Studiengang stellt seine Arbeit vor Studenten bauen Roboter

Horn-Lehe. In den meisten Projekten steckt mindestens zwei Jahre Arbeit: Verteilt über die erste Etage des Mehrzweckhochhauses an der Universität Bremen, stellen 16 Studentengruppen während des Informationstages des Fachbereiches Mathematik und Informatik die Ergebnisse ihrer Arbeit vor.
02.08.2012, 05:00
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Studenten bauen Roboter
Von Kristin Hermann

Horn-Lehe. In den meisten Projekten steckt mindestens zwei Jahre Arbeit: Verteilt über die erste Etage des Mehrzweckhochhauses an der Universität Bremen, stellen 16 Studentengruppen während des Informationstages des Fachbereiches Mathematik und Informatik die Ergebnisse ihrer Arbeit vor.

Gleich am Eingang sticht ein Miniatur-Fußballfeld ins Auge, auf dem die Roboter des Teams "B-Human" Fußball spielen. Simon Tadikken aus dem sechsten Semester betreut die kleinen Roboter seit Monaten mit. "Die Roboter spielen völlig autonom, da sie vorher so programmiert wurden", erzählt der Informatikstudent begeistert. "Seit drei Jahren sind wir mittlerweile in der Standard-Plattform Profiliga und haben im April zum vierten Mal hintereinander die German Open gewonnen."

Einen Stand weiter erwartet die Besucher wieder ein Roboter – allerdings ganz anderer Art. Er erinnert an ein U-Boot in Kleinformat, ist aber der Unterwasserroboter "Avalon", wie der Informatikstudent Allan Conquest erklärt. Dieser Roboter bewegt sich wieder ohne menschliche Kontrolle fort und erledigt seine programmierten Aufgaben.

Mögliche Einsatzorte für "Avalon" können Pipelines unter Wasser sein. Hat eine dieser Leitungen ein Leck, ist der Roboter so eingestellt, dass er selbstständig erkennt, was er reparieren muss. Und das erledigt er dann auch gleich – selbstständig. Das Bremer Team aus Diplom- und Masterstudenten hat im April bei einem internationalen Wettkampf in Italien den vierten Platz belegt. Dabei musste ihr Roboter einen Hindernisparcours bewältigen.

Neben den Robotern hat auch die Entwicklung von Apps Einzug in die Arbeitskreise der Studenten gehalten. Unter anderem auch die "eStudent-App". Diese ermöglicht, die regulären Campusdienste, die zuvor nur über das normale Internet verfügbar waren, nun auch per Smartphone zu nutzen.

"Die Etage und die Vorträge der Studenten waren den ganzen Tag über gut besucht", berichtet Christian Meier, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war. Der Infotag bringe den Studiengang nicht nur Besuchern näher, sondern fördere auch den Austausch zwischen den Studierenden und den Lehrenden. "Besonders gut kamen die Stände zum Ausprobieren und Anfassen an", war zumindest Christian Meiers Eindruck.

Bei dem Projekt "SyncR" geht es beispielsweise um die Vernetzung von Objekten. "Wir wollen eine Verbindung zwischen realer und virtueller Welt schaffen", sagt Projektleiter Christoph Staal. Um dieses Wagnis zu meistern, steht der Gruppe eine moderne Forschungswohnung auf dem Universitätscampus zur Verfügung. In dieser Wohnung können die verschiedensten Geräte via Laptop, Smartphone oder I-Pad bedient werden. So kann auch die Farbe des Lichts geregelt werden.

Christoph Staal verweist auf eine neckische Anwendung für Paare, die eine Fernbeziehung führen. Sie könnten sich mit Hilfe von Lichtzeichen verschiedene Gefühle übermitteln. Das Projekt soll aber nicht nur als Spielerei verstanden werden. Es funktioniert als Assistenzsystem für ältere Menschen.

Ein kleiner Nachbau der Wohnung, den die Studenten liebevoll ihr "Puppenhaus" nennen, besitzt eine Berührungsoberfläche, über die man alle Geräte in den Räumen bedienen kann und auf der angezeigt wird, welche Elektronik gerade aktiv ist. So erhalten sowohl diejenigen, die in der Wohnung leben, einen Überblick über ihr Zuhause, als auch Freunde oder Angehörige.

Das Team von "SyncR" hat sich viele Gedanken um den Familienzusammenhalt gemacht, weil heutzutage eher selten alle Familienmitglieder in der gleichen Stadt leben. Für den klassischen Spieleabend gibt es wenig Gelegenheit. Mit einer Internetverbindung und Computer-Tablets, auf denen echte Figuren von "Mensch ärgere dich nicht" stehen, kann die Familie auch über große Entfernungen miteinander Spaß haben.

Verkabelt mit einem Sensorensystem, bringen Mascha Wagner und Malte Kuhn in ihrem Projekt "ACT" Mensch und Maschine näher zusammen. Dafür nutzt Malte Kuhn verschiedene Bewegungen, die anschließend auf einen Computer übertragen werden.

Nähere Informationen über den Studiengang gibt es unter Telefon 218-60150 und im Internet auf www.informatik.uni-bremen.de.

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