Start-Programm

Stipendien für zugewanderte Jugendliche

Seit 15 Jahren unterstützt die Start-Stiftung zugewanderte Jugendliche mit Stipendien. Am Donnerstag wurde der neue Jahrgang im Bremer Rathaus begrüßt.
14.09.2017, 18:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Kea Neeland

Deutschlandweit sind 226 Jugendliche mit Migrationshintergrund ausgewählt worden, um ein sogenanntes Start-Schülerstipendium zu erhalten, 23 Stipendiaten stammen dabei aus Niedersachsen und Bremen. Das Start-Programm wurde 2002 von einer Stiftung ins Leben gerufen.

Die Stiftung verfolgt das Ziel, Jugendliche mit Migrationshintergrund zu unterstützen. So erhalten die 15- bis 20-Jährigen seit Beginn des Schuljahres eine finanzielle und kreative Förderung, die ihnen hilft, ihre Talente frei zu entfalten. Die jungen Bewerber leben seit höchstens fünf Jahren in Deutschland, rund 80 Prozent mussten aus ihrer Heimat fliehen.

Die Stipendiaten sind aus über 2100 Bewerbungen ausgewählt worden. Start-Geschäftsführer Michael Okrob spricht am Donnerstag bei der Aufnahmefeier im Rathaus von „einer Welle neuer Bewerbungen“. Es seien 70 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Eine starke Gemeinschaft schaffen

Die ausgewählten Jugendlichen zeichnen sich durch besondere Motivation, sehr gute Noten und soziales Engagement aus. Start möchte, so Okrob, gezielt ihre Talente fördern und somit eine starke Gemeinschaft schaffen. „Motivierte junge Menschen sind ein Schatz für eine Gesellschaft. Wir wollen zeigen, dass junge Zuwanderer eine Bereicherung für Deutschland sind.“

Aus Sicht von Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) sind die jungen Menschen Vorbilder in Sachen Weltoffenheit und Toleranz. „Die Stipendiaten machen deutlich: Man kann es schaffen!“, so Bogedan. Dafür müsse man ihre Potenziale ausschöpfen und die Jugendlichen in jeder Hinsicht fördern.

In einer offenen Gesprächsrunde kamen einige Start-Unterstützer zu Wort. Jeannette Salamon vom Kultusministerium Niedersachsen erzählte, wie beeindruckt sie von den Bewerbern war, was beispielsweise ihre ehrgeizigen Ziele für die Zukunft in Deutschland angehen.

Erfolgreich Träume verwirklichen

Deshalb sei es wichtig, den Fokus auf individuelle Förderung zu legen. Luka Lübke von der Bürgerstiftung Bremen betonte, wie wichtig es ihr sei, dass die Vielfalt der Jugendlichen zusammenwirkt, damit sie erfolgreich ihre Träume verwirklichen können.

Und die ehemalige Start-Stipendiatin Nurcan Akcam erzählte in der Gesprächsrunde, wie sehr ihr das Stipendium geholfen habe, ihre Chancen zu ergreifen. Erst gerade sei sie aus Brüssel zurückgekehrt, wo sie ein Praktikum bei der Europäischen Union absolviert hat. Anschließend folgte die Übergabe der Urkunden an den neuen Start-Jahrgang in Bremen und Niedersachsen.

Sprache und Bildung

Bei der Vorstellung der Jugendlichen wurde deutlich, warum sie das Stipendium erhalten haben: Von sozialem Engagement im Altenheim bis hin zu ehrgeizigen Zukunftsvorstellungen wie Astrophysiker oder Mediziner war alles vertreten. Als frühere Stipendiaten erzählten Tergite Zeqiri und Asaad Racho in berührender Weise von ihrer Flucht aus der Heimat und den anfänglichen Startschwierigkeiten in Deutschland.

Ihnen habe der Schlüssel zum Zugang zur Kultur gefehlt: Sprache und Bildung, sagte Zeqiri. Mit viel Motivation hätten sie die Barrieren überwunden und seien Stipendiaten geworden. Start habe ihnen viele neue Türen geöffnet, in der Schule und im Leben, sowie lebenslange Freundschaften geschaffen.

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