CDU-Sprecher und Handelskammer fordern Park-Verbot

Streit um Concordia-Tunnel bricht erneut aus

Bremen. CDU und Handelskammer fordern erneut ein Parkverbot zwischen Hollerallee und Concordia-Tunnel. Angesichts der 20 Millionen Euro für die Verbreiterung der Fahrbahn und des Tunnels spricht die CDU von den "teuersten Parkplätze der Republik".
22.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Streit um Concordia-Tunnel bricht erneut aus
Von Jürgen Hinrichs
Streit um Concordia-Tunnel bricht erneut aus

In der Schwachhauser Heerstraße Richtung stadteinwärts staut sich nach der Abbiegung zur Hollerallee der Verkehr, da auf

Christina Kuhaupt

Bremen. Ein kurzes Stück Straße, 200 Meter nur, und doch gibt es seit Jahren erbitterten Streit deswegen. Jetzt kocht er ein weiteres Mal hoch, weil dort, wo nach einem millionenteuren Ausbau die Autos besser durchkommen sollten, tatsächlich häufig Stau herrscht. Für CDU und Handelskammer ist die Entwicklung zwischen Hollerallee und Concordia-Tunnel ein Stück aus dem Tollhaus. Sie fordern erneut und mit Nachdruck, auf der Strecke das Parken zu verbieten.

Was mit wenigen Autos direkt im Tunnel anfing, hat sich in den vergangenen Monaten bis zur Kreuzung Hollerallee/Schwachhauser Heerstraße ausgeweitet - ein einziger Parkstreifen, citynah, kostenlos und mit Anbindung zur Straßenbahn. Für die CDU sind das die "teuersten Parkplätze der Republik", angesichts der 20 Millionen Euro für die Verbreiterung der Fahrbahn und des Tunnels.

"Das gibt's nur einmal in Deutschland", schimpft Frank Imhoff, baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: "Erst verbreitern und dann dicht parken." Imhoff vermutet Absicht dahinter: "Man will die Autofahrer raus haben aus der Stadt."

Die Behörde hält sich in dem Konflikt noch bedeckt. Sie hatte vor einem halben Jahr Kameras installieren lassen, um ein genaues Bild über die Verkehrsströme auf dem Teilstück der Schwachhauser Heerstraße zu bekommen. "Wir werten noch aus", sagt Gunnar Polzin, neuer Abteilungsleiter Verkehr beim Bau- und Umweltsenator und kommissarisch auch Chef des Amts für Straßen und Verkehr. Zwei Feststellungen trifft Polzin bei aller Vorsicht aber doch: "Es gibt das Bedürfnis, dort zu parken." Und: "Ein Abfluss des Verkehrs wird durch die Einspurigkeit nicht behindert."

Ralph Saxe, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, sieht das genauso: "Das Problem ist nicht das Parken und die Einspurigkeit", sagt er, "das Problem ist die Kreuzung." Der Knoten Hollerallee/Schwachhauser Heerstraße könne nicht genügend Verkehr aufnehmen, daher die Staus.

Falsch, sagt die Handelskammer. "Durch das Parken entsteht eine künstliche Flaschenhalssituation, die die Leistungsfähigkeit dieser wichtigen Innenstadtzuwegung spürbar herabsetzt", erklärt Olaf Orb, der bei der Kammer unter anderem für Verkehrspolitik zuständig ist. Verwaltung und Beiräte dürften diese Realität nicht länger ignorieren. Sie sollten handeln und das offensichtliche Ärgernis zügig aus der Welt schaffen. "Im gesamten Straßenzug sollte ein absolutes Halteverbot gelten", fordert Orb. Zumal es hauptsächlich Pendler seien, die dort parkten, und nicht die Kunden der umliegenden Geschäfte.

Klar Position bezogen hatte in der Vergangenheit auch Wirtschaftssenator Martin Günthner: "Wenn die Stadt nach langen öffentlichen Debatten beschließt, die Schwachhauser Heerstraße auszubauen und den Concordia-Tunnel zu erneuern, ist es nicht nachzuvollziehen, warum auf einer Haupteinfallstraße auf dem rechten Fahrstreifen Autos parken dürfen", so der SPD-Mann.

Das von den Grünen geführte Ressort für Umwelt, Bau und Verkehr hielt damals dagegen, es sah keine Beeinträchtigungen des Verkehrflusses und damit auch keinen Grund für ein Parkverbot. Einen Prüfauftrag gab es trotzdem, schon, um den Koalitionspartner nicht zu vergrätzen. Nun soll offensichtlich noch abgewartet werden, bis die politische Sommerpause zu Ende ist. Großes Theater um ein kleines Stück Straße, da wollen alle Akteure dabei sein.

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