Initiativen und Ehrenamtliche informieren und unterhalten beim Schlossi-Fest

Stadtteilhelden sind sie alle

Sebaldsbrück. Immer mehr, immer weiter – das Schlossi-Fest, veranstaltet vom Freundeskreis Schlossparkbad, ist eine Demonstration des Engagements. Mittags muss das Rondell der Aussteller gelegentlich gegen Windböen bestehen, es riecht nach Würstchen und Kaffee.
15.06.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Edwin Platt
Stadtteilhelden sind sie alle

Funkenmariechen Anne vom Karnevalsverein Rot-Weiß zeigt beim Fest am Schlossparkbad in Sebaldsbrück akrobatische Einlagen.

Edwin Platt

Immer mehr, immer weiter – das Schlossi-Fest, veranstaltet vom Freundeskreis Schlossparkbad, ist eine Demonstration des Engagements. Mittags muss das Rondell der Aussteller gelegentlich gegen Windböen bestehen, es riecht nach Würstchen und Kaffee. Beats hämmern über den Platz. Nichts Besonderes also hier beim Schlossi-Fest?

Ullrich Höft, Leiter des Hemelinger Ortsamts, begrüßt die Gäste und erinnert an die Bewohnerinitiative, die einst das Freibad vor dem Aus rettete. Heinz Hoffhenke, durch viele Aktivitäten bekannt im Stadtteil und Vertreter des Freundeskreises Schlossparkbad, weist auf das Bühnenprogramm und seine Höhepunkte hin. Dann zieht DJ Marcus die Regler wieder hoch, bis Funkenmariechen Anne vom Karnevalsverein Rot-Weiß ihre akrobatische Tanznummer auf dem Steinpflaster zeigt.

Der ATSV (Allgemeiner Turn- und Sportverein) Sebaldsbrück informiert über seine Ferienprogramme im Turnbereich. Freizeiten für Acht- bis 14-Jährige bietet auch der NABU (Naturschutzbund) an. Der ASB sucht Unternehmen, die Produkte der Behinderten aus der Elisabeth-Selbert-Straße 4 vertreiben. Die „Buche“, ehrenamtlich geführte Bibliothek im Stadtteil, weist auf ihre Initiative hin, die immer am Donnerstagnachmittag (15 bis 18 Uhr) ein Angebot an Urlaubslektüre für einen Euro bietet.

Die Geschichtswerkstatt Sebaldsbrück lädt dazu ein, sich mit dem jüngst vertorbenen „Hansi Last, der Junge aus Sebaldsbrück“ zu beschäftigen. Außerdem bietet sie Bunkerwanderungen an, für die die Interessengemeinschaft einen ehemaligen Bunkerwart dafür gewinnen konnte, über seine Erlebnisse im Bunker an der Hemelinger Bahnhofstraße zu berichten. Weitere Geschichten im Bunker basieren auf Zeugenerzählungen, wie die vom Hausmeister Krause, der in die Partei eintrat, weil er sonst seine Arbeit verloren hätte.

Beim Stadteilmarketing, das Hemelingen, Sebaldsbrück, Hastedt und Arbergen vertritt, gibt es Hemelinger Vielfalt, also Rhabarber-Orangen-Minze-Gelee gegen eine Spende ins Sparschwein. Außerdem wird dazu aufgerufen, verdiente Ehrenamtliche zu ehren: „Einer für alle, nominiert eure Stadtteilhelden“. Die Elterninitiative Philipp-Scheidemann-Straße wirbt und informiert über ihr Sommerfest am 4. Juli.

Damit ist fast das halbe Rondell der Stände passiert und es ist deutlich: Im Stadtteil ist jede Menge los. Viele Menschen engagieren sich mit hohem freiwilligem Einsatz, mit Freude, langjährig und ohne den Blick auf Gewinn, aber zur Freude ihrer Mitmenschen.

„Ich sag’s“ steht auf der Rückseite des roten Shirts von Kathrin Gagel. Es ist ein Shirt der Bremer Bäder, und Kathrin Gagel arbeitet eigentlich im Hallenbad in Tenever, doch heute hilft sie beim Schlossparkbad, denn der Eintritt ist zur Feier des Tages für Kinder auf zwei Euro reduziert und das Wasser hat schon eine Badetemperatur von 22 Grad. Das liegt an der Absorberanlage, die auf dem Dach des Freibades installiert ist. „Bei 25 Grad schalten wir sie ab“, erklärt Marco Hake, der Badleiter. Lediglich eine kleine Umwälzpumpe verbraucht Strom, wenn das Beckenwasser durch die Anlage fließt, um durch Sonnenkraft erwärmt zu werden. Und was bedeutet „Ich sag’s“? „Das richtet sich gegen Glotzen, Fummeln und Grapschen“, erklärt Kathrin Gagel. „Im Hallenbad in Tenever ist alles übersichtlich, da haben wir kein Problem. Hier im Freibad ist die Situation anders. Deshalb sind Handys hier auch verboten. „,Ich sag’s’ soll dazu ermutigen, sich an uns zu wenden, wenn zum Beispiel mit dem Handy in den Umkleiden gefilmt oder fotografiert wird“, sagt Kathrin Gagel, die sich sonst eher um Dienstpläne, Kursangebote und Organisation kümmert. „Wenn uns etwas gemeldet wird, wenden wir uns an den oder die Beschuldigten, stellen die Personalien und die Tat fest. Je nach Fall, verweisen wir sie auch des Bades, sprechen ein dauerhaftes Verbot aus oder zeigen sie an“, erläutert die Bädermitarbeiterin.

Die Musik der Bläserklasse der Schule Sebaldsbrück ist verklungen und die schmucken blau-weißen Musikanten des Shanty Chors Mahndorf nehmen ihre Plätze ein, um ihre erste von zwei musikalischen Staffeln beizutragen. Dazwischen DJ Marcus und Andy & the Beat Boys. „Rolling Home“ klingt von der Bühne, ist aber keine Aufforderung an die vielen Besucher, die so vieles von fleißigen Mitbürgern über und von ihrem Stadtteil erfahren können.

Schlossparkbad, Schlossparkstraße 52. E-Mail: freundeskreis.schlossparkbad@nord-com.net. „Einer für alle“, (Stadtteilhelden) Kontakt: 0160/ 842 99 56. Buche-Bibliothek, Parsevalstraße 2, ATSV Ferienprogramm: Telefon: 48 40 738, Bunkerwanderung, 14. August, 16 Uhr, Parkplatz vor dem Schlossparkbad.

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