Bürgerschaft Bremen Steuerzahlerbund gegen geplanten Stühle-Kauf

„Da geht das rechte Maß verloren.“ So kommentierte am Freitag Bernhard Zentgraf, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen, die Planungen des Parlaments zum Kauf neuer Abgeordneten-Stühle.
31.01.2015, 00:00
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Steuerzahlerbund gegen geplanten Stühle-Kauf
Von Wigbert Gerling

„Da geht das rechte Maß verloren.“ So kommentierte am Freitag Bernhard Zentgraf, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen, die Planungen des Parlaments zum Kauf neuer Abgeordneten-Stühle für voraussichtlich insgesamt eine gute Viertelmillion Euro. Es gebe andere Landtage, die sich für die Anschaffung hochpreisiger Sitzgelegenheiten entschieden hätten, aber gerade für ein Bundesland wie Bremen mit extremer Haushaltsnotlage, so Zentgraf, müssten „strengere Maßstäbe“ gelten. Das Modell vom Typ „Eames Aluchair“, das von der Bremischen Bürgerschaft in die engere Wahl genommen worden sei, sei „das Feinste vom Feinen“.

Wie berichtet, befasst sich die Bürgerschaft mit einer neuen Bestuhlung im Plenarsaal – nicht nur für die 83 Parlamentarier, sondern darüber hinaus unter anderem für Fraktionsmitarbeiter, die bei Debatten an den zweieinhalb Tagen pro Monat ebenfalls im Innenraum des Parlaments sitzen. Insgesamt ist deshalb an den Kauf von 130 Stühlen gedacht. Zur Begründung heißt es, Parlamentarier hätten Probleme, weil die vorhandenen Stühle unbequem seien und nicht den heutigen ergonomischen Anforderungen genügten. Es gebe immer wieder Klagen über Unzulänglichkeiten. Im Auswahlverfahren zum Kauf des neuen Mobiliars stieß der „Eames Aluchair“ auf positive Resonanz. Pro Stück ist er mit etwa 2000 Euro kalkuliert.

Der frühere CDU-Senator und aktuelle Bürgerschaftskandidat Jens Eckhoff kommentierte: „Ich bin für die alten Stühle – sie sehen stabiler aus und Bremen spart viel Geld.“ Doris Achelwilm, Fraktionssprecherin der Linken, erklärte gestern, die Anschaffung von Abgeordnetenstühlen werde offenbar nochmals geprüft – „und das begrüßen wir“. Es solle überlegt werden, ob es preislich „eine Kategorie günstiger“ gehe. Achelwilm erklärte, es sei verständlich, wenn nach den Klagen von Parlamentariern über schlechten Sitzkomfort über den Kauf neuer Stühle diskutiert worden sei. Und es sei auch sinnvoll, wenn dabei Sitzgelegenheiten in den Vordergrund rückten, die „nicht nur fünf Jahre halten“.

Unter anderem der Potsdamer Landtag hatte Modelle nach Entwürfen des Designer Charles Eames gekauft. „Luxusstühle für die Hinter(n)bänkler“ lautete dort die Schlagzeile. Es folgte der Einleitungssatz: „Für das Sitzfleisch der Brandenburger Abgeordneten darf es gerne Luxus sein.“

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