Schiffsmodellclub freut sich über gute Resonanz beim Tag der offenen Tür am Kuhgrabenweg Stelldichein von Seenotretter und Rennboot

Bei einem Tag der offenen Tür haben Mitglieder des Schiffsmodellclubs kürzlich zahlreiche Miniatur-Wassergefährte vorgestellt. Vom ferngesteuerten Segelboot bis zum originalgetreuen Nachbau eines Schiffes der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gab es viel zu sehen. Unter den Besuchern waren auch so manche Blockland-Ausflügler, die nur zufällig auf die Veranstaltung aufmerksam wurden.
23.07.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michaela Uhde

Bei einem Tag der offenen Tür haben Mitglieder des Schiffsmodellclubs kürzlich zahlreiche Miniatur-Wassergefährte vorgestellt. Vom ferngesteuerten Segelboot bis zum originalgetreuen Nachbau eines Schiffes der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gab es viel zu sehen. Unter den Besuchern waren auch so manche Blockland-Ausflügler, die nur zufällig auf die Veranstaltung aufmerksam wurden.

Blockland. Der Schiffsmodellbau in Bremen ist fest in Männerhand. Dieser Eindruck drängte sich jedenfalls beim Tag der offenen Tür des Schiffsmodellclubs (SMC) auf dessen Vereinsgelände am Kuhgrabenweg bei Kuhsiel auf. Schriftführer Martin Schneider bestätigt die Beobachtung. "Auch die Frauen, die selber Modellschiffe fahren, lassen bauen", sagt er. Was im Club gebaut wird, kann sich sehen lassen. Vom relativ einfachen ferngesteuerten Segelboot oder Rennboot bis hin zum liebevoll bis ins kleinste Detail originalgetreu ausgestatteten Dampfer ist fast alles dabei, was schwimmt.

Neben dem eindrucksvollen Modell des Dampfers "Friedrich" ist eines der interessantesten Exemplare die "Florida Lady", die ein inzwischen verstorbenes Vereinsmitglied in etwa zehnjähriger Arbeit fertigstellte. Das Vorbild dafür war ein Wohnboot, das eine wichtige Rolle in der gleichnamigen deutschen Fernsehserie spielte, die Mitte der 90er-Jahre in Amerika gedreht wurde. Vom Kleinkind auf der Schaukel des Oberdecks bis hin zu einem Angler, dessen Angelschnur samt Fisch per Fernbedienung eingeholt werden kann, gibt es en miniature allerlei zu entdecken.

Spannendes Innenleben

Spannend ist der Blick ins Innenleben eines solches Modells, denn bevor es zu Wasser gelassen wird, muss die komplette Elektronik angeschlossen werden. Da werden dann schon einige Hände gebraucht, um das Boot vorzubereiten und zu Wasser zu lassen. Hand in Hand mit Martin Schneider arbeiteten dabei Peter Augustin, der erst seit Kurzem dem Verein angehört, und Alexander Krahn, der Vorsitzende. "Meine Tochter hat die ’Florida Lady’ geerbt", erzählte er. Weil die Tochter aber gerade bei einem Handballturnier war, musste er das Schiff selber steuern.

Mit von der Partie war Schneiders Sohn Janis. Der 15-Jährige hatte sein selbst gebautes Rennboot mitgebracht und führte vor, was es so alles kann. Auf dem Kuhgrabenweg gegenüber blieben immer wieder Radler oder Inlineskater stehen, um sich das geschäftige Treiben auf dem Wasser anzuschauen. Manche nahmen auch ganz spontan die herübergerufene Einladung an. So wie Familie Ziemann. Walter Ziemann war mit Laufschuhen unterwegs, seine Frau Rebecca mit Inlinern und Sohn Frederic (13) mit dem Fahrrad. "Wir haben die Modellschiffe schon öfter vom Weg aus gesehen, und Frederic fährt Modellautos, von denen er auch welche selber baut", erklärte Rebecca Ziemann das Interesse der Familie. Einige der Schiffsmodelle ließen sie sich dann von Martin Schneider sehr gründlich erklären.

Die Begeisterung der SMC-Mitglieder für den Schiffsmodellbau und ihre Gefährte wurde immer wieder deutlich. So auch bei Michael Weimann, der seinen originalgetreuen Nachbau des SAR-Bootes "Elli Hoffmann-Röser" der DGzRS vorführte. Das große Vorbild, 2004 bei der Lürssen-Werft in Bardenfleth gebaut, ist auf Baltrum stationiert. Auch das Modellschiff kommt recht oft zum Einsatz: "Wir sind bald bei der DGzRS und führen Modelle beim Tag der Seenotrettung vor", so Schneider voller Vorfreude.

Dass neben dem Bau und dem Umgang mit den Schiffsmodellen auch andere Dinge für die etwa 70 Vereinsmitglieder zwischen zehn und 80 Jahren wichtig sind, machte Martin Schneider ebenfalls deutlich: "Das gesellige Zusammensein und der Austausch haben einen hohen Stellenwert im Club." Auch am Tag der offenen Tür blieb zwischendurch Zeit für Fachsimpelei – etwa darüber, welche Batterie für welche Zwecke am besten ist und was die Vorzüge einzelner Ladegeräte sind. Auch gemeinsame Touren gibt es immer wieder, einige Mitglieder fahren demnächst nach Freiburg zu einer Rennbootregatta.

Wer sich für den Schiffsmodellbau interessiert, kann sich im Internet unter der Adresse www.smc-bremen.de informieren und Kontakt aufnehmen. Alle 14 Tage treffen sich die Mitglieder zum Clubabend. In der vereinseigenen Werkstatt trifft man sich jeden Mittwoch.

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