Polizei Bremen

Tanzende Täter nehmen Passanten aus

Eine Häufung von Raubdelikten und sogenannten Antanzdiebstählen im gesamten Stadtgebiet hat die Bremer Polizei am vergangenen Wochenende beschäftigt.
27.04.2015, 17:30
Lesedauer: 2 Min
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Tanzende Täter nehmen Passanten aus
Von André Fesser

Eine Häufung von Raubdelikten und sogenannten Antanzdiebstählen im gesamten Stadtgebiet hat die Bremer Polizei am vergangenen Wochenende beschäftigt. Die Taten ereigneten sich im Steintor, am Rembertiring, in der Bahnhofstraße, am Grünenweg, am Herdentorsteinweg und An der Weide. Wie die Polizei berichtet, traten dabei in mehreren Fällen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als Tatverdächtige in Erscheinung.

Beim Antanzen bewegen sich die Täter in scheinbar freundlicher Gesinnung tanzend um ihre Opfer herum und nehmen diesen dabei oftmals unbemerkt Wertgegenstände ab. In der Regel handelt es sich dabei um Portemonnaies oder Smartphones. Die Täter gehen häufig zu dritt vor. Einer tanzt, ein anderer greift zu, ein dritter entfernt sich mit der Beute. Viele Taten, so vermutet die Polizei, bleiben im Versuchsstadium stecken. In den von der Polizei geschilderten Fällen konnten die Täter ausnahmslos von Opfern, Zeugen oder Polizisten gestellt werden.

Darunter war auch ein 15-Jähriger, der gemeinsam mit einem Partner einen 22-Jährigen im Steintor nach Zigaretten gefragt hatte und ihm dabei sehr nah gekommen war. Wenig später vermisste der 22-Jährige dann sein Mobiltelefon. Einen zweiten Mann, einen 26-jährigen Bremer, begrüßte der 15-Jährige am Sonntagabend ganz in der Nähe mit einem freundlichen Handschlag. Die Irritation des Bremers nutzte der Täter, um diesem das Portemonnaie aus der Jacke zu ziehen. Der 15-Jährige konnte mithilfe von Personenbeschreibungen später von Polizisten aufgegriffen und zur Wache gebracht werden.

Dort war die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Der Tatverdächtige sperrte sich massiv gegen polizeiliche Maßnahmen, bespuckte einen Beamten und randalierte mit einem Feuerlöscher. Nach Absprache mit dem Kinder- und Jugendnotdienst wurde er später aber wieder entlassen Als der Minderjährige nachts von Beamten ein weiteres Mal angetroffen wurde und sich nicht ausweisen konnte, wurde er erneut mitgenommen. Auch dieses Mal wehrte er sich und verpasste einem Beamten einen Faustschlag. Der Jugendnotdienst nahm den Jungen in seine Obhut.

Die Polizei empfiehlt, zum Schutz vor Antanzdiebstählen, Wertsachen möglichst dicht am Körper und in verschiedenen Taschen zu tragen. Außerdem sollte man Geldbörsen und Smartphones möglichst nicht ind er Öffentlichkeit zeigen.

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