Der Förderverein „Bremer Notenschlüssel“ lädt zum Benefizkonzert junger Musiker

Streicher, die sich hören lassen

Zweimal die Woche stehen Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass auf dem Stundenplan der 3c in der Schule Andernacher Straße. Die Streicherklasse hat der Förderverein „Bremer Notenschlüssel“ ermöglicht. Was die kleinen Musikerinnen und Musiker inzwischen gelernt haben, lässt sich hören: am 3. Juni im Benefizkonzert.[AUTOR]
11.06.2012, 13:27
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Streicher, die sich hören lassen
Von Frauke Fischer
Streicher, die sich hören lassen

Generalprobe vor dem großen Auftritt: Ayat, Justin, Janika (von links) und ihre Mitschüler aus der 3c haben gestern ihr Programm für das Sonntagskonzert einstudiert.

Frank Koch

Zweimal die Woche stehen Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass auf dem Stundenplan der 3c in der Schule Andernacher Straße. Die Streicherklasse hat der Förderverein „Bremer Notenschlüssel“ ermöglicht. Was die kleinen Musikerinnen und Musiker inzwischen gelernt haben, lässt sich hören: am 3. Juni im Benefizkonzert.[AUTOR]

Bremen. Janika freut sich vor allem auf das Streichquartett, Justin überhaupt auf den Auftritt vor Publikum. Und Ayat überlegt noch, ob sie sehr aufgeregt sein wird. Dass die drei und ihre Mitschüler Streichinstrumente lernen können, verdanken sie dem „Bremer Notenschlüssel“. Dieser Förderverein für Instrumentalunterricht besteht aus Musik liebenden Bremerinnen und Bremern, die Kinder an Instrumente heranführen möchten. Auch jene, die von Haus aus nicht die Möglichkeit haben, weil das Geld für Unterricht, vor allem für Instrumente, seien sie geliehen oder gekauft, knapp ist oder ganz fehlt. Dafür sammeln die Vereinsmitglieder Spenden bei Bürgern und Initiativen. Jüngst hat eine Unterstützung der SWB-Bildungsinitiative ihnen den Kauf weiterer Instrumente ermöglicht.

Ausschlaggebend für die Kooperation zwischen der Schule Andernacher Straße und Verein war eine Geigen-AG an der Schule. „Fünf Mädchen haben danach einfach nicht locker gelassen. Sie wollten unbedingt mit dem Instrument weitermachen“, erinnert sich die Klassenlehrerin der heutigen 3c, Birgit Dauth. Sie bekam auf der Suche nach Unterstützung Kontakt zur Musiklehrerin Sabine Schnelle.

Damit kam das Projekt „Bremer Notenschlüssel“ in Gang. „Der Knackpunkt für viele Familien ist ja gerade das regelmäßige Bezahlen von Unterricht“, weiß Sabine Schnelle. Der Förderverein, den sie mit Marlene Schellert und anderen Gleichgesinnten deshalb ins Leben rief, sicherte zunächst eine Klasse ab. Die Kinder erhielten Streichinstrumente, der Verein zahlt den Unterricht durch Musikpädagoginnen, die seitdem zweimal die Woche in die Schule kommen. Balkis Mele ist eine davon. Und sie ist stolz auf das, was die Kinder inzwischen schon können.

„Man braucht aber richtig viel Geduld“, sagt Justin über den Umgang mit dem Instrument. Doch wenn er jetzt schon einen Wunschzettel für Weihnachten schreiben dürfte, stünde darauf nur ein Wort: Cello. Seit Beginn der zweiten Klasse spielt Justin Cello. Nicht nur in der Schule, sondern auch noch im Stadtteilorchester der „Osterstreichhölzer“. „Und wenn ich ein eigenes Cello zu Weihnachten bekäme, brauchte ich nichts anderes“, sagt er voller Überzeugung.

Für Justin, Janika, Ayat und ihre Mitschüler war der Start mit den Instrumenten ganz schön aufregend. Ayat erinnert sich noch genau „Es wurde gefragt: Wer will die erste Bratsche haben? Da habe ich mich gemeldet. Und ich war der Glückspilz“, schildert sie den Moment. Warum ihr ausgerechnet dieses Streichinstrument so gut gefällt, kann sie ganz klar benennen. „Es hat die Saiten vom Cello und die Größe von der Geige. Das ist besser und spannender als eine Geige.“ Zu Hause bei Ayat gibt es auch eine Geige. Aber die E-Saite ist kaputt, die Wirbel sind außerdem aus Kunststoff und halten nicht, erzählt sie.

Die Instrumente in der Schule sind da deutlich besser. Sieben Geigen gibt es in der 3c, vier Bratschen, fünf Celli und einen Kontrabass. Und Marlene Schellert möchte weitere anschaffen. Denn eine zweite Streicherklasse soll auf den Weg gebracht werden. „Wir wollen ja, dass es weitergeht“, sagt sie.

Auch Justin möchte unbedingt weitermachen. Auch nach der vierten Klasse noch. „Die Gesamtschule Ost und die Kammerphilharmonie warten schon auf diese Kinder“, sagt Marlene Schellert. Nun hoffen alle, dass es mit dem Wechsel der Streicherklasse auf die weiterführende Schule klappt.

Um zum Fortbestand des Streicherprojekts beizutragen, haben Verein und Schule mit den Kindern das Benefizkonzert am kommenden Sonntag, 3. Juni, organisiert. Um 17 Uhr beginnt im Gemeindesaal St. Ansgarii, Hollerallee/Ecke Schwachhauser Heerstraße, das Programm, zu dem auch die Bläserklasse der Gesamtschule Ost beitragen wird. Der Eintritt ist frei. Die Organisatorinnen bitten jedoch um Spenden oder die Übernahme von Patenschaften.

Streicher, die sich hören lassen

Der Förderverein „Bremer Notenschlüssel“ lädt zum Benefizkonzert junger Musiker

Zitat:

„Man braucht

aber richtig

viel Geduld.“

Justin, Cello-Schüler

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