Tötungsdelikt in Bremen Tatverdächtiger stellt sich in Hamburg

In Hamburger Ortsteil Hoheluft hat sich ein 22-Jähriger der Polizei gestellt, der wegen eines Tötungsdeliktes in Bremen über die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" gesucht worden war.
16.12.2017, 20:58
Lesedauer: 1 Min
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Von Mathias Sonnenberg Jan Oppel

Am vergangenen Mittwoch wurde in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" noch mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach ihm gesucht, zwei Tage später stellte sich der 22-Jährige im Hamburger Ortsteil Hoheluft der Polizei.

Der Mann war ins Visier der Polizei geraten, weil er am 2. November im Bremer Steintorviertel bei einer Messerstecherei beteiligt gewesen sein soll, bei der ein Mensch starb und ein anderer lebensgefährlich verletzt wurde. Im Zuge der Ermittlungen wurden Fotos und Name des mutmaßlichen Täters bei "Aktenzeichen XY" veröffentlicht.

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Der 22-Jährige wurde noch auf der Wache festgenommen und nach Bremen überführt und verhört. Am Sonnabend wurde er dann wieder auf freien Fuß gesetzt, weil laut Staatsanwaltschaft keine Fluchtgefahr bestehe. Ein Umstand, der bei der Bremer Polizei für Unverständnis sorgte. Aus Kreisen der Polizei hieß es am Wochenende: "Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft hat bei der Polizei völliges Unverständnis ausgelöst."

Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft, erklärt dem WESER-KURIER: "Gegen den Mann liegt kein Haftbefehl für ein Tötungsdelikt vor, sondern die Beteiligung an gemeinschaftlich gefährlicher Körperverletzung." Der 22-Jährige habe nicht gewusst, dass nach ihm gefahndet werde, erklärte Passade. "Er ist nicht am Tötungsdelikt beteiligt, daher entfällt der dringende Tatverdacht. Wir wissen, wo er lebt, deshalb besteht keine Fluchtgefahr." Die Polizei sucht weiter nach dem weiteren Tatverdächtigen, der am 2. November für die tödlichen Messerstiche verantwortlich ist.

++ Dieser Text wurde zuletzt am 17.12.2017 um 15:41 Uhr aktualisiert ++

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