La Strada expandiert nach Bremen-Nord

Straßenkunst-Festival wächst

Das Künstlerkollektiv Le Cirque du Platzak eröffnet das Straßenkunst-Festival La Strada. Die Veranstalter planen mit 140 Shows und expandieren nach Bremen-Nord.
02.06.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Straßenkunst-Festival wächst
Von Pascal Faltermann

Das Künstlerkollektiv Le Cirque du Platzak eröffnet das Straßenkunst-Festival La Strada. Die Veranstalter planen mit 140 Shows und expandieren nach Bremen-Nord.

Rote Sitzkissen liegen auf der Wiese in den Wallanlagen. Daneben sind Pappkartons im Halbkreis als Sitze angeordnet. Gegenüber der Kunsthalle enthüllen die Veranstalter einen abgedeckten Zeitschriftenständer mit Programmen und Plakaten für das Straßenkunst-Festival La Strada.

Hier, wo von Donnerstag, 15. Juni, bis Sonntag, 18. Juni, das Kultur-Spektakel zum 23. Mal ausgerichtet wird, machen die Organisatoren um Festivalleiterin Gabriele Koch aus dem Pressetermin eine kleine Inszenierung.

Rainer Bauer in der Rolle des Profibürokraten Herbert Faulhaber vom „Bundesamt für ungewöhnliche Maßnahmen“ moderiert die Selbstdarstellung des La-Strada-Teams – ein bisschen Theater und Spaß müssen sein.

Das Programm für das internationale Festival der Straßenkünste ist vollgepackt. „Wir haben 140 Shows geplant, das sind mehr als in den letzten Jahren“, sagt Festivalleiterin Gabriele Koch.

69 Künstler aus zwölf Nationen

Die Besucherinnen und Besucher erwartet also eine geballte Ladung an kostenlosem Theater, Kleinkunst, Clownerie, Jonglage, Musik, Puppenspiel und Akrobatik im städtischen Raum in der Bremer Innenstadt und in den Wallanlagen.

Insgesamt 69 Künstler aus zwölf Nationen kommen nach Bremen. Doch nicht nur mit den Auftritten und Aufführungen ist das Bremer Festival auf Expansionskurs. Bereits ein Wochenende vor der eigentlichen Veranstaltung, also am Sonnabend, 10. Juni, von 15 bis 24 Uhr, zieht es die Macher zum ersten Mal in den Bremer Norden:

Das Straßentheater-Programm feiert an der ehemaligen Wollkämmerei in Blumenthal Premiere. Zwischen den alt ehrwürdigen Betriebsgebäuden soll das Industriegelände neu erlebbar gemacht werden, wie La-Strada-Chefin Koch erläutert. „Das Gelände ist der Knaller“, sagt sie.

Das Areal sei ein historischer und spannender Ort, sagt auch Lutz Hößelbarth von Weserevents, der die Idee hatte, dort etwas zu veranstalten. „Wir finden es interessant, wenn Industriekultur und Straßenkunst dort verschmelzen“, so Hößelbarth über das Auswärtsspiel des Festivals.

"Das Gelände an der Wollkämmerei in Blumenthal ist der Knaller"

Eine Woche später am Donnerstag, 15 Juni, um 22.45 Uhr, wird dann das Künstlerkollektiv Le Cirque du Platzak mit „Kermiz“ das Spektakel gegenüber der Kunsthalle eröffnen. Die Gruppe spielt eine weitere Vorstellung am Freitagabend, ebenfalls um 22.45 Uhr. Die Vorstellungen seien ein Geschenk des Hauptsponsors, der Sparkasse Bremen, sagt Koch.

Bei dem Kollektiv treffen zwölf unterschiedliche Charaktere aufeinander, die alle das Ziel haben, ein glamouröses Zirkustheater zu gründen. Die Mitglieder seien Meister ihres Faches, eine wilde Gruppe, in der Musiker zu Akrobaten und Akrobaten zu Musikern werden, beschreibt Koch.

Die Künstler der Gruppe stammen aus Belgien, Frankreich, Italien, Niederlanden, Spanien und Deutschland und fanden sich in Tilburg auf der Zirkusschule. Seit 2001 touren sie europaweit.

Als weitere Höhepunkte stellen Koch und Frederieke Behrens, Pressesprecherin von La Strada, unter anderem Pol & Freddy vor, die ihre Shows am Samstag und Sonntag zu den Grenzen der Demokratie zeigen.

"Schrei Rennen" als kurioses Highlight

Das Publikum darf dabei mitbestimmen und Einfluss nehmen. Ebenfalls hervorzuheben sei das Duo Plunge Boom aus Großbritannien. In dem Programm "The vegetable Nannies" füttern die Protagonisten am Freitag Tomaten, geben einem Salatkopf die Babyflasche oder gehen mit der Ananas ins Bett.

Ein kurioses Highlight haben die Veranstalter dieses Mal für Kinder im Angebot. An allen Tagen soll es ein „Schrei-Rennen" an den Wallanlagen geben. Dabei fahren Kinder auf Dreirädern und müssen brüllen. Umso lauter sie schreien, desto schneller bewegt sich das Fahrzeug über einen Geräusch-Sensor. Eltern dürfen dabei auf die Kinder setzen.

Das Programmheft, die Plakate und die Festival-Grafik gestaltet seit vier Jahren die Grafik-Designerin Josie Majetic gemeinsam mit ihrer Kollegin Andrea Rauschenbusch. Ab dem 3. Juni wird das Heft mit allen Künstlern, Spielzeiten, Spielorten und Informationen für drei Euro in einigen Buchhandlungen erhältlich sein.

Mit dem Kauf oder aber auch mit einer Spende des Becherpfandes könnten Besucher zum Erhalt des Festivals beitragen, sagt Behrens. Bei La Strada geht wie immer bei den Shows am Ende der Hut für die Künstler herum. Weitere Informationen gibt es im Internet unter lastrada-bremen.de.

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