Angelscheine mit Verspätung Technisches Problem verlängert Schonfrist für Raubfische in Bremen

Weil die Landeshauptkasse Gebühren kurzzeitig nicht verbuchen konnte, mussten Sportfischer auf ihre Lizenz warten - was den Raubfischen in Bremens Häfen unerwartete Schonung widerfahren ließ.
31.01.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Technisches Problem verlängert Schonfrist für Raubfische in Bremen
Von Justus Randt

Glück gehabt. Eigentlich beginnt die Schonzeit für Raubfische erst mit dem Monat Februar. Ein kleines Technikproblem bei der Landeshauptkasse hat aber dazu geführt, dass mancher Zander, Barsch oder Hecht in Bremen noch einmal davongekommen ist. Angler wie Jens Broda aus Woltmershausen, die im Dezember eine sogenannte Hafenkarte für das neue Jahr beantragt und bezahlt hatten, mussten mit mehreren Wochen Verzug leben.

Und ohne Lizenz zum Fischen in Bremens Häfen brauchten Jens Broda und andere gar nicht erst die Angel auszuwerfen. „Auch wenn es in über 20 Jahren erst das zweite Mal war: Ich bin im Dezember kontrolliert worden“, sagt der Mittdreißiger.

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Inzwischen, sagt Sebastian Rösener, Sprecher der Senatorin für Wissenschaft und Häfen, sei das Problem aus der Welt. Die Scheine seien verschickt worden. Bislang hätten 503 Sportfischer eine Hafenkarte beantragt. Und etwas mehr bezahlt als bisher. Seit 1997 sei die jährliche Gebühr für die Hafenkarte mit 20,45 Euro immer gleich gewesen, sagt Sebastian Rösener. Jetzt wurde die Gebühr auf 25 Euro erhöht. „Wegen des steigenden Aufwandes und steigender Kosten.“

„Hier in Pusdorf habe ich das Wasser direkt vor der Nase, ich will nicht erst quer durch die Weltgeschichte reisen, um zu angeln“, sagt Jens Broda. Muss er auch nicht mehr als Inhaber der Hafenkarte Nummer 84. Allerdings herrscht ab Montag Schonzeit, zumindest für Raubfische. Bis dahin hängt das Leben von Zander und anderer am seidenen Faden, wenn sie der Angelschnur der Sportfischer zu nahe kommen.

Noch sind Bremens Häfen Reviere: „Die Karte gilt im Hemelinger Hafen, im Schlepperhafen Seehausen-Hasenbüren, am Lankenauer Höft und im Industriehafen an der Waterfront, der ist gerade besonders begehrt, weil es da Weißfisch gibt“, sagt Jens Broda. Und der Weserbutt beiße noch. „Jetzt hätte ich wieder angeln können, aber da war heute kein Zupfer.“ Er nimmt es sportlich: „Jeder Tag ist anders.“

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