Netzbetreiber errichtet einen der schwersten Strommasten Deutschlands Stählerner Turm über Farge

Am Kraftwerk Farge wächst in dieser Woche einer der schwersten Höchstspannungsmasten Deutschlands in den Himmel. Der Netzbetreiber Tennet lässt dort einen 85 Meter hohen und 300 Tonnen schweren stählernen Turm errichten, der mittelfristig den Anschluss des Kraftwerks an das 380-Kilovolt-Freileitungsnetz sicherstellen soll.
20.09.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Am Kraftwerk Farge wächst in dieser Woche einer der schwersten Höchstspannungsmasten Deutschlands in den Himmel. Der Netzbetreiber Tennet lässt dort einen 85 Meter hohen und 300 Tonnen schweren stählernen Turm errichten, der mittelfristig den Anschluss des Kraftwerks an das 380-Kilovolt-Freileitungsnetz sicherstellen soll.

VON JÜRGEN THEINER

Farge. Hoch hinaus will der Netzkonzern Tennet in Farge. Besonders geschulte Höchstspannungstechniker und die Besatzung eines holländischen Spezialkrans sind seit Wochenbeginn damit beschäftigt, einen imposanten Mast auf dem Werksgelände von GDF-Suez zu errichten.

Dem Aufbau der Konstruktion waren in den vergangenen Wochen umfangreiche Vorbereitungen vorausgegangen. 112 Bohrungen von jeweils rund 20 Metern Tiefe wurden vorgenommen und mit insgesamt 270 Kubikmetern Beton gesichert. Ein Spezialtieflader lieferte die vormontierten Segmente an. Nun werden diese Elemente gestockt, wie die Fachleute das Zusammensetzen nennen.

Zum Einsatz kommt dabei ein Mobilkran, der die einzelnen Teile des rund 300 Tonnen schweren Masts in luftige Höhen hebt, sodass sie dort von den Monteuren miteinander verschraubt werden können. Präzisionsarbeit ist gefragt. Als "eingespieltes Team, bei dem jeder Handgriff sitzt und alle an einem Strang ziehen", beschreibt Tennet-Projektleiter Franz Kasper die Truppe, die das stählerne Puzzle vor Ort zusammensetzt.

Energiewende wirkt sich aus

Hintergrund des Projekts ist zum einen die Umstellung eines Teils des deutschen Stromnetzes auf ein Spannungsniveau von 380 Kilovolt. Das Kraftwerk Farge speist zwei Drittel seiner erzeugten elektrischen Energie derzeit noch über 220-Kilovolt-Leitungen in das europäische Verbundnetz ein. Diese Infrastruktur soll langfristig zurückgebaut werden.

Doch auch die sogenannte Energiewende spielt eine Rolle. An Nord- und Ostsee kommt die Windenergie immer stärker zum Zuge, und entsprechend stark sind schon jetzt die regionalen 110-Kilovolt-Netze beansprucht, in die der Windmühlenstrom an den diversen Standorten eingespeist wird. Bisher schickt das Kraftwerk Farge ein Drittel seiner erzeugten Energie ebenfalls über das 110-Kilovolt-Netz auf die Reise. Mit der Umstellung auf die 380-KV-Spannung wird das regionale 110-KV-Netz also entlastet. Das Nordbremer Kraftwerk wird darüber hinaus eine Art Knotenpunkt für den grünen Strom aus Windkraft, denn es kann die eingespeiste Windenergie aus dem 110- ins 380-KV-Netz verschieben. Windstrom wird dann künftig von Farge aus weiter in die Mitte Deutschlands transportiert.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+