Opfer wurde in seiner Wohnung gefesselt und ausgeraubt Täter schweigt vor Gericht

Bremen-Nord. Wegen schweren Raubes muss sich seit Mittwoch ein 28-Jähriger vor dem Bremer Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am 20.
20.04.2017, 00:00
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Täter schweigt vor Gericht
Von Julia Ladebeck

Bremen-Nord. Wegen schweren Raubes muss sich seit Mittwoch ein 28-Jähriger vor dem Bremer Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am 20. Dezember 2016 einen Mann in seiner Wohnung an der Borchshöher Straße überfallen, ihn gefesselt und zur Herausgabe der Geheimnummer seiner EC-Karte gezwungen zu haben. Nach Angaben von Nikolai Sauer, Sprecher und Richter am Landgericht Bremen, hat der Angeklagte eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren zu erwarten. Die Höchststrafe bei einem schweren Raub liege bei 15 Jahren.

Nach Angaben des Gerichts soll der 28-Jährige durch ein Fenster in die Wohnung eingestiegen sein; die Scheibe hatte er demnach zuvor eingeschlagen. Er suchte nach Bargeld und traf dabei den Bewohner an, der zu Hause war.

Der Mann schlug dem Einbrecher vor, gemeinsam zur Bank zu gehen, um Geld vom Konto abzuheben. Als beide Männer zusammen die Wohnung verließen, rief das Opfer laut um Hilfe. Der 28-Jährige soll den Mann daraufhin zurück in die Wohnung gezerrt und ihn mit Paketklebeband, einem Gürtel und einem Antennenkabel an Armen, Hüfte und den Füßen an ein Bett gefesselt haben. In dieser Situation soll der Angeklagte sein Opfer nach der Pin von dessen EC-Karte gefragt haben. Aus Angst habe der Gefesselte die Geheimnummer auch verraten. Der Täter hat sein Opfer laut Gericht danach mit einer Socke geknebelt und diese zusätzlich mit Paketklebeband fixiert. Anschließend, so der Gerichtssprecher, habe er die EC-Karte des Mannes genommen und soll damit an einem Bankautomaten an der Georg-Gleistein-Straße 2000 Euro abgehoben haben.

Anschließend sei er noch einmal in die Wohnung seines Opfers zurückgekehrt und habe sich zusätzlich 60 Euro aus dessen Portemonnaie genommen. Schließlich habe er die Fesseln des Mannes gelöst und die Wohnung samt Bargeld wieder verlassen.

Im ersten von insgesamt vier festgelegten Verhandlungsterminen hat der Angeklagte sich nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. Der überfallene Nordbremer wurde als Hauptbelastungszeuge vernommen. Für die Hauptverhandlung hat das Gericht drei weitere Termine angesetzt. Voraussichtlich, so Nikolai Sauer, werden weitere Zeugen angehört. Der Prozess wird am Freitag, 21. April, fortgesetzt. Das Urteil wird für den 15. Mai erwartet.

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