Steintor Studenten stellen Pläne für Lüneburger Platz vor

Steintor. Das Team aus den angehenden Architekten Christian Wilm und Oliver Fuhrmann sowie dem angehenden Designer Jens Lamping hat mit seinem Entwurf für den Lüneburger Platz die Jury für sich eingenommen.
20.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Liane Janz

Steintor. Das Team aus den angehenden Architekten Christian Wilm und Oliver Fuhrmann sowie dem angehenden Designer Jens Lamping hat mit seinem Entwurf für den Lüneburger Platz die Jury für sich eingenommen. Jetzt hat sich der Beirat Östliche Vorstadt mit allen 16 Entwürfen der insgesamt 30 Studierenden der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste befasst und viel Lob ausgesprochen.

Der "Anziehungspunkt" hat überzeugt. Auf seiner Sitzung hat sich der Beirat der Östlichen Vorstadt am Dienstagabend mit den 16 Entwürfen für den Lüneburger Platz von 30 Architektur- und Designstudenten der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste beschäftigt. Professorin Ulrike Mansfeld von der Hochschule stellte den Stadtteilpolitikern und Bürgern alle Entwürfe kurz vor und nannte dabei auch gleich die vier von einer Jury ausgewählten Preisträger.

Auf den ersten Platz schaffte es das Trio mit den Architekturstudenten Christian Wilm und Oliver Fuhrmann sowie dem Designstudenten Jens Lamping. Ihr Entwurf mit dem Namen "Anziehungspunkt" (wir berichteten am Sonntag vorab) zeigt den Werder-Imbiss als zweistöckiges Gebäude mit abgerundeten Ecken und einer transparenten Hülle. Ist das Innere des Hauses beleuchtet, wird es nachts zum Blickfang. "Das ist ein großes Gebäude, aber eins, das den Platz auf ganz entscheidende Weise ordnet", sagte Ortsamtsleiter Robert Bücking, der die Sitzung leitete und auch Mitglied der Jury war.

Einen Sonderpreis erhielt der Architekturstudent Axel Werk für sein "Grat am Meer". Eine große, gefaltete, treppenförmige Skulptur am östlichen Ende des Platzes ist bei ihm das beherrschende Merkmal. Der Imbiss hätte sich dann eine neue Bleibe suchen müssen.

Gleich zwei Entwürfe erhielten dieselbe Anzahl Jurystimmen und teilen sich Platz zwei. Die Austauschstudenten Clémence Mansons und Victor Rivera Zavala stellten ihren Entwurf "Das Band" auf Englisch vor. Ein flaches Bauwerk mit Sitzmöglichkeiten und überdachten Haltestellen schlängelt sich im Zickzack über den Platz und bietet Funktionalität und Aufenthaltsmöglichkeiten gleichermaßen.

Der "Trialog" von Carola Stock, Danielle Kettelhake, Julia Dennler, Jonas Lang, Markus Hollermann und Jittinan Kitsumritiroj soll Aufenthalt, Austausch und Aktion ermöglichen. An die östliche Seite des Platzes würden sie ein neues Gebäude unter anderem für den Werder-Imbiss bauen, an der westlichen Spitze einen dreieckigen Kultur- und Medienturm. Dessen Seiten könnten für Kulturankündigungen genutzt, aber auch aufgeklappt und als große Leinwand, beispielsweise fürs Public Viewing, oder als Bühne genutzt werden.

"Es war keine Arbeit dabei, wo ich gleich gesagt hab: ‚Nee, will ich nicht‘", sagte Beiratssprecher und Juror Peter Rüdel (Grüne). Das habe ihm die Auswahl sehr schwer gemacht. Der Beirat müsse jetzt darüber nachdenken, wie er die Rahmenbedingungen für eine Umgestaltung des Platzes schaffen könne.

Viel Lob für alle Entwürfe

Insgesamt ernteten alle Entwürfe viel Lob vom Beirat. "Jetzt muss natürlich jemand kommen, der Geld in der Tasche hat", sagte Beiratsmitglied Steffen Eilers (Grüne). Nötig hätte der Platz eine neue Gestaltung aus seiner Sicht – er bleibe weit unter seinen Möglichkeiten.

Ein Anwohner des Lüneburger Platzes gab zu bedenken, dass die Verkehrsdichte dort sehr hoch ist. Wegen des Straßenlärms und der Abgase könnte er seine Fenster tagsüber nicht öffnen. Es sei für ihn schwer vorstellbar, dass Menschen gern auf dem Platz verweilen möchten.

An den Straßenverkehr sei gedacht worden, sagte Ulrike Mansfeld. Fast alle Entwürfe sehen eine sogenannte "Entschleunigung" vor, verlegen beispielsweise den Taxistand in eine der angrenzenden Straßen und verkleinern die derzeit vierspurige Lüneburger Straße. Bei vielen ist auch die Rechtsabbiegemöglichkeit von der St.-Jürgen-Straße ins Steintor abgeschafft. Das vergrößert einerseits den Platz und nimmt andererseits Verkehr aus dem Quartier heraus. Im Siegerentwurf "Anziehungspunkt" ist der Verkehr ein charakteristisches Merkmal des Platzes. Aufenthaltsqualität würde ein geschützter Raum mit Panoramafenstern im zweiten Geschoss des Neubaus schaffen.

Alle 16 Entwürfe werden nun in einem Katalog noch einmal genau beschrieben und abgebildet. Der soll zur öffentlichen Präsentation der Entwürfe am 8. Juli vorliegen. Zeit und Ort der Präsentation werden noch bekannt gegeben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+