Breminale Tag drei

Tagestipp: Mad Monks

Sie müssten eigentlich nicht auf der zusammengenagelten Dreimeterbretter-Bühne auftreten. Aber vielleicht hat auch gerade das die Mad Monks gereizt, denn die Band ist Kult in Bremen, und das schon seit zwölf Jahren.
15.07.2016, 16:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Emigholz

Sie müssten eigentlich nicht auf der zusammengenagelten Dreimeterbretter-Bühne auftreten, die ein wenig wie ein Sprungbrett für anstehende Karrieren anmutet. Aber vielleicht hat auch gerade das die Mad Monks gereizt, denn die Band ist Kult in Bremen, und das schon seit zwölf Jahren.

Als die verrückten Mönche 2004 aus den Überresten verschiedener lokaler Bands gegründet wurden, hieß ihr Auftrag noch eindeutig Ska-Punk. Dafür war die Band – zunächst ein Quartett, ab 2005 zum Quintett erweitert – eigentlich ein bisschen zu klein, denn die Ska-Punk-Richtung erfordert einen fetten Bläsersatz, sie hatten aber mit Trompete und Posaune nur zwei Blasinstrumente zu bieten.

Auch die übrige Besetzung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug schien ein wenig zu klein geraten. Andere Bands des Genres haben mindestens zwei Gitarristen sowie einen separaten Sänger, während hier der Gitarrist auch als Sänger fungiert. Aber die Mad Monks konnten das durch überschäumend furiose Shows ausgleichen, mit denen sie sich schnell einen Namen nicht nur in der Ska-Punk-Szene machten. Legendär sind die Weihnachtsshows, die die Band ab 2005 regelmäßig veranstaltete – zunächst in kleineren Clubs, aber relativ bald auch im regelmäßig ausverkauften Schlachthof. Ganz passend wurden die schweißtreibenden langen Nächte mit diversen Gastbands auch Weihnachtsschlachtplatte getauft, die schnell zu einer Art Pflichtveranstaltung wurde. Die Mad Monks, die ihre Alben übrigens als „free Download“ anbieten, hatten ihr Repertoire inzwischen stilistisch erweitert. Nicht nur ausgelassen wilder Ska-Punk war zu hören, sondern auch klare Rock-Strukturen bis hin zu Metal-Einflüssen. Sie rumpelten aber auch mal im Polka-Rhythmus oder streuten einen Schunkelsong ein.

Das hätte unentwegt so weiter gehen können, aber die Weihnachtsschlachtplatte 2014 im Schlachthof war das letzte Konzert mit ihrem oft wild über die Bühne tobenden Trompeter und Anheizer Lasse Timm. Seitdem war es eher ruhig um die Mad Monks geworden. Aber das verbliebene Quartett hat weitergemacht, es hat sogar im Dezember 2015 ein neues Album mit dem Titel „Boom“ veröffentlicht. Darauf ist zu erkennen, dass die Posaune stärker in den Vordergrund rückt und überwiegend die melodischen Schleifen um die Songs binden muss.

Ansonsten sind sich die Mad Monks treu geblieben: Ska-Punk ist immer noch die entscheidende Triebfeder – wie bei dem Opener, dem fast trotzig daherkommenden „We are the Monks“. Auf der Dreimeterbretter-Bühne kann an diesem Freitag um 21 Uhr überprüft werden, ob die Mad Monks immer noch ein grandioses Tohuwabohu veranstalten.

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