Stadtamt lehnt Konzessionsantrag des neuen Pächters ab Stubu bleibt geschlossen

Das Stubu darf seine Pforten auch weiterhin nicht öffnen. Das Stadtamt hat den Antrag des neuen Pächters auf Erteilung einer Konzession für die Disko abgelehnt. Der Grund: "Ein unzuverlässiger Dritter" ziehe im Hintergrund die Fäden.
15.02.2013, 05:00
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Stubu bleibt geschlossen
Von Alexander Pitz

Das Stubu darf seine Pforten auch weiterhin nicht öffnen. Das Stadtamt hat den Antrag des neuen Pächters auf Erteilung einer Konzession für die Disko abgelehnt. Der Grund: "Ein unzuverlässiger Dritter" ziehe im Hintergrund die Fäden.

Bremen. Die Bremer Groß-Diskothek Stubu, die nach einem Gerichtsbeschluss im Oktober schließen musste, darf vorerst nicht wieder öffnen. Das Stadtamt lehnte den Antrag auf eine entsprechende Konzession ab, den Tim Meister, einer von zwei Betreibern der Disko Gleis 9, im November gestellt hatte. "Wir müssen nach Erkenntnissen der Polizei davon ausgehen, dass ein unzuverlässiger Dritter Einfluss auf den Betrieb nehmen würde", begründete gestern Marita Wessel-Niepel, Leiterin des Stadtamts, die Entscheidung der Behörde. Eine offenkundige Anspielung auf Stubu-Ex-Betreiber Rainer Büsing, der immer noch Eigentümer der Immobilie ist. "Es sieht alles nach einem Strohmannverhältnis aus", so Wessel-Niepel. Daher könne das Amt der Seven Days GmbH, die Tim Meister gründen will, um das Stubu zu übernehmen, keine Konzession erteilen.

Das Oberverwaltungsgericht hatte bereits im Oktober in einem Eilverfahren befunden, dass die damalige Betreibergesellschaft, die Stubu Dance House GmbH, dem maßgeblichen Einfluss Büsings unterliege, der "gaststättenrechtlich unzuverlässig" sei. Der in Bremen als "Disko-König" bekannte Büsing hatte das Stubu am Rembertiring 21 seit 1994 betrieben.

Im Januar 2006 waren vier Stubu-Türsteher an einer Schießerei beteiligt, bei der fünf Menschen schwer verletzt wurden. Nach weiteren Problemen entzog das Stadtamt im Dezember 2006 Büsing die Konzession. In den folgenden Jahren wurde die Disko zwar von verschiedenen anderen Geschäftsführern betrieben – darunter auch schon einmal Tim Meister – Eigentümer der Immobilie blieb aber stets Büsing selbst, der vor einigen Monaten erneut einen Pachtvertrag mit Meister abschloss.

"Ich bedaure, dass Herr Meister die Konzession nicht bekommen hat", sagte Büsing auf Nachfrage dieser Zeitung. Er könne sich aber vorstellen, dass die in seinen Augen rechtswidrige Entscheidung durch einen baldigen Gerichtsbeschluss aufgehoben werde. Büsing stellte jedoch klar, dass er aus wirtschaftlichen Gründen nicht lange warten wolle: "Die Kosten für das Stubu laufen weiter."Notfalls müsse er sich eben einen anderen Pächter suchen. Interessenten gebe es viele. Eine weitere Option sei, das Stubu zu verkaufen. Bislang habe es aber kein gutes Angebot gegeben.

Tim Meister kündigte unterdessen in einer Pressemitteilung an, gegen die Entscheidung des Stadtamts gerichtlich vorgehen zu wollen.

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