Initiative würdigt Konzept der Zeitschrift Straßenzeitung ausgezeichnet

Bremen. Pünktlich zum dreijährigen Bestehen ist die Zeitschrift der Straße von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ gewürdigt worden – für ihr innovatives Konzept.
04.02.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Straßenzeitung ausgezeichnet
Von Klaas Mucke

Die Zeitschrift der Straße hat schon einige Preise für ihre Gestaltung gewonnen. Pünktlich zum dreijährigen Bestehen ist das Stadtmagazin auch von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ gewürdigt worden – für sein innovatives Konzept.

Im Lloydhof herrscht Feierlaune. Seit gestern Abend schmückt eine von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichnete Urkunde die neuen Redaktions- und Vertriebsräume der Zeitschrift der Straße (ZdS) im Lloydhof. Am Wochenende hatten die Mitarbeiter den dritten Geburtstag der Straßenzeitung gefeiert. Nun wurde die ZdS von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als eines von bundesweit hundert Projekten ausgezeichnet, die als besonders zukunftsweisend gelten.

Das Projekt sei ein Symbol für die Solidarität in der Gesellschaft, sagte Laudator Ludwig Blomeyer, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank, vor der Verleihung. Der Preis mache das besonders deutlich. Das Projekt schaffe Solidarität, weil es verschiedene gesellschaftliche Bereiche zusammenführe.

Ein Stadtteil in jeder Ausgabe

Das Stadtmagazin wird von Studenten der Uni, der Hochschule für Künste (HfK) und der Hochschule (HS) Bremerhaven produziert. Sie fotografieren, illustrieren, layouten, schreiben und sind für das Marketing zuständig. In jeder Ausgabe machen sie einen Bremer Stadtteil zum Thema. „Die Studenten sammeln Berufspraxis und stellen eine inhaltlich und gestalterisch hochwertige Zeitung her“, sagte Bertold Reetz von der Inneren Mission in Bremen, die die Zeitschrift herausgibt. Ein weiterer Vorteil: Die Produktionskosten bleiben auf diese Weise gering. Wichtiger aber: „Wir wollen, dass sich unsere Verkäufer mit der Zeitung identifizieren können und sie gern verkaufen“, so Reetz. Die Verkäufer, das sind Wohnungslose, Flüchtlinge oder Drogenabhängige im Substitutionsprogramm.

HfK-Professorin Andrea Rauschenbusch und Professor Michael Vogel von der Bremerhavener Hochschule erhoffen sich von dem Projekt auch langfristige Auswirkungen auf die Gesellschaft. Denn die Studenten könnten den sozialen Gedanken in ihr späteres Berufsleben hineintragen.

Die kurzfristigen Ziele der Zeitschrift der Straße sind klar formuliert: In den nächsten zwei Jahren soll die Auflage von 10000 auf etwa 14000 Exemplare gesteigert werden. Die Zeitung soll bekannter werden. Dazu könnten auch die neuen Räumlichkeiten im Lloydhof beitragen. „Verkäufer, Schreibende, Gestalter und Kunden sollen hier in einen kulturellen Austausch treten“, erläuterte Bertold Reetz. Bislang ist das Büro montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Um möglichst häufig ansprechbar zu sein, brauche man allerdings längere Öffnungszeiten. „Dafür benötigen wir auch noch einige Freiwillige.“

Eike Kowalewski und Pawel Mehring sind zwei der bislang zehn Freiwilligen. Für Kunden und vor allem für Verkäufer auf der Straße halten sie Ausgaben bereit – und Zeit für eine Tasse Kaffee und Gespräche haben sie im Lloydhof auch. Kowalewski ist berufsunfähig und freut sich, wenn er für andere da sein kann. „Aber auch mir selbst tun die Gespräche gut“, sagte er.

Andrea Rauschenbusch von der HfK fasste die Vision des Projekts zusammen: „Wir wollen wie eine große Familie sein – so, wie es auch die Gesellschaft sein sollte.“

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