Anklage gegen mutmaßliche Kokainhändler Start von drei Drogenprozessen

Am Landgericht Bremen beginnen in dieser Woche gleich drei Drogenprozesse. Angeklagt wegen Handelns mit nicht geringen Mengen Kokain und Heroin sind insgesamt acht Männer.
03.04.2017, 16:34
Lesedauer: 2 Min
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Start von drei Drogenprozessen
Von Ralf Michel

Am Landgericht Bremen beginnen in dieser Woche gleich drei Drogenprozesse. Angeklagt wegen Handelns mit nicht geringen Mengen Kokain und Heroin sind insgesamt acht Männer.

War die vergangene Woche am Landgericht Bremen geprägt von Urteilen in spektakulären Verfahren – Harms am Wall, Klasnic, Unfallfahrer –, so ist es diese von Drogen-Prozessen. Gleich drei Verhandlungen beginnen, und es sind nicht die kleinen Straßendealer, die vor dem Kadi stehen. In jedem der Fälle geht es um Handel mit nicht geringen Mengen Kokain und/oder Heroin.

Den Auftakt machte bereits am Montag das Verfahren gegen drei Männer, 33, 36 und 39 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Sommer 2016 rund 5,3 Kilo Kokain und etwa 1,25 Kilo Heroin besorgt und zunächst in zwei im Ostertor abgestellten „Bunker“-Fahrzeugen deponiert zu haben.

In den kommenden Monaten sollen sie die Drogen an vier Abnehmer verkauft haben. Dabei sollen sie arbeitsteilig vorgegangen sein – einer koordinierte Bestellungen und Verkauf, der nächste übernahm den Verkauf und die Lieferung der Betäubungsmittel, der Dritte im Bunde sicherte die Auslieferung ab.

Abnehmer aus dem ersten Verfahren

Am Mittwoch beginnt der zweite Prozess. Hier stehen die vier mutmaßlichen Abnehmer aus dem ersten Verfahren vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern im Alter zwischen 21 und 38 Jahren vor, als Mitglieder einer Bande von Sommer bis Herbst 2016 Kokain gekauft zu haben, um es anschließend zu portionieren, zu strecken, zu verpacken und dann zu verkaufen.

Insgesamt sollen die vier Angeklagten das Kokain in mindestens 29 einzelnen Fällen in ihren „Bunker“-Wohnungen im Stadtgebiet gekauft haben. Das Kokain soll für den anschließenden Weiterverkauf insbesondere im Bereich des Bremer Hauptbahnhofs gedacht gewesen sein.

Der dritte Drogenprozess, der in dieser Woche am Landgericht beginnt, steht nicht mit den beiden anderen im Zusammenhang. Am Donnerstag ist der Angeklagte ein 31-Jähriger.

Strafmaß von über vier Jahren zu erwarten

Er soll vom 26. Februar bis 15. Oktober 2016 erhebliche Mengen Kokain (insgesamt 1,75 kg) und Cannabis (insgesamt circa 30,4 kg) am Hauptbahnhof, im Steintor und in seiner „Bunker“-Wohnung in der Straße Rembertiring von bisher unbekannt gebliebenen Personen gekauft und anschließend gewinnbringend weiterveräußert haben.

Am 15. Oktober soll er zudem 2,4 kg Cannabis in seiner Wohnung aufbewahrt haben. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war dieses Rauschgift für den Weiterverkauf insbesondere im Bremer Viertel gedacht.

Dass diese Prozesse vor dem Landgericht verhandelt werden, liegt an dem zu erwartenden Strafmaß. Wenn es um Rauschgift in nicht geringer Menge geht oder auch um bandenmäßig betriebenen Drogenhandel, können bei einer Verurteilung über vier Jahre Haft herauskommen – und damit mehr als der Strafrahmen, für den das Amtsgericht maximal zuständig ist.

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