swb testet Ladesystem für Elektroautos Strom aus der Laterne

Großes Manko beim Betrieb von Elektroautos ist bislang die überschaubare Zahl der Ladestationen. Das Berliner Unternehmen „ubitricity“ wirbt für ein Zapfsystem, das in jede Straßenlaterne passt.
03.05.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Strom aus der Laterne
Von Ralf Michel

Großes Manko beim Betrieb von Elektroautos ist bislang die überschaubare Zahl der Ladestationen. Das soll sich ändern: „Überall einfach Mobilstrom laden“, wirbt das Berliner Unternehmen „ubitricity“ für ein Zapfsystem, das in jede Straßenlaterne passt. Der Energieversorger swb testet das neue Ladesystem ein Jahr lang in Bremen und Bremerhaven.

Wie das System funktionieren könnte, demonstriert Projektleiter Manfred Zolper an einer Laterne auf dem swb-Betriebsgelände in Woltmershausen, eine von 30 Stationen dieses Pilotprojektes . In den Laternenpfahl ist in Brusthöhe eine Steckdose eingelassen. Daran schließt er ein spezielles Ladekabel an, in das ein rechteckiger Kasten integriert ist. Zolper verbindet das Kabel mit dem Elektrofahrzeug, und schon wenig später fließt der Strom.

Die Steckdose sieht fast wie ein gewöhnlicher Anschluss aus, doch dahinter verbirgt sich im Laternenpfahl eine Computereinheit. „Die identifiziert den Kunden und gibt den Strom frei“, erläutert der Projektleiter. Der eigentliche Clou aber ist der Kasten am Ladekabel. Der fungiert als Stromzähler und als mobile Internetverbindung. Das Gerät dokumentiert die Stromabnahme und sendet die Daten zur Abrechnung an die Zentrale nach Berlin. Durchaus erwünschter Nebeneffekt: Auch der Kunde kann den gesamten Vorgang sofort auf seinem Computer oder Smartphone nachvollziehen.

Ob die Systemsteckdose dereinst tatsächlich in Straßenlaternen eingebaut wird, bleibt abzuwarten – nicht zuletzt müssten dafür im öffentlichen Raum entsprechende Sonderregelungen mit der Kommune getroffen werden.

Festzuhalten bleibe aber, „dass das System deutlich einfacher zu installieren ist als die bisherigen stationären Säulen“, erklärt der swb-Vorstandsvorsitzende Torsten Köhne. Denkbar sei zum Beispiel, die Steckdosen an Parkhauswänden anzubringen oder auch am heimischen Carport. Und wesentlich günstiger sei das System außerdem. Eine stationäre Ladesäule schlage mit 10 000 Euro aufwärts zu Buche, das Ladekabel dagegen mit 600 und die Systemsteckdose mit 400 Euro, rechnet Köhne vor.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+