Tag des offenen Denkmals Tag des offenen Denkmals

Vom Gerichtssaal bis zur Villa – die Vielfalt am Tag des offenen Denkmals in Bremen und Bremerhaven ist groß. 60 Häuser laden für kommenden Sonntag zu Entdeckungstouren ein.
04.09.2017, 20:14
Lesedauer: 2 Min
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Tag des offenen Denkmals
Von Lisa Schröder

Viele Schätze Bremens liegen hinter dicken Mauern verborgen – ohne Zugang. An diesem Sonntag ist das anders. Denn am Tag des offenen Denkmals laden das Landgericht, die Baumwollbörse oder das Logenhaus in Schwachhausen zu einer Entdeckungstour ein. Insgesamt 60 Denkmäler in Bremen und Bremerhaven können an diesem Tag kostenlos besichtigt werden.

Die Veranstaltung ist aus Sicht des Landeskonservators Georg Skalecki ein Erfolg für die Stadt, denn immer mehr Besucher kämen. Im vergangenen Jahr seien es 16.000 gewesen – an im Prinzip nur einem Nachmittag. „Das Interesse ist für eine Stadt dieser Größe enorm.“ Doch er gibt zu, beim diesjährigen Motto des bundesweiten Aktionstags, „Macht und Pracht“ habe er zunächst ein wenig gestutzt.

„Das ist das, was alle immer mit Denkmalpflege verbinden: prächtige und schöne Häuser. Wir haben oft die Sorge, dass man uns darauf verkürzt.“ Die Denkmalpflege schütze jedoch eben nicht nur Schlösser und Burgen, sondern kümmere sich auch um erhaltenswerte Industrie oder Stadtentwicklung.

Auftakt im Haus Schütting

Das wird in Skaleckis Begrüßungswort zur Eröffnung des Tags am Sonntag deutlich werden. Denn darin soll es um die Pläne der Unternehmer Kurt Zech und Christian Jacobs für die Bremer City gehen. „Das sollte mit Bedacht angegangen werden. Das geht nicht im Hauruckverfahren“, sagt der Landeskonservator.

Viel mehr möchte er noch nicht vorwegnehmen. In diesem Jahr hat die Veranstaltung im Haus Schütting, dem Sitz der Handelskammer, ihren Auftakt. „Das Motto ‚Macht und Pracht‘ hat uns für die Eröffnung prädestiniert“, sagt Günther Lübbe mit Blick auf die Tradition der Bremer Kaufmannschaft stolz.

Der Syndicus der Handelskammer betont, wie wichtig Denkmalpflege für den Standort sei: „Denkmalpflege ist ein Wirtschaftsfaktor.“ Millionen Gäste kämen ohne Rathaus, Dom und Schütting nicht nach Bremen. „Das zieht die Leute an. Denkmalpflege und Tourismus hängen sehr eng zusammen.“

Veranstaltung ist eine Herausforderung

Zum Empfang um 11 Uhr im Schütting sprechen am Sonntag neben Georg Skalecki auch Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) und Harald Emigholz, Präses der Handelskammer. Lübbe, der im Anschluss selbst durch das Haus führen wird, hat bereits Erfahrung mit dem Tag des offenen Denkmals, denn das Gebäude öffnet seine Türen aus diesem Anlass nicht das erste Mal.

Die Veranstaltung sei eine Herausforderung: „Wir erwarten 1000 bis 1500 Gäste in wenigen Stunden.“ Damit liegt das Haus der Kaufmannschaft laut Rolf Kirsch vom Landesamt für Denkmalpflege bei der Besucherzahl bereits auf dem zweiten Platz nach dem Rathaus. Kirsch leitet seit vielen Jahren die Vorbereitung des Programms zum Aktionstag.

Wichtig sei ihm dabei eine Vielfalt, wenngleich einige Klassiker fast jedes Jahr dabei seien. Neben Rathaus und Dom gibt es aber auch diesmal Neuheiten – wie die Hochschule für Künste an der Dechanatstraße. In Bremen-Nord gibt es zudem eine Radtour zu den Landsitzen in der Bremer Schweiz.

Kostenlose Karten aus Sicherheitsgründen notwendig

Während alle Führungen spontan besucht werden können, sind für den Besuch des Landgerichtsgebäudes und der Staatsanwaltschaft aus Sicherheitsgründen kostenlose Karten notwendig. Diese Karten können am Donnerstag, 7. September, ab 15 Uhr unter Vorlage des Personalausweises im Landesamt für Denkmalpflege in der Sandstraße 3 abgeholt werden – so lange der Vorrat reicht. Wer die Baumwollbörse sehen möchte, braucht dafür ebenfalls kostenlose Eintrittskarten. Sie werden noch bis zum Freitag in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr an der Rezeption der Baumwollbörse ausgegeben.

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