Veranstaltung findet kommende Woche zum dritten Mal statt

Tag der Zivilcourage soll sich bundesweit etablieren

Bremen. Am 19. September ist „Tag der Zivilcourage“ auf dem Bremer Marktplatz.
13.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Katherine Rydlink

Am 19. September ist „Tag der Zivilcourage“ auf dem Bremer Marktplatz. Mit zahlreichen Aktionen will die Initiative „Tu was! Zeig Zivilcourage!“ auf Mobbing, Gewalt und Aggressivität aufmerksam machen – und zeigen, wie man sich dagegen wehren kann.

„Wir wollen das Thema Zivilcourage stärker in die Öffentlichkeit bringen und alltagsbezogene Aufklärungsarbeit leisten“, sagt Norbert Kuntze, Sprecher der Initiative „Tu was! Zeig Zivilcourage!“. Bereits zum dritten Mal veranstalten die Mitglieder der Initiative den Tag der Zivilcourage in Bremen. „Unser Ziel ist es, ihn als jährlich wiederkehrende Veranstaltung fest zu etablieren – vielleicht sogar irgendwann bundesweit“, sagt Kuntze.

In diesem Jahr wird der Thementag erstmals von einem Filmprogramm eingeleitet. An den Abenden zwischen dem 16. und 18. September werden die Filme „Gibsy“ und „Mobbing – was nun?“ im Kino City 46 gezeigt. Im Anschluss an die Filmvorführungen stehen die Filmemacher für Fragen und eine Diskussionsrunde bereit. Schulklassen können sich für das Tagesprogramm anmelden: Markus Gerstmann vom Servicebüro Jugendinformation diskutiert nach dem Film „Netzangriff“ mit den Schülern über Cybermobbing.

Am Donnerstag startet dann das Bühnenprogramm auf dem Marktplatz. „Wir haben die Aktivitäten diesmal noch ausgeweitet“, sagt Kuntze. „Es richtet sich noch stärker an Kinder und Jugendliche.“ Ein Malwettbewerb zum Thema „Mutgeschichten“, der bereits vor zwei Wochen an einer Grundschule in Osterholz gestartet wurde, soll auf dem Marktplatz fortgeführt werden. „Kinder und Jugendliche machen sich dabei Gedanken, in welcher Situation sie schon einmal mutig waren und malen das dann auf“, sagt Christian Humm von der Initiative „Tu was! Zeig Zivilcourage!“. „Denn Mut ist der grundlegende Faktor für Zivilcourage.“ Die Bilder und Geschichten werden im Anschluss auf der Bühne vorgestellt. „Wir wollen das Projekt aber auch über den Tag der Zivilcourage hinaus langfristig vorantreiben“, sagt Humm.

Auch für die Älteren gibt es Programmpunkte: etwa eine offene Diskussionsrunde mit den Diskothekenbetreibern, Türstehern, Polizisten und Rettungssanitätern auf der Bremer Diskomeile. Die Besucher haben die Möglichkeit, die Verantwortlichen mit Fragen zu der als Brennpunkt geltenden Diskothekenmeile am Rembertiring zu löchern. „Eine solche Diskussionsrunde gab es noch nie“, betont Kuntze. „Es sprechen nur die unmittelbar Betroffenen und keine Politiker, die weitab vom Geschehen sind.“ Im vergangenen Jahr sei eine solche Diskussionsrunde auch schon geplant gewesen. Den Veranstaltern sei die damalige Situation der Diskothek „Stubu“, die am Wochenende wieder eröffnet, jedoch zu heikel gewesen. In diesem Jahr könne der umstrittene Polizeieinsatz in der Diskothek „Gleis 9“ für Diskussionsbedarf sorgen. „Viele Eltern fragen sich, was wirklich auf der Diskomeile passiert“, erklärt Kuntze. „Sie wollen wissen, was gegen Gewalt getan wird.“

Abseits vom Bühnenprogramm präsentieren die Partner der Initiative unterschiedliche Formen der Zivilcourage an Infoständen. So installiert die Bundespolizei etwa ein „typisches“ Jugendzimmer, in dem szenetypische und verbotene Gegenstände versteckt sind. Eltern sollen dabei zum Nachdenken über Prävention im familiären Kontext angeregt werden. Ein Zivilcouragetrainer gibt mit einem Vortrag Anregungen zur Gewaltprävention und Selbstbehauptung.

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