Kommentar über Ultras und Hooligans

Straßenkampf

Dass eine Ermittlungsgruppe mit dem Staatsschutz die Geschehnisse aufarbeiten soll, lässt hoffen. Bis dahin werden sich die Hooligans freuen, dass es die gewünschte Schlägerei gab, meint Jan Oppel.
18.12.2017, 21:10
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Straßenkampf
Von Jan Oppel

Den Kampf um die Ostkurve haben die rechten Hooligans schon lange verloren. Im Stadion geben linke Ultra-Gruppen den Ton an. Damit wollen sich die Rechten aber nicht abfinden und drängen zurück auf die Bildfläche. Der Kampf zwischen den Gruppen hat sich auf die Straße verlagert. Das zeigt der Vorfall vom Sonnabend einmal mehr.

Der politische Konflikt im Werder-Umfeld tobt seit Jahren. An der Polizei ist das aber anscheinend vorbeigegangen. Anders ist es kaum zu erklären, dass sie es wieder nicht geschafft hat, die Lager zu trennen und bis heute die Kinder nicht beim Namen nennt. Dass rechte Hooligans in der „Schänke“ saßen, darüber sind sich Gäste, Augenzeugen und nicht zuletzt die Ultras einig, die von zwei Beamten an der Kneipe vorbeigeführt wurden.

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Dass beide Seiten gewaltbereite Anhänger haben, ist kein Geheimnis. Trotz der verhinderten Schlägerei am Mittag und den Provokationen zuvor im Stadion zeigte die Polizei im Viertel aber kaum Präsenz. Dass nun eine Ermittlungsgruppe mit dem Staatsschutz die Geschehnisse aufarbeiten soll, lässt hoffen. Bis dahin werden sich die Hooligans darüber freuen, dass es am Ende des Tages die von ihnen gewünschte Schlägerei gab.

jan.oppel@weser-kurier.de

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