Theater Incognito zeigt „Der Dieb, der nicht zu Schaden kam“ / Premiere Sonntag im Theatersaal der Uni

Studentenensemble feilt an Feinheiten

Ironie, Humor und Gesellschaftskritik bestimmen die neue Produktion des Studententheaters Incognito der Bremer Universität. Die Komödie "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" des Italieners Dario Fo feiert am Sonntag, 30. Juni, im Theatersaal der Uni Premiere.
27.06.2013, 05:00
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Von Sheila Schönbeck

Ironie, Humor und Gesellschaftskritik bestimmen die neue Produktion des Studententheaters Incognito der Bremer Universität. Die Komödie "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" des Italieners Dario Fo feiert am Sonntag, 30. Juni, im Theatersaal der Uni Premiere.

Horn-Lehe. Etwas zum Lachen und etwas zum Nachdenken – diese unterhaltsame Kombination verbindet die Posse "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" von Literaturnobelpreisträger Dario Fo. Studenten des Theaters Incognito haben mit dem Regisseuren Franz Eggstein und Roland Klahr in diesem Semester den Einakter einstudiert.

Bis zu drei Mal die Woche haben sich die sieben Studierenden zu den Proben getroffen. In dieser Woche vor der Premiere sind sich Laienakteure und Regisseure einig, am zweiten Teil muss noch gefeilt werden. "Das Ende ist noch schwach, da müssen wir bis um Auftritt weiter dran arbeiten", sagt Roland Klahr. Auch die Verbindungen zwischen den einzelnen Dialogen fehle noch. Die müssten präzise auf den Punkt gebracht werden, so der Regisseur.

Dario Fos Einakter "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" ist eine kurzweilige Komödie, die durch die schnelle Abfolge zahlreicher Dialoge ihre Dynamik entwickelt. Der Einbrecher Angelo Tornati ist eigentlich auf ganz normaler Diebestour. Doch dabei wird er überrascht: Der Hausherr, der Stadtrat, kommt unerwartet nach Hause, allerdings mit seiner Geliebten statt seiner Frau. Tornati, der sich zunächst in einer Wanduhr versteckt, wird zum Mitwisser eines Lügenkonstrukts, das im Verlauf der Handlung immer weitere Kreise zieht. "Alle lügen bis auf den Dieb. Er ist der einzige Ehrenmann in dem Stück", verrät Regisseur Roland Klahr.

Die Rolle dieses ehrlichen Betrügers spielt Andreas Scharfort. Auch er äußert sich noch sehr selbstkritisch: "Die Trinkszene könnte ich noch besser spielen. Und auch am Ende müssten wir uns noch etwas einfallen lassen." Er ist ganz schön ins Schwitzen gekommen in den etwa einstündigen Stück. "Vor allem im Schrank ist es sehr heiß", erzählt der Student.

Die Schwierigkeit für die kleine Theatergruppe besteht darin, den für Fos gesellschaftskritische Stücke typischen überspitzten, theatralischen Spielstil hinzubekommen. "Damit sind die Studenten nicht vertraut", weiß Franz Eggstein. Diese Herausforderung hätte andererseits für die Auswahl dieses Stücks gesprochen. "Es ist eine Art Experiment. Ist es möglich, Laien diesen Spielstil zu vermitteln? Derzeit arbeiten wir noch daran", sagt der Regisseur. Diesen zu finden, ist für die jungen Schauspieler nicht einfach. "Mal ist es zu naturalistisch, mal zu sehr übertrieben", erlebt Marica Tomiak. Die Geschichts- und Philosophiestudentin spielt die hysterische Geliebte des Stadtrats.

Herausforderung: die Bühne

Eine andere Herausforderung für das Regisseur-Duo war die Größe der halbrunden Bühne. Das 13 Meter breite Podest hat eine geringe Höhe und Tiefe. "Das schränkt szenisch sehr ein. Wir müssen sehr auf Breite spielen", sagt Franz Eggstein. Daher ist das Bühnenbild einfach gehalten: Ein Schrank dient als Standuhr, die Couch besteht aus ein paar Sitzhockern, und durch eine Schattenwand entsteht ein zweiter Raum im Raum. "Wir versuchen möglichst abstrakt zu bleiben und verzichten auf ein realistisches Bühnenbild. Das ist unser Konzept", erklärt Eggstein.

"Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" ist das 14. Bühnenstück des Theaters Incognito. Die Theatergruppe ist vor gut sieben Jahren aus einer Lehrveranstaltung hervorgegangen. Vor drei Jahren hat sich der gemeinnützige Verein gegründet. "Das war die Reaktion, um die vielfältigen Interessen abdecken zu können", so Eggstein. Mittlerweile gehören der Theatergruppe aus dem Studiengang Kulturwissenschaften auch Studierende aus verschiedenen Fachbereichen an. Lucie Schlicht etwa. Sie studiert Geowissenschaften. In dem aktuellen Stück spielt sie die Frau des Stadtrats. "Ich bin spontan eingesprungen, weil jemand abgesprungen ist", erzählt die Studentin, die Schauspielerfahrung hat.

"Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" des Theaters Incognito hat am Sonntag, 30. Juni, um 19 Uhr Premiere im Theatersaal der Universität. Weitere Aufführungstermine sind Freitag, 5. Juli, 19 Uhr, und Sonnabend, 6. Juli, 20 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse. Vorbestellungen sind unter www.theaterincognito.de möglich.

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