Nach Messerattacke auf Mann in Lesum

Strafanzeige gegen Notruf-Sprecher bei der Polizei

Ein 32-Jähriger hat am Montag in Lesum einen 34-Jährigen mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Tags darauf wurde eine Strafanzeige gegen die Polizei gestellt. Die Vorwürfe richten sich gegen einen Notrufsprecher.
17.03.2016, 17:22
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Strafanzeige gegen Notruf-Sprecher bei der Polizei
dpa

Ein versuchtes Tötungsdelikt am Montag in Lesum hat möglicherweise juristische Folgen für die Polizei in Bremen. Gegen die Polizei sei am Dienstag eine Strafanzeige gestellt worden, teilten die Beamten am Donnerstag mit.

Ein 32-Jähriger hatte in Lesum einen 34-Jährigen mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Laut Bremer Staatsanwaltschaft soll die Schwester des Tatverdächtigen einige Stunden zuvor die Polizei über den Notruf informiert und auf eine mögliche Gefahrensituation durch ihren Bruder hingewiesen haben.

Nach Polizeiangaben von Donnerstag wird dem Notrufsprecher der Polizei vorgeworfen, einem Hinweis über eine psychische Ausnahmesituation und eine Gefährlichkeit ihres Bruders nicht nachgegangen zu sein.

Der Tatverdächtige wurde nach der Bluttat festgenommen. Die Mordkommission ermittelt. Als mögliches Motiv wird ein Beziehungsstreit vermutet.

Die Staatsanwaltschaft untersucht auch ein mögliches Fehlverhalten des Polizeibeamten, der den Notruf entgegennahm. Es werde geprüft, ob ein Anfangsverdacht vorliege, sagte Sprecher Frank Passade. In diesem Fall wäre bei der Polizei die interne Ermittlung zuständig.

Der betroffene Polizist versieht seinen Dienst bis zur Klärung der Vorwürfe in einem anderen Bereich.

(wk/dpa)

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