Neugestaltung der Fahrbahn

Stern wird 2017 umgebaut

Damit die Zahl der Unfälle am Verkehrsknoten „Am Stern“ sinkt, soll der Kreisel ab Mai 2017 umgebaut werden. Die Projektkosten sind voraussichtlich doppelt so hoch wie erwartet.
09.06.2016, 00:00
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Stern wird 2017 umgebaut
Von Jürgen Theiner
Stern wird 2017 umgebaut

Der Verkehrskreisel Stern wird nicht bleiben wie er ist: Im Mai 2017 beginnen die Umbauarbeiten.

Karsten Klama

Damit die Zahl der Unfälle am Verkehrsknoten „Am Stern“ sinkt, soll der Kreisel ab Mai 2017 umgebaut werden. Die Projektkosten sind voraussichtlich doppelt so hoch wie erwartet.

Der geplante Umbau des Verkehrsknotens „Am Stern“ soll im Mai 2017 beginnen und am Ende der Sommerferien abgeschlossen sein. Das geht aus einem Zeitplan für das Projekt hervor, mit dem sich die Deputation für Bau, Verkehr und Umwelt an diesem Donnerstag auseinandersetzen wird. Für kritische Nachfragen der Parlamentarier dürfte der Finanzrahmen des Vorhabens sorgen. Gegenüber den ersten Schätzungen vor drei Jahren haben sich die veranschlagten Kosten von 320.000 auf 640.000 Euro exakt verdoppelt.

Vom Umbau des Kreisverkehrs erhoffen sich die Fachleute des Verkehrsressorts vor allem einen Rückgang der Unfälle, die wesentlich mit der Unübersichtlichkeit des Bereichs zu tun haben. Sechs Straßen münden auf den Kreisel ein, rund 25.000 motorisierte Fahrzeuge sind dort jeden Tag unterwegs, dazu etwa 5500 Fahrradfahrer. Zudem durchquert die Straßenbahn den Rundkurs – 500 Mal in 24 Stunden. Vor allem Radfahrer und abbiegende Autofahrer kommen sich am Stern immer wieder ins Gehege. 2013 wurde deswegen eine verkehrspsychologische Untersuchung des Ist-Zustandes veranlasst.

Größere Sperrflächen

Auf Grundlage der Ergebnisse beschloss die Deputation 2014 einen Maßnahmenkatalog für den Umbau des Kreisels. Wichtigster Punkt: Die Sperrflächen im Kreisel, die nach innen an die Radfahrerspur angrenzen, sollen deutlich verbreitert werden (siehe Grafik). Dadurch wird der motorisierte Verkehr rechtwinkelig zur Fahrbahn aus dem Kreisel herausgeführt. Erhoffter Effekt: Die Autofahrer sehen die herannahenden Radfahrer künftig früher. „Bisher ist die Situation für die abbiegenden Autofahrer oft schwer zu erkennen“, weiß Grit Gerber, Referatsleiterin beim Verkehrssenator.

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Weil die Sperrflächen deutlich ausgedehnt werden, reduziert sich auch die Breite der Fahrbahn. Auf ihr soll künftig nur noch einspurig gefahren werden. Das ist jedenfalls die Hoffnung der Planer. Dass Autofahrer, die aus dem Kreisel abbiegen wollen, überholt werden, „wird sich aber wohl nicht komplett vermeiden lassen“, ahnt Grit Gerber. Platz genug wird ja auch vorhanden sein, denn an die Fahrspur soll sich nach innen ein etwa 1,40 Meter breiter Innenring anschließen, abgetrennt lediglich durch einen breiten Strich und nicht etwa durch eine höhenversetzte Bordanlage, wie es ursprünglich vorgesehen war.

Kostenanstieg beim Kreiselumbau

Bei den Planern setzte sich nämlich die Einsicht durch, dass Lastwagen und Linienbusse eine solche Bordanlage in kurzer Zeit kaputtfahren würden. Die Insel im Kreisel wird durch die beschriebene Planung deutlich kleiner als zurzeit. An der Durchfahrt der Straßenbahn durch den Kreisverkehr ändert sich nichts. Die BSAG wird lediglich ihre Signalanlagen umrüsten. Das Nahverkehrsunternehmen hatte ohnehin vor, in der Hermann-Böse-Straße Gleise auszutauschen. Letzteres wird nun vorgezogen, damit beide Maßnahmen in einem Rutsch umgesetzt werden können.

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Den deutlichen Kostenanstieg beim Kreiselumbau räumt das Verkehrsressort in seiner Vorlage für die Deputierten ein. Bei der Vorstellung des Projektes im Schwachhauser Beirat hatte eine Vertreterin der Behörde im September 2015 noch davon gesprochen, der ursprüngliche Kostenrahmen könne sich im Verlauf der weiteren Planungen noch „sowohl nach unten als auch nach oben“ verändern. Die Richtung hat sich nun geklärt. „Der Umfang der durchzuführenden Arbeiten“, so heißt es in dem Papier für die Deputierten, habe sich „erst im Rahmen der detaillierten Entwurfs- und Ausführungsplanung gezeigt“.

Bund übernimmt Großteil der Kosten

So sei man ursprünglich nicht davon ausgegangen, die gesamte Deckschicht des Straßenraums erneuern zu müssen. Auch der Umfang der notwendigen Anpassungen des neu gestalteten Kreisels an die abzweigenden Straßen wurde demnach anfangs unterschätzt. Das gilt für die Fahrbahnteiler und das Thema Barrierefreiheit. Außerdem wird an der Hollerallee eine Busschleuse neu hergestellt.

Der Unmut in der Politik über den Kostensprung dürfte ein wenig gemildert werden durch den Umstand, dass der Bund den größten Teil der Zeche übernimmt. Bremen finanziert das Bauvorhaben über drei Jahre bis 2018, lässt sich von den 640.000 Euro aber 420.000 Euro erstatten. Im Bundesverkehrsministerium existiert ein Finanztopf für einschlägige kommunale Verkehrsprojekte.

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