Bau eines Hochhauses in der Überseestadt Startschuss für „Bömers Spitze“

Neuer Hingucker in der Bremer Überseestadt wird ein 13-geschossiges Bürogebäude mit markanter Form. Die Bauarbeiten haben begonnen - im Sommer 2019 soll es fertig sein.
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Von Frank Hethey

Auf diesen Tag hatte Clemens Paul lange gewartet. In seinem Unternehmen sei man voller Vorfreude und aufgeregt, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter von Justus Grosse Projektentwicklung. Der Grund: Am Montag begannen die Bauarbeiten für Bömers Spitze, das neue Vorzeigeprojekt in der Überseestadt.

Das 13-geschossige Bürogebäude mit seiner markanten, dem Grundstück angepassten dreieckigen Form soll im buchstäblichen Sinne einen weiteren Höhepunkt in der Skyline des neuen Ortsteils bilden. Insgesamt will Justus Grosse 35 Millionen Euro in das 47 Meter hohe Haus investieren. Veranschlagt ist eine Bauzeit von 20 Monaten, im Juli 2019 soll Bömers Spitze fertiggestellt sein.

Doch wieso eigentlich „Bömers Spitze“? Mit der Namensgebung will der Investor an den Kaufmann und Senator Heinrich Bömers erinnern, den langjährigen Leiter der renommierten Weinhandlung Reidemeister & Ulrichs. Auf den ersten Blick merkwürdig, weil der 1932 verstorbene Bömers mit dem Areal in der Überseestadt nie etwas zu tun hatte.

Bewusster Bruch mit denüpblichen Namensfindungen

Seine Firma ließ aber 1950/51 in unmittelbarer Nachbarschaft des aktuellen Baugrunds das heute denkmalgeschützte „Weinkontor“ errichten. Von den Erben des Senators erwarb die Firma Grosse vor einigen Jahren das markante Backsteingebäude, heute dient es als Bürohaus.

Und nun also Bömers Spitze als neuer Hingucker gleich nebenan. Wobei die Bezeichnung auch als bewusster Bruch mit den üblichen Namensfindungen verstanden werden soll. „Wir wollten einen schönen Namen“, sagt Clemens Paul. „Und damit aufzeigen, dass es sich nicht um irgendeinen 08/15-Standort handelt. Sondern um ein Bauprojekt auf historischem Grund.“

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Deshalb habe der Neubau „nicht So-und-so-Tower“ wie sonst alle neuen Hochhäuser heißen sollen – eine Anspielung auf zwei weitere Bauobjekte in der Überseestadt, den Weser Tower und den Landmark Tower. Wobei jedoch zu ergänzen wäre, dass der Landmark Tower von Justus Grosse hochgezogen wurde und auch für das neue Hochhausprojekt an der Ecke Auf der Muggenburg/An der Reeperbahn zunächst der Name „Überseetower“ im Gespräch war.

Als Bömers Spitze wurden anfangs nur das Gesamtquartier und das Baugrundstück bezeichnet, also nicht das eigentliche Hochhaus. Anders jetzt, nun setzt Justus Grosse auf die historische Schiene. „Das ‚Weinkontor’ gehört ebenso wie das Kaffeequartier gegenüber zur Historie der Überseestadt“, sagt Clemens Paul.

Aus ursprünglichen Plänen für Baubeginn wurde nichts

Der Name Bömers Spitze habe einen „hohen Wiedererkennungswert“, sei eine Hommage auch an die lange Tradition Bremens als Lebensmittelstandort. Dass Heinrich Bömers in der Bremer Geschichte eine nicht gerade glückliche Figur gemacht hat, ist darüber in Vergessenheit geraten.

So wusste Clemens Paul nach eigenem Bekunden nicht, dass der Senator als Namensgeber für das „System Bömers“ in den späten 1920er-Jahren ein eher düsteres Kapitel der Bremer Geschichte geschrieben hat. Dabei ging es um die allzu enge Verquickung von staatlichen und privatwirtschaftlichen Interessen, die zum Zusammenbruch des Nordwolle-Konzerns und Bömers Rücktritt im August 1931 führten.

Eigentlich sollte das neue Hochhaus in der Überseestadt schon längst Gestalt angenommen haben, in den ersten Verlautbarungen war Anfang 2017 als Baubeginn avisiert. Daraus wurde zwar nichts, pünktlich zu Monatsbeginn verschwanden aber die letzten Kleinschuppen auf dem Baugrund.

Grosse rechnet mit Investitionssumme von 65 Millionen Euro

Schon im Rohbau wächst derzeit das fünfgeschossige „Parkkontor 2 + 3“ heran, ein weiterer Bürokomplex auf dem Gesamtareal Bömers Spitze zwischen dem gleichnamigen Hochhausneubau und dem Weinkontor. Aus Gründen der Baulogistik habe dieses Bauvorhaben vorgezogen werden müssen, so Clemens Paul.

Für das Gesamtprojekt Bömers Spitze rechnet Justus Grosse mit einer Investitionssumme von 65 Millionen Euro. Außer den Bürogebäuden baut das Unternehmen derzeit über 500 Miet- und Eigentumswohnungen in der Überseestadt. Damit hat die Unternehmensgruppe nach eigener Mitteilung seit Beginn ihres Engagements in der Überseestadt vor zwölf Jahren fast 400 Millionen Euro in den Standort investiert.

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