Georgiana Ciobotaru aus Rumänien finanziert ihr Studium an der Jacobs University mit Stipendien und Preisen Studentin mit Hang zur humanitären Logistik

Bremen-Nord. „Logistische Herausforderungen reizen mich, und ich will was lernen“, sagt Georgiana Ciobotaru mit funkelnden Augen. Sie sitzt in einem Büro der Jacobs University und erzählt wie ein Wasserfall von ihren Plänen – auf Englisch, da ihr dies leichter falle, als Deutsch zu sprechen.
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Von Imke Molkewehrum

„Logistische Herausforderungen reizen mich, und ich will was lernen“, sagt Georgiana Ciobotaru mit funkelnden Augen. Sie sitzt in einem Büro der Jacobs University und erzählt wie ein Wasserfall von ihren Plänen – auf Englisch, da ihr dies leichter falle, als Deutsch zu sprechen. Mit Bestnoten hat die Rumänin im Jahr 2014 ihr Bachelorstudium an der Nordbremer Uni abgeschlossen und studiert hier jetzt im Masterstudiengang Internationale Logistik als Stipendiatin der Bremer Hafenvertretung.

Darüber hinaus vertritt Ciobotaru als Botschafterin die Bremer Logistikwirtschaft in ihrem Heimatland und hat im September einen mit 1000 Euro dotierten Preis vom Deutschen Akademischen Austauschdienst bekommen. Diese Auszeichnung wird immer an ausländische Studierende verliehen, die in Deutschland studieren und dabei akademische Leistungen mit sozialem Engagement verbinden.

Georgiana Ciobotaru interessiert sich für humanitäre Logistik und hat ein sechsmonatiges Praktikum beim Internationalen Roten Kreuz in Spanien absolviert. „Dort habe ich in einem Lagerhaus gearbeitet, von dem aus Hilfsgüter nach Afrika, Syrien oder für die Philippinen verschifft wurden“, erzählt die Preisträgerin. „Wir waren 15 Ehrenamtliche und haben das Lagerhaus gemeinsam mit unserem Chef gemanagt.“ In Gesprächen mit dem Vorgesetzten habe sie viel gelernt. „Ich würde gern in der humanitären Hilfe arbeiten“, betont sie, allerdings würde dies erst ab einem Alter von 26 Jahren empfohlen. „Du brauchst Erfahrungen, und es ist vorher zu hart, verwundete, sterbende oder tote Menschen zu sehen.“

Georgiana Ciobotaru stammt aus Râmnicu-Vâlcea im Süden Rumäniens. „Das liegt direkt an den Bergen“, schildert die Studentin, die gerade ein paar Wochen in ihrer Heimat war. „Ich wollte immer im Ausland studieren, um andere Kulturen kennenzulernen, und habe mich in England und Deutschland beworben. Sie hatte die freie Wahl und entschied sich für Bremen, statt nach Edinburgh zu gehen. Ein Freund habe ihr von der Jacobs University nur Gutes erzählt. Und ihre Eltern, die zur Absolventenfeier der Bachelor-Studenten auf dem Campus angereist waren, hätten auch konstatiert, dass sie hier wie eine Prinzessin lebe.

Inzwischen wohnt die 23-Jährige allerdings in der Neustadt. „Bis zum Bachelor muss man auf dem Campus leben, danach kann man auch andernorts wohnen.“ Finanziell kommt sie gut über die Runden, da sie nach dem Praktikum in Spanien noch einen mit 1500 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Oldenburgischen Landesbank gewonnen hat. „Von dem Geld habe ich noch etwas übrig, ich will davon reisen“, sagt sie.

Schon zu Studienbeginn erhielt die Rumänin ein Stipendium und entschied sich nach einigen Schnupperkursen für den Studiengang International Logistics – Management and Engineering. „Als ich in Deutschland ankam, wusste ich nicht viel von Logistik. Mich interessierten Mathematik, Physik und Management“, sagt Ciobotaru. „Heute sehe ich meine Zukunft durchaus in der humanitären Logistik.“ Es gelte beispielsweise, möglichst schnell geeignete Transportwege in ein Erdbebengebiet auszuloten und den Transport humanitärer Güter und Waren zu organisieren.

Im Jahr 2016 wird die Rumänin voraussichtlich ihr Studium beenden. In ihre Heimat will sie vorerst aber nicht zurückkehren. „Vielleicht in zehn bis 20 Jahren. Rumänien liegt halt in Osteuropa, aber es hat das Potenzial, sich noch zu entwickeln.“

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