Schneller Internetzugang Streit um WLAN in Museen

Die Forderung der CDU nach Wlan in Bremens Museen soll in der Sitzung der Kulturdeputation abgelehnt werden. Dabei sind sich fast alle einig, dass dies notwendig ist. Das sorgt für Streit.
15.05.2018, 20:10
Lesedauer: 2 Min
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Streit um WLAN in Museen
Von Pascal Faltermann

Das gibt Streit in der Kulturdeputation. Ein Antrag der CDU-Fraktion aus dem vergangenen Jahr mit dem Titel „WLAN im Museum“ soll in der Sitzung an diesem Mittwoch von den Abgeordneten abgelehnt werden. So steht es in einer entsprechenden Vorlage. Das verärgert den CDU-Deputierten Claas Rohmeyer, der sagt: „Ich werde richtig wettern.“ Klar, er ist nicht erfreut darüber, dass er mit dem Antrag keinen Erfolg haben wird.

Aber vielmehr ärgert ihn, dass in der Vorlage auch formale Fehler seien. „Es war kein Antrag im Rahmen der Haushaltsberatungen“, sagt er. Dies steht allerdings in dem Papier für die Deputierten: „Der Antrag ist im Rahmen der Haushaltsberatungen für die Jahre 2018/19 mit einer Forderung nach Haushaltsmitteln eingebracht worden und hat sich insoweit mit Haushaltsbeschluss erledigt.“ Rohmeyer vermutet, dass der Antrag nur abgelehnt werden soll, weil er von der CDU ist.

Ob Kunsthalle, Überseemuseum, Weserburg oder Focke-Museum – die bekanntesten Museen in Bremen verfügen gar nicht oder kaum über WLAN. Das geht aus einer Übersicht des Kulturressorts hervor, die den Deputierten für die Sitzung vorliegt. In dem Papier sind auch die Museumsleitungen von neun Einrichtungen nach einer Einschätzung des Nutzens gefragt worden.

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Allgemeiner Tenor ist, dass ein schneller und unkomplizierter Internetzugang zahlreiche Vorteile mit sich bringt, diverse Anwendungsgebiete wie Apps oder Augmented Reality geplant sind und der Service eines allgemeinen Netzzugangs für die Besucher als notwendig erachtet wird.

Das sieht eigentlich auch die Kulturbehörde so. „Eine Ausstattung aller Museen mit öffentlichem WLAN ist wünschenswert“, heißt es in der Vorlage. Aber: Über die Priorität des Ausbaus in Abwägung mit anderen Museumsaufgaben würden die Museumsleitungen autonom entscheiden. Die Erhebung zeige, dass die Voraussetzungen für eine Installation in den einzelnen Häusern sehr verschieden seien.

In jedem Fall würde sich aber eine jeweils individuell gestaltete Aufrüstungsphase mindestens über ein halbes Jahr ziehen, den Museumsbetrieb teilweise erheblich einschränken und hohe Kosten verursachen. Um öffentliches WLAN in Museen zu finanzierten, hatte Rohmeyer den Vorschlag gemacht, die Mehreinnahmen durch die Erhöhung der Tourismusabgabe, der City Tax, zu nutzen. „Die Häuser selbst haben kein Geld dafür“, ist er sich sicher.

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