Kriminalist und Autor Axel Petermann

Tatort beruht auf Bremer Fall

Bremen. Am 26. Dezember wird der "Tatort" des Hessischen Rundfunks mit dem Titel "Im Namen des Vaters" ausgestrahlt. Als Vorlage diente ein authentischer Fall aus Bremen. Der Kriminalist Axel Petermann hat ihn erlebt und aufgeschrieben.
24.12.2012, 05:00
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Tatort beruht auf Bremer Fall
Von Alexander Pitz
Tatort beruht auf Bremer Fall

Axel Petermann aus Bremen ist Kriminalist und Autor.

Christian Butt

Bremen. Am 26. Dezember wird der neue "Tatort" des Hessischen Rundfunks mit dem Titel "Im Namen des Vaters" ausgestrahlt. Die Handlung spielt in Frankfurt am Main, als Vorlage diente jedoch erneut ein authentischer Fall aus der Hansestadt. Der Kriminalist und Autor Axel Petermann hat ihn erlebt und aufgeschrieben.

Es ist der vierte Einsatz für die Frankfurter Kommissare Conny Mey und Frank Steier (gespielt von Nina Kunzendorf und Joachim Król). Am zweiten Weihnachtsfeiertag zeigt das Erste den neuen Tatort des Hessischen Rundfunks, der den Titel "Im Namen des Vaters" trägt. Wieder beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit, die sich in Bremen abgespielt hat. Und erneut diente ein authentischer Fall aus dem Buch "Auf der Spur des Bösen" des Profilers, Kriminalkommissars und Autors Axel Petermann als Vorlage für den Film.

"Es war einer meiner ersten größeren Fälle als junger Kommissar", erinnert sich Petermann. Die Tat aus dem Jahr 1983 sei für ihn auch deswegen so bemerkenswert, weil es sich um ein ungewöhnliches Tötungsdelikt gehandelt habe, bei dem die Leiche grausam verstümmelt worden sei. "So etwas kommt sehr selten vor", sagt Petermann.

Für den Film hat Regisseur und Drehbuchautor Lars Kraume die Handlung freilich an einigen Stellen verändert. So spielt die Verstümmelung der Leiche, die Petermann in seinem Buch detailliert beschreibt, im "Tatort" keine Rolle. In vielen anderen wesentlichen Punkten orientiert sich die Geschichte jedoch am Original: Am Neujahrsmorgen wird am Rande eines Schulhofs die Leiche einer Frau gefunden. Conny Mey und Frank Steier gelingt es rasch, die Identität der Frau zu ermitteln: Es handelt sich um Agnes Brendel, die in ihrem Viertel bekannt war wie ein bunter Hund. Sie hatte stets Pech mit den Männern, trank gerne und zog oft allein durch die Kneipen.

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Die Kommissare versuchen, die letzten Tage vor dem Tod der Frau zu rekonstruieren. Der Wirt einer Kneipe, viele Stammgäste, ein Kioskbesitzer und weitere Zeugen können sich daran erinnern, wann sie Agnes zum letzten Mal gesehen haben. Doch die Aussagen passen nicht zusammen. Kannte der Mörder Agnes, oder war sie nur zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort? Und welche Rolle spielte ihr Lebensgefährte?

"Es geht um ein düsteres Milieu, das geprägt ist von Alkohol, Gewalt und schnellen sexuellen Kontakten", sagt Petermann. Insofern habe die "Tatort"-Folge auch eine Botschaft, die gesellschaftlich relevant sei. "Ich bin gespannt, wie die Zuschauer zur Weihnachtszeit darauf reagieren werden", so der Autor, der die Dienststelle Operative Fallanalyse des Bremer Landeskriminalamts leitet und bei der Aufklärung von mehr als 1000 Todesfällen mitgewirkt hat. Wann immer Ermittlungen ins Stocken geraten, oder sich ein Polizei-Team in einen Fall verrennt, kommen Petermann und seine Kollegen, die sogenannten Profiler, ins Spiel. Sie gehen einen Tathergang ganz anders an und stellen andere Fragen.

Dies habe ihm auch bei der Aufklärung des Falles geholfen, um den es jetzt im "Tatort" gehe, erzählt Petermann. In Wirklichkeit hat sich die Tat 1983 in der Bremer Neustadt abgespielt. Damals wurde der Täter nach intensiven, schwierigen Ermittlungen überführt. Ob dies den Ermittlern im Film auch gelingt, davon können sich die Fernsehzuschauer selbst überzeugen.

"Im Namen des Vaters" wird am zweiten Weihnachtsfeiertag, 20.15 Uhr, von der ARD gezeigt. Am 27. Dezember können Sie bei WESER-KURIER Online eine Kritik lesen.

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