Schulausfall in Bremen Sturm sorgt für Feuerwehr-Einsätze

Evakuierte Flüchtlingszelte, Einschränkungen im Bahnverkehr - mit rund 110 Stundenkilometern ist Sturmtief "Nils" in der Nacht auf Montag über Bremen und Niedersachsen gezogen.
29.11.2015, 18:07
Lesedauer: 2 Min
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Evakuierte Flüchtlingszelte, Einschränkungen im Bahnverkehr - mit rund 110 Stundenkilometern ist Sturmtief "Nils" in der Nacht auf Montag über Bremen und Niedersachsen gezogen.

Mit Sturmböen und Starkregen hat Sturmtief "Nils" in Niedersachsen und Bremen Schäden verursacht. Während es die Feuerwehr in Bremen nur vereinzelt mit abgebrochenen Ästen zu tun hatte, sorgte der Sturm in Niedersachsen für größere Einsätze: In Großenkneten (Landkreis Oldenburg) rammte ein mit rund 150 Fahrgästen besetzter Zug am späten Sonntagabend einen Baum, der nach heftigen Sturmböen auf die Schienen gestürzt war. Der Lokführer wurde leicht verletzt. Im Bereich Oldenburg rückte die Feuerwehr zu insgesamt 50 sturmbedingten Einsätzen aus.

Zwischen Hannover und Lehrte war der Bahnverkehr am Montagmorgen wegen eines umgekippten Baumes zunächst gesperrt. Auch die S-Bahnlinien S3, S6 und S7 fielen in dem Bereich am frühen Montagmorgen zunächst aus. Wann der Verkehr dort wieder freigeben werden könne, war zunächst unklar. In der Region Hannover rückte die Feuerwehr insgesamt über 30 Mal zu kleineren, wetterbedingten Einsätzen aus. Zu Unfällen oder Bränden kam es durch den Sturm aber nicht.

Mehr als 1000 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht

In Bremen hatte die Feuerwehr am Sonntagabend mehr als 1000 Flüchtlinge aus Zelten vor dem Sturm in Sicherheit gebracht. Sie wurden vorübergehend in Schulen untergebracht, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Das entspräche den vorher festgelegten Notfallplänen der Notunterkünfte. Wann die Flüchtlinge in die Zelte zurückkehren können, war am Montagmorgen zunächst unklar.

Betroffen sind die vier Standorte an der Universität, am Überseetor, im Büropark Oberneuland und auf dem BreNor-Gelände in Blumenthal. Die Flüchtlinge werden in Bussen in benachbarte Schulen verlegt. Das sind, wie bereits bei der ersten Evakuierung am 17. und 18. November, die Gesamtschulen West und Ost, das Schulzentrum Ronzelenstraße und die Oberschule an der Egge mit dem Schulzentrum Blumenthal.

>> Hier gibt es die aktuellen Warnungen des DWD

Wie die Bremer Bildungsbehörde mitteilt, wird es an drei der vier Schulen am Montag nicht zu Unterrichtsausfall kommen. An der Ronzelenstraße beginnt der Unterricht für die Klassen fünf bis neun erst um 11.55 Uhr, die Klassen zehn bis 13 sind vom Ausfall nicht betroffen.

Sozialsenatorin Anja Stahmann und Bildungssenatorin Claudia Bogedan baten um Verständnis für den Unterrichtsausfall und verwiesen auf die Notsituation der Flüchtlinge. Allerdings sei für zukünftige Evakuierungen der Zelte bereits ein neuer Standort in Sicht, um die Schulen zu entlasten. Aktuell könne dieser aber noch nicht zur Unterbringung der Flüchtlinge genutzt werden.

Weihnachtsmärkte Sonntag geschlossen

Auch der Bremer Weihnachtsmarkt und der Schlachtezauber waren vom drohenden Sturm betroffen. Um 18 Uhr am Sonntag beschlossen alle Beteiligten nach einer Analyse der Lage, die Veranstaltungen zu schließen. Die Marktbeschicker auf allen Märhten in der Stadt mussten Bunden und Stände sicher einpacken, die Besucher das Areal auf Bitten der Polizei verlassen. (wk)

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