Bremen feiert 125-jähriges Bestehen des Europahafens

Tausende besuchen Überseestadt

Bremen. Ob zu Fuß, per Schiff oder im Bus: Beim "Überseetörn" in der Bremer Überseestadt können Besucher am Samstag und Sonntag Walles jüngsten Ortsteil auf verschiedenen Wegen vom Europahafen aus erkunden.
20.07.2013, 16:46
Lesedauer: 2 Min
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Von Tobias Meyer
Tausende besuchen Überseestadt

Überseetörn 2013 in Bremen

Photoo, Christina Kuhaupt

Bremen. Ob zu Fuß, per Schiff oder im Bus: Beim "Überseetörn" in der Bremer Überseestadt können Besucher am Samstag und Sonntag Walles jüngsten Ortsteil auf verschiedenen Wegen vom Europahafen aus erkunden. Anlass für das Fest mit Musik, Führungen, einem alten Handwerkermarkt und einer großen Auto-Ausstellung ist das 125-jährige Bestehen des Europahafens.

An der Promenade vor dem Schuppen 1 weht ein laues Lüftchen, trotzdem ist es heiß. Fiete Hansen hebt seine Kapitänsmütze an, wischt sich den Schweiß von der Stirn und deutet mit dem Finger auf den Turm hinter ihm: "Das ist der Hartmann-Turm, darin hat der alde Hafenmeisder jewohnt, ne", sagt er mit niederdeutschem Dialekt. "Das war 'n harten Hund, das sach ich dir do!" Dann geht es weiter, schließlich wollen die rund 60 Gäste, die eiligen Schrittes hinter ihm her laufen, noch viel von der Überseestadt sehen.

Auf dem Kajütentörn, den der Delmenhorster Schauspieler André Weise auf dem Fest an diesem Wochenende als alter Hafenmitarbeiter Fiete Hansen leitet, gibt es nicht nur allerlei Historisches zu hören, sondern auch exklusive Einblicke: "Nur an diesem Wochenende dürft ihr euch die Lofts im Schuppen 1 anseh'n, das is 'ne einmalige Geschichte jetzt." Denn was nur wenige wissen: In der zweiten Etage des ehemaligen Kurzzeit-Lagers für Kaffee, Tee und Obst ist eine Reihenhaussiedlung mit 20 modernen Wohnlofts entstanden. Das Auto fährt man einfach mit dem Fahrstuhl direkt vor die Haustür.

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Autos gibt es sowieso viele zu sehen beim Überseetörn: Von den Marken Borgward bis Mercedes reiht sich ein Oldtimer nach dem anderen an der Promenade aneinander. Wer nicht gerade mit Fiete unterwegs ist oder mit dem Holzschiff die Überseestadt auf dem Wasserweg erkundet, der steht an der Promenade und guckt den Kutterpullern zu, die sich im Boot auf einer Strecke von 200 Metern mit zehn Mann und langen Paddeln im Wettkampf messen.

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Ein paar Meter weiter lädt der Duft von frischen Pommes, Schmalzkuchen, Fischbrötchen oder Crepes zum Verweilen auf den mit gefüllten Kaffeesäcken ausgelegten Steinstufen am Kopf des Europahafens ein, während auf der Bühne eine Samba-Gruppe spielt. "De oll´n Handwerkers" zeigen derweil auf dem Markt alte Handwerkskunst, schmieden kleine Hufeisen über dem lodernden Feuer oder bearbeiten Schafs- und Ziegenfelle.

Auch am Sonntag wird der 125. Geburtstag des Europahafens gefeiert. Von 11 bis 18 Uhr können die Besucher an individuellen Segeltörns oder alle zwei Stunden an einer von vier Führungen durch die Überseestadt teilnehmen. Neben einem Kinderprogramm gibt es Lichtbildvorträge zur Geschichte des Hafens, Konzerte und Theaterstücke.

Und Fiete dreht selbstverständlich auch seine Runden. Oder wie er am Ende seines anderthalbstündigen Rundgangs nach einem kurzen Anspiel auf der Mundharmonika spielt: "Auf, Matrose, Ahoi..."

Mehr dazu lesen Sie im Kurier am Sonntag.

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