Beirat Mitte begrüßt Leitlinien für Ansgariviertel Städtebaukonzept für die westliche City

Altstadt. Die Obernstraße und die Sögestraße sind die 1a-Lagen der Innenstadt. Das Ansgariviertel zwischen Galeria Kaufhof und Parkhaus Am Brill gehört nicht dazu, es wird gerne als 'Rückseite' bezeichnet. Das soll sich ändern, denn die Stadt sieht dort das Potenzial für neue Einzelhandelsflächen. Was Bremen im Ansgariviertel städtebaulich will und was nicht, ist auf sieben Seiten in den 'Leitlinien zur Entwicklung des Ansgariviertels' formuliert. Sie standen jetzt im Beirat Mitte zur Diskussion.
03.03.2010, 18:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Niels Kanning

Altstadt. Die Obernstraße und die Sögestraße sind die 1a-Lagen der Innenstadt. Das Ansgariviertel zwischen Galeria Kaufhof und Parkhaus Am Brill gehört nicht dazu, es wird gerne als 'Rückseite' bezeichnet. Das soll sich ändern, denn die Stadt sieht dort das Potenzial für neue Einzelhandelsflächen. Was Bremen im Ansgariviertel städtebaulich will und was nicht, ist auf sieben Seiten in den 'Leitlinien zur Entwicklung des Ansgariviertels' formuliert. Sie standen jetzt im Beirat Mitte zur Diskussion.

Die Defizite der Bremer City sind seit Jahren ein politischer Dauerbrenner, auch im Beirat Mitte. Zur Einführung in das komplexe Thema erläuterte Marianne Grewe-Wacker, im Wirtschaftsressort für die Förderung des Einzelhandels zuständig, woran die Innenstadt krankt: Sie sei vergleichsweise 'unterdurchschnittlich aufgestellt'. Um eine städtebauliche Grundlage für Verhandlungen mit privaten Investoren zu haben, seien in einer gemeinsamen Sitzung der Bau- und Wirtschaftsdeputation die Leitlinien zur Entwicklung der westlichen Innenstadt beschlossen worden. Diese Leitlinien, so ergänzte Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing, seien noch kein Innenstadtkonzept. Das müsse es später aber geben. Die städtebaulichen Leitlinien bezögen sich nur auf einen 'kleinen Ausschnitt der Innenstadt' mit vier Schlüsselimmobilien (Kaufhof, C&A, Lloydhof, Parkhaus Am Brill).

Doch wohin geht die Reise? Zu inhabergeführten Läden, Einkaufszentren oder Shoppingmalls, Ladenpassagen oder Kaufhäusern, die sich neu erfinden müssen: Das Spektrum der Einzelhandelsformate ist breit gefächert. Senatsbaudirektor Höing: 'Der Typus Kaufhaus und Einzelhandel verändert sich.' Für das Ansgariviertel wünscht sich Höing neue Einzelhandelsflächen auf 8000 bis 10000 Quadratmetern. Tiefgeschoss, Erdgeschoss, Obergeschoss und vielleicht noch - 'da bedarf es schon einiger Klimmzüge' - ein zweites Obergeschoss. Ladenflächen im fünften Stockwerk seien nicht mehr angesagt. Bei der städtebaulichen Planung für die westliche Innenstadt müsse auch Wohnen eine Rolle spielen, vielleicht zu zehn Prozent.

'Blech gehört unter die Erde', sagte Höing. Der Bau von Tiefgaragen sei zwar teurer als der von Hochgaragen, doch bei Gesprächen mit Investoren habe deswegen 'keiner gezuckt'. Von den 1000 Stellplätzen für Autos im Parkhaus Am Brill sollte man 500 erhalten.

Mit den Leitlinien sei eine 'ganz großartige Vorarbeit' für jetzt anstehende Gespräche mit Investoren geleistet worden, betonte Beiratssprecher Michael Rüppel (Bündnis 90/Grüne). Der Beirat fasste - bei zwei Enthaltungen - einen Beschluss: Für die westliche City werde eine grundlegende städtebauliche Reparatur benötigt, mit dem Ziel der Rückgewinnung von Bedeutung und Attraktivität. Dies, so der Beirat, könnten neue Einzelhandelsimmobilien alleine nicht leisten. Die neuen Einzelhandelsflächen sollten in Häusern an der Straße und an Plätzen geschaffen werden. 'Geschlossene Shopping-Center/Malls hält der Beirat für schädlich', weil dann öffentlicher Raum privatisiert werde.

Die Immobilien sollen über Straßen, Fußwege und Passagen erschlossen werden. Weil für den Einzelhandel oft nur die unteren beiden Geschosse interessant seien, sollte nach Ansicht des Beirates Mitte eine 'vertikale Mischung mit Wohnen und Büroflächen angestrebt werden', wie es in anderen Städten schon erfolgreich praktiziert werde.

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