Aktionstag gegen Gewalt an Frauen Tanz auf dem Marktplatz für die Revolution

Gänsehautstimmung auf dem Bremer Marktplatz: Am Sonnabend tanzten rund 800 Menschen gegen Gewalt an Frauen und München. Bei der Aktion "One Billion Rising for Revolution".
14.02.2015, 11:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Antje Stürmann Michael Rabba

Im Herzen der Bremer Innenstadt sorgte am Sonnabend eine Aktion gegen Gewalt an Frauen für Gänsehaut. Einander fremde Menschen berührten sich mit ihren Zeigefingern und wiegten sich zu den Saxofonklängen von Kenny G. Anlass war die weltweite Kampagne „One Billion Rising“. Deren Ziel ist es, jedes Jahr am 14. Februar eine Milliarde Menschen für mehr Wertschätzung zum tanzen zu bringen.

In Bremen waren es rund 800, die sich auf dem Marktplatz zum diesjährigen Thema „Revolution“ (engl. Auflehnung, Wandel) die Hände reichten. „Es geht darum, Weiblichkeit aufzuwerten. Wertschätzung löst Gewalt, denn was ich schätze, das schlage ich nicht“, begründete Projektmanagerin und Zufriedenheitscoach Edda Lorna.

Sie hatte zuvor in Schulen, psychiatrischen Einrichtungen, Flüchtlingsheimen und im Frauengefängnis Gewaltpräventionstrainings geleitet und mit Frauen getanzt. Jede dritte Frau in der Welt und in Deutschland, so Lorna, erlebe körperliche oder verbale Gewalt.

Dagegen gelte es die Stimme zu erheben. „Ich liebe diese Aktion, weil sie spürbar ist. Wenn ich Menschen mit dem, was ich tue, berühre, dann verändert sich etwas“, ist Edda Lorna überzeugt. Sie hat „One Billion Rising“ bereits zum dritten Mal organisiert – mit Erfolg. Teilnehmerin Beate von Schwarzkopf: „Mich spricht die Idee an, dass auf der ganzen Welt getanzt wird. Auch in Deutschland werden viele Frauen schlecht behandelt. Wenn diese Frauen sehen, da geht jemand in ihrem Sinne auf die Straße, dann machen wir ihnen Mut“, meinte Beate von Schwarzkopf.

Nach Angaben der Veranstalter tanzten gestern Menschen in 150 deutschen Städten, darunter Berlin, Hamburg, Hannover, München, Dortmund und Rostock. Weltweit soll es Aktionen in 190 Ländern gegeben haben. In Bremen unterstützt die Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe die Aktion und auch Schirmherrin Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen (Grüne) wiegte sich im Takt der Musik.

„Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist auch in Bremen ein Thema“, sagte sie. Im vergangenen Jahr habe Bremen verschiedene Schutzprogramme finanziell verstärkt. Noch in diesem Jahr möchte die Senatorin ein Übergangswohnheim für Frauen schaffen: „Unter den vielen Flüchtlingen sind auch traumatisierte Frauen, die in ihren Herkunftsländern oder auf der Flucht Gewalt erlebt haben“, erklärte Stahmann. Zurzeit suche das Sozialressort nach einem geeigneten Haus.

2014 beteiligten sich nach Mitteilung der Bremer Organisatorin Edda Lorna weltweit mehr als 190 Länder an dem Tanz-Aktionstag. Dazu gibt es eine Videodokumentation. Weitere Videos von der Bremer Rising-Aktion im vergangenen Jahr gibt es hier.

"One Billion Rising" verweist auch auf die Gewalt gegen Männer und Jungen.

Wo am Valentinstag auf der Welt gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen - sowie gegen Männer und Jungen getanzt wird, zeigt eine Weltkarte.

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