Fotos von Hedda Franke-Hölscher im Rathaus Schwanewede / Ausstellung eröffnet heute Streifzüge durch Straßen und Gassen

Slumkinder Blütenschönheiten, Häuser und Straßen–Hedda Franke-Hölscher setzt sie mit der Kamera in Szene. Ihre Fotos sind ab heute im Rathaus Schwanewede zu sehen.
28.02.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller

Slumkinder Blütenschönheiten, Häuser und Straßen–Hedda Franke-Hölscher setzt sie mit der Kamera in Szene. Ihre Fotos sind ab heute im Rathaus Schwanewede zu sehen.

Schwanewede. "Enge Gassen faszinieren mich immer wieder", sagt Hedda Franke-Hölscher. Häuser, die sich scheinbar ineinander schieben. Das Spiel von Lichtblicken und Schattenwürfen durch Gebäudefronten. Für die Fotografin aus Osterholz-Scharmbeck sind es reizvolle Motive. Aber auch auf Blumen, Menschen und Stadtansichten richtet sie die Linse ihrer Digitalkamera. Und banale Motive wie eine Ansammlung von Kabeln oder Holzkisten mutieren in ihren Fotografien durch die Bildbearbeitung am PC zu kleinen Kunstwerken.

Zu sehen ist all das ab heute in einer Ausstellung im Rathaus Schwanewede. Dort gibt Hedda Franke-Hölscher einen Einblick in ihr vielseitiges fotografisches Schaffen. Seit den 80er Jahren widmet sich die frühere Lehrerin intensiv der Fotografie. Ihr Handwerk hat sie sich teils selbst angeeignet, teils in Lehrgängen und Workshops. Im Fotoclub Ritterhude ist sie Mitglied. Für die Ausstellung in Schwanewede hat die Fotografin verschiedene Motive zu ausgewählten Themen "in Szene gesetzt", so der Titel. Portraits zeigen Kinder aus einem Slum in der Dominikanischen Republik. Franke-Hölscher arbeitete dort als Freiwillige für eine kirchliche Hilfsorganisation. "Die Kinder sollen mit ihrem Wesen herauskommen", beschreibt die Fotografin das Ziel ihrer Portraits. Eine kleine Träumerin blickt sinnend zur Seite, ein Mädchen lacht fröhlich in die Kamera und greift sich dabei in die hübsch frisierten Haare. Auf einem anderen Foto lugen zwei Kinder neugierig über einen Holzzaun.

Der Reiz verwelkter Tulpen

Als Blumenfreundin holt Franke-Hölscher auch gerne Blütenschönheiten vor die Linse. Ein Werk des Grafikers Horst Janssen, das in der Ausstellung zu sehen ist, inspirierte sie zu einer Reihe von Tulpen-Aufnahmen. "Tulpen sind so klar im Aufbau und in den Farben",schwärmt die Fotografin. Ihre Fotos haben das besondere Etwas. Mal ist es der ungewöhnliche Blickwinkel aus der Froschperspektive auf die weichen Rundungen der Blütenkelche. In einer anderen, am PC bearbeiteten Aufnahme, spielt sie mit Schärfe und Unschärfe. So entsteht der Eindrück, als würden sich die Tulpen bewegen. Selbst verblühte Tulpen können reizvoll sein, führt Franke-Hölscher vor Augen. "Die Blüten bekommen eine ganz neue Form, fangen an zu tanzen", beschreibt sie den Reiz .

Andere Bilder sind auf Reisen entstanden. Im Ratssaal wandert das Auge durch Straßen und Gassen: vorbei an Häuserzeilen in einem Dorf in Südfrankreich, durch eine Gasse im Gegenlicht auf Mallorca, eine Fußgängerzone im pastelligen Morgenlicht im österreichischen Hall. Der Blick schweift über die Dächer einer Häuserschlucht in Meißen. Künstlerisch muten zwei Aufnahmen von Straßenzügen in Regensburg in ihrer Komposition aus Farbflächen, Linien, Licht- und Schattenspiel an. In Stadtimpressionen nutzt die Fotografin die Atmosphäre des Lichts. Wie ein magischer Ort wirkt ein französisches Städtchen zur blauen Stunde. Ein geheimnisvoll-romantischer Zauber liegt über Prag, das im leicht diffusen Morgenlicht erwacht. Die Ausstellung im Rathaus wird heute um 18 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie bis 4. April.

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