Live-Musik und Kickern am Sonnabend

Summersound-Festival in der Neustadt trotzt dem Regen

Die Bremer haben sich am Sonnabend nicht vom Wetter abschrecken lassen und beim Summersounds-Kulturfestival in der Neustadt im Freien gefeiert.
12.08.2017, 21:12
Lesedauer: 2 Min
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Summersound-Festival in der Neustadt trotzt dem Regen
Von Antje Stürmann
Summersound-Festival in der Neustadt trotzt dem Regen

Im Zelt blieb es trocken beim Auftritt der Gruppe Ukulele Overnite. Die Besucher des Summersounds-Festivals in der Neustadt ließen sich vom Wetter den Spaß nicht verderben.

Christina Kuhaupt

„Regen – na und?“, so dachten am Sonnabend die Besucher des 12. Summersounds-Kulturfestival in der Neustadt. Auf den Wiesen zwischen Neustadtswall und Neustadtscontrescarpe verbrachten sie bei Live-Musik, Aktionen für die Familie und Leckereien schöne Stunden. Durchgeweichte Pappe unter dem Stand des Tanzstudios „Bounce 'n' Boogie“, tropfende Bühnendächer und immer schlammiger werdende Wege, all das blieb beim Kulturfestival Nebensache.

Am Nachmittag verbreitete Kinderliedermacher und Bilderbuchautor Florian Müller auf der Bühne bei der Hochschule Bremen gute Laune. „Mein Lieblingslied ist ,Schade, dass du doof bist'“, freute sich die neunjährige Johanna. An den Tischen des Neustädter Kickervereins „Roter Stern“ flogen die Bälle, Profis verrieten ihre Tricks und die besten Nachwuchskicker gingen nach dem Turnier mit Medaillen nach Hause. „Roter Stern“ war zum zweiten Mal beim Festival dabei: „Wir zeigen gern, was wir machen, und es ist schön, etwas zum Festival beisteuern zu können“, sagte Tanja Fink vom Verein. Besucher Nils Ohldebusch nahm das Angebot gern an: „Das macht unheimlich Spaß. Wenn die Profis aber mit ihren Tricks und Taktiken anfangen, wird's schwierig für mich.“

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Ein Novum zwischen all den Aktiven und engagierten Kreativen war unter anderem der Einsatz eines internationalen Workcamps. Junge Leute – unter anderem aus Russland, Spanien, Italien und Frankreich – halfen beim Aufbau und gestalteten gemeinsam mit dem Bremer Jugendring mehrere Tage lang ein Europa-Projekt. „Wer eine coole Idee hatte, sollte sie einfach mal umsetzen können“, sagte Projektmitarbeiterin Arabella Walter. Mitgemacht haben auch vier Geflüchtete aus Afghanistan. Der Jugendring unterstützt die Jugendlichen dabei, die eigenen Stärken zu erkennen und zu zeigen. „Wir versuchen in dieser Jurte über Stationen der Begegnung mit den Festival-Besuchern ins Gespräch zu kommen“, erklärte Arabella Walter, „sie können uns sagen, woher sie kommen und was ihnen wichtig ist“. Wer Lust hatte, konnte über erstaunliche Fakten das Herkunftsland eines Workcamp-Teilnehmers erraten, persönliche Geschichten in ein Buch schreiben oder auf einer Weltkarte einen Pin an Orte stecken, an die er oder sie sich gerne erinnert. „Das hat gut funktioniert“, so Walter.

Summer Sounds - Musik- und Kulturfestival in der Neustadt

Annika Müller, Alina Osterloh und Tom Ollendorf (sitzend, v.l.) mit anderen Festival-Besuchern.

Foto: Christina Kuhaupt

Bands aus Brüssel, London und Melbourne

In der Jurte nebenan genossen die Zuhörer beim Bier die luftig-leichte Musik des Jazzclubs (Musikerinitiative Bremen). Das Festival bediente die unterschiedlichsten Musikstile von Country bis Alternative: Vor allem regionale Bands wie Havington (Indie-Folkpop) und Masters & Thieves (Pop und Neo-Soul) aus Bremen bekamen ihren Auftritt – aber auch Bands aus Brüssel, London und Melbourne.

Auf dem Wiesenhügel hatten Tom Ollendorf, Annika Müller und Alina Osterloh ihre Picknick-Decke ausgebreitet und die Regenschirme aufgespannt. Osterloh hatte 2016 so viel Spaß beim Summersounds-Festival, dass sie in diesem Jahr wieder kam. „Ein bisschen Regen gehört in Bremen dazu“, sagte die 21-Jährige mit einem Lächeln. „Die Bands spielen Musik, die wir gerne hören, die Stimmung ist super, und die Vielfalt des Essens überzeugt.“ Ein Lob, über das sich Veranstalterin und Stadtteilmanagerin Astrid-Verena Dietze freute und das sie als Kompliment weiterreichte: „Tolles Team, tolle Kooperationspartner. Trotz des Wetters läuft es fantastisch.“ Für nächstes Jahr kann sie sich vorstellen, das Festival am Freitag zu eröffnen. Bei diesen Aussichten ließ sich kurz die Sonne blicken.

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