes geplante Trift vermutlich bis zum kommenden Jahr auf sich warten lassen. „Wir sitzen am Montag zusammen und werden das entscheiden.“

An den vergangenen beiden Tagen standen die Bagger auf dem Deich in Lemwerder still. Hartjen: „Wir können den Kleiboden bei dem Wetter nicht bearbeiten.“ Er sei sich aber sicher, dass der neu modellierte Erdwall auch den weiteren Sturmfluten des Winters standhalten werde.

„Das ist bei jeder Deichbaustelle das Gleiche“, weiß Hartjen. „Die ersten beiden Jahre ist die Grasschicht noch nicht richtig verwurzelt.“ Die ersten zarten Hälmchen vermögen den Deich noch nicht zu halten. Sollte die Weser sich in der jetzt beginnenden Sturmflutsaison weiter aus ihrem Bett herauswagen als am Mittwoch, sei der Deichband aber vorbereitet, versichert Hartjen. „Dann würden wir Leute vor Ort haben und möglicherweise Sandsäcke zu den entsprechenden Stellen bringen.“

Gestern Mittag sahen aber weder der Vorsteher des I. Oldenburgischen Deichbands noch die mit der Deicherneuerung beauftragten Firmen einen Grund, ihre Mitarbeiter in Bereitschaft zu versetzen. Einen besonderen Stellenwert maß Hartjen dieser Sturmflut dennoch bei: „Zwei bis zweieinhalb Meter über dem mittleren Hochwasser, das ist für Ende Oktober ein Rekord.“ Er könne sich nicht erinnern, je so hohe Wasserwerte für den Oktober vorausgesagt bekommen zu haben.

Ärger bereitete die Sturmflut indes einigen Autofahrern, die ihre Fahrzeuge nicht in Sicherheit gebracht hatten. Auf der Juliusplate und in Motzen mussten mehr als zehn Autos abgeschleppt werden. In Vegesack schleppte die Polizei einen Wagen aus der Rohrstraße und einen Roller von der Vegesacker Promenade ab.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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